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Commerzbank überzeugt nur beim Personalabbau

Um fast die Hälfte auf 629 Mio. Euro konnte die Commerzbank ihr operatives Ergebnis im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr steigern. Unter dem Strich verdiente der Konzern 472 Mio. Euro, was den Analystenerwartungen entspricht. Dennoch ist es zu früh, von einem Erfolg zu sprechen. Denn in dem operativen Ergebnis sind positive Sondereffekte von 502 Mio. Euro enthalten. Ohne diese Geldspritze hätte das operative Ergebnis bei mageren 127 Mio. Euro gelegen.

Voran kommt die Commerzbank indes beim Personalaufbau. Zwar ist die Beschäftigung im dritten Quartal um 350 auf gut 49.200 Mitarbeiter gestiegen, doch dies ging lediglich auf die Konsolidierung der Onvista-Übernahme und eines Teils des ehemaligen Ratenkredit- Joint Ventures mit der BNP Paribas zurück. Binnen Jahresfrist hat die Commerzbank hingegen 1100 Stellen abgebaut; über zwei Jahre summiert sich der Abbau sogar auf rund 2400 Stellen. Falls hier noch der Effekt der Onvista- und Joint Venture-Konsolidierung berücksichtigt wird, dürfte der Abbau eher gegen 3000 Stellen tendieren.

Trotz des Stellenabbaus liegt der Personalaufwand in den ersten neun Monaten mit 2,731 Mrd. Euro nur geringfügig unter dem Vorjahresniveau. Mithin kletterte der Personalaufwand pro Kopf um 1,1 Prozent auf etwa 55.500 Euro. Entsprechend lag auch die Kostenquote im operativen Geschäft mit 76 Prozent auf Vorjahresniveau. Die Bank musste also für jeden Euro Ertrag 76 Cent ausgeben. Insgesamt summierten sich die Kosten auf 5,3 Mrd. Euro.

Das Firmenkundengeschäft schwächelte besonders. Im dritten Quartal generierte das Mittelstandssegment Erträge von 440 Mio. Euro und damit 5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Aufs ganze Jahr gesehen sanken die Erträge sogar um 6 Prozent auf 1,365 Mrd. Euro. Bei International Corporates sah es etwas besser aus. Dort legten die Erträge in Quartalssicht sogar um 5 Prozent auf 239 Mio. Euro zu, aufs ganze Jahr gesehen purzelten sie aber um 3 Prozent auf 690 Mio. Euro. Im Geschäft mit Financial Institutions musste die Commerzbank sogar einen Rückgang über ein Fünftel auf 104 bzw. 343 Mio. Euro verkraften. Im Aktien- und Devisengeschäft ging es im dritten Quartal um 9 Prozent auf 78 Mio. und im ganzen Jahr um 13 Prozent auf 260 Mio. Euro bergab.

Den Einbruch im Firmenkundengeschäft konnten die Filialen nicht ausgleichen. Zwar kletterten die Erträge im Filialgeschäft um 12 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro im dritten Quartal; in den ersten neun Monaten blieben sie jedoch mit 3,6 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau.

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AUTORFlorian Hamann Redakteur für Deutschland & die Schweiz

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