Schon vor dem Brexit sinkt die Zahl der Goldmänner in London

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Londons goldigste Adresse.

Der Brexit spielt keine Rolle? Falsch gedacht. Goldman Sachs International, der Londoner Ableger des Konzerns, hat soeben seinen Abschluss für 2017 vorgelegt. Demnach verringert die US-Investmentbank ihre Aktivitäten in der britischen Hauptstadt. Noch Ende 2016 beschäftige Goldman Sachs International 6125 Mitarbeiter, 2017 waren es nur noch 4688.

Wie die untenstehende Grafik zeigt, sind die Einschnitte nicht gleichmässig verteilt. Während die Zahl der Goldmänner im Bereich Institutional Client Services (Sales and Trading) sogar noch zulegte, sank sie überall anders. Die grössten Einschnitte – beinahe 50 Prozent – mussten die Support-Funktionen verkraften. Allerdings betont die Bank, dass sie 1700 unterstützende Aufgaben lediglich in eine andere Tochtergesellschaft ausgelagert habe. Wenn dieser Effekt herausgerechnet wird, dann sank die Beschäftigung lediglich um 3 Prozent.

Die Abnahme scheint mit der geplanten Verlagerung von Arbeitsplätzen von London nach Frankfurt zusammenzuhängen. Darüber hinaus steigert die Bank die Zahl ihrer unterstützenden Mitarbeiter an kostengünstigen Standorten wie Warschau oder Bangalore in Indien, um ihre Kosten zu senken.

Unterdessen verdienen die Londoner Goldmänner immer noch prächtiger – im Vergleich zu den anderen Standorten des Konzerns. Der Personalaufwand pro Kopf belief sich 2017 auf immerhin etwa 523.000 Dollar pro Kopf (449.000 Dollar ohne Sozialabgaben des Arbeitgebers). Dagegen belief sich der durchschnittliche Personalaufwand weltweit auf nur rund 324.000 Dollar. Und es kommt noch besser: Während im vergangenen Jahr die Personalkosten pro Kopf weltweit um 4 Prozent nachgaben, legten sie in London um 7 Prozent zu. Dies liegt allerdings daran, dass die Bank ihr günstigeres Personal in eine andere Tochtergesellschaft ausgelagert hat.

Umgekehrt steigt durch die Verschiebung der Beschäftigung Richtung Sales and Trading in London auch das Ergebnis pro Kopf. 2017 war jeder Londoner Goldmann rein rechnerisch für einen Vorsteuergewinn von etwa 332.000 Dollar verantwortlich, während es weltweit lediglich rund 100.000 Euro waren. Mit einem operativen Ergebnis von ca. 1,3 Mio. Dollar pro Kopf schnitt das Institutional Clients Business in London besonders gut ab. Bei Goldman Sachs International kletterte der Reingewinn im vergangenen Jahr um 6 Prozent auf etwa 1,6 Mrd. Dollar, während der Reingewinn weltweit um fast die Hälfte einbrach.

Falls Goldman Sachs Personal von Grossbritannien an andere Standorte wie etwa Frankfurt oder Warschau verlagert, werden die britischen Sozialkassen das zu spüren bekommen. So verringerten sich etwa die Sozialabgaben von Goldman Sachs International von 329 Mio. Dollar 2016 auf nur noch 278 Mio. Dollar im abgelaufenen Jahr. Darüber hinaus blätterte die Konzerngesellschaft auch noch 534 Mio. Dollar an britischer Körperschaftssteuer auf den Tisch.

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