Wie mir eine Zufallsbekanntschaft im Zug zu meinem ersten Job im Investment Banking verhalf

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Sind wir einmal ehrlich: Die meisten Leute haben keine Lust auf Networking. Es stellt auch keine Leichtigkeit dar – besonders bei organisierten Veranstaltungen. Dennoch sollte man nie die Bedeutung von Offenheit für Zufallsbekanntschaften unterschätzen. Eine solche verhalf mir zu meinem ersten Job in Sales and Trading.

Der Durchbruch gelang mir vor einigen Jahren. Ich bewarb mich gerade für die sogenannten „Insight Days“ bei verschiedenen Investmentbanken, mit dem Ziel ein Praktikum in Sales and Trading zu bekommen. Bei diesen Veranstaltungen geht es ziemlich wettbewerbsintensiv zu und leider bekam ich keinen Platz ab. Auch die folgenden Jahre habe ich es versucht – erfolglos. Doch plötzlich änderte sich alles.

Ich fuhr gerade in der Londoner U-Bahn zu einem Vorstellungsgespräch bei KPMG und ging dabei einige Notizen durch, als mich eine Person neben mir ansprach. Daraus entspann sich ein Gespräch.

Meine Zufallsbekanntschaft war recht locker gekleidet. Wir unterhielten uns über seine Zeit bei der Armee. Ich fragte ihn, ob er den Londoner Finanzdistrikt Canary Wharf gut kenne. Er bot mir an, den Weg zum Büro von KPMG zu zeigen. Mir war klar, dass eine solche Freundlichkeit selten ist, und ich wollte mit ihm in Kontakt bleiben, um mich später einmal zu revanchieren.

Als er mir seine E-Mail-Adresse gab, sah ich, dass er bei der Credit Suisse arbeitete. Ich erzählte ihm also von meinen Ambitionen im Wertpapiergeschäft zu arbeiten und dass ich mir gut vorstellen könne, bei der Credit Suisse anzufangen, obwohl sie mich dort bereits zweimal abgelehnt hatten. In den folgenden Monaten telefonierten wir ein paar Mal. Erstaunlicherweise bot er mir ein zweiwöchiges Kurzpraktikum in den Sommersemesterferien an, bevor ich an die Uni zurückging. Diese beiden Wochen haben alles geändert.

Während dieser beiden Wochen habe ich versucht, so viele Kontakte wie irgend möglich aufzubauen und ich bin auch später am Ball geblieben. Dies kam meinem Lebenslauf zugute und es stärkte mein Selbstbewusstsein, auf Leute zuzugehen und aktiv nach Chancen zu suchen. Anderthalb Jahre später hatte ich an vier „Springweeks“ teilgenommen und drei Angebote für ein Sommerpraktikum und vier Werkstudententätigkeiten erhalten.

Wer diese Zeilen liest, mag denken, es habe sich um einen einmaligen Glücksfall gehandelt, der sich nicht so einfach wiederholen lasse. Allerdings handelte es sich nicht um das erste Mal, dass ich einen Job durch Networking im Zug erhielt! Ich habe meine erste Berufserfahrung überhaupt gesammelt, nachdem ich den heutigen O2-Chef Mark Evans in der Londoner U-Bahn getroffen hatte. Mein Ansatz lautet: immer nett zu sein und die Welt zu einem lebenswerteren Platz zu machen. Ich spreche mit den Leuten, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Beruf oder Alter und das scheint zu funktionieren. Ich würde das immer weiterempfehlen. Man kann nie wissen, was sich daraus ergibt.

Michael Truckle studiert an der englischen Warwick University.

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