Deutsche Bank setzt fast 1000 Investmentbanker vor die Tür, hält aber an Boni fest

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Deutsche Bank Q2

Von den 1700 im zweiten Quartal gestrichenen Jobs entfielen allein 940 auf das Front Office Investment Banking. Betroffen waren hauptsächlich der Aktienhandel sowie Prime Services. Dagegen mussten im Corporate & Investment Banking nur 240 Back Office-Mitarbeiter gehen, wie aus den jetzt vorgelegten Quartalszahlen hervorgeht. Im Analystencall kündigten Konzernchef Christian Sewing und Finanzchef James von Moltke an, den Focus des Personalabbaus künftig in Richtung Back Office zu verschieben.

Unterdessen hat die Bank mit einem Einbruch in ihrem Sales und Trading zu kämpfen. Das für die Bank besonders wichtige Fixed Income Sales & Trading stürzte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf knapp 1,4 Mrd. Euro ab. Besonders der Handel mit Kredit- und Zinsprodukten enttäuschte. Dennoch will die Bank ihre Position als weltweit viertgrösster Anbieter verteidigen.

Obgleich die Bank ankündigte, sich teilweise aus dem Aktiengeschäft zurückzuziehen, und obwohl ein erheblicher Teil des Personalabbaus auf den Aktienhandel entfiel, gaben die Erträge hier nur um 6 Prozent auf 540 Mio. Euro nach.

Etwas besser lief es im Beratungsgeschäft. In Origination und Avisory lagen die Erträge mit 577 Mio. Euro um 2 Prozent über dem Vorjahresquartal. Für diesen Erfolg war ein Anstieg im M&A-Geschäft um 12 Prozent auf 153 Mio. Euro verantwortlich. Auch die Erträge aus dem Geschäft mit Anleiheemissionen legte um 2 Prozent auf 316 Mio. Euro zu. Dagegen gab das Geschäft mit Aktienemissionen um 6 Prozent auf 108 Mio. Euro nach. Aufgrund der turbulenten Aktienmärkte haben sich weniger Unternehmen an die Märkte gewagt. Die Erträge im Transaction Banking legten zwar um 4 Prozent auf gut 1 Mrd. Euro zu, allerdings war hierfür ein einmaliger Veräusserungsgewinn von 57 Mio. Euro verantwortlich.

Trotz des Personalabbaus kletterte der Personalaufwand um 9 Prozent auf knapp 1,1 Mrd. Euro. Finanzchef von Moltke hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, an den Bonuszahlungen festhalten zu wollen. Dennoch sollten sich die verbleibenden Investmentbanker nicht vorschnell freuen. Denn Sewing unterstrich beim Analystencall, die Boni für 2018 gleichmässiger über die Quartale verteilen zu wollen, um gewaltige Personalkosten im vierten Quartal zu vermeiden. Tatsächlich hatten die hohen Bonuszahlungen im Vorjahr das vierte Quartal und damit das Gesamtjahr gründlich verhagelt.

Unterdessen hat die Bank in ihrem Asset Management mit dem Abfluss von Kundenvermögen zu kämpfen. Die Erträge brachen binnen Jahresfrist um 17 Prozent auf 561 Mio. Euro ein. In dem Geschäftsbereich gingen 88 Stellen verloren, wovon 31 auf das Front Office entfielen.

Im Filialgeschäft baute die Bank fast 450 Stellen ab. Während der Abbau im Investment Banking vornehmlich im Ausland erfolgte, wurde hier der Heimatstandort betroffen. Obgleich die Erträge lediglich um 1 Prozent auf gut 2,5 Mrd. Euro nachgaben, brach der Vorsteuergewinn um 23 Prozent auf 262 Mio. Euro ein.

Wie bereits in der vergangenen Woche gemeldet, verdiente die Bank unter dem Strich 401 Mio. Euro. Dennoch hat die Bank auch weiterhin mit ihren Kosten zu kämpfen. So operiert die Bank immer noch mit einer Aufwands-Ertragsquote von 88 Prozent. Für jeden Euro Ertrag musste der Konzern also 88 Cent ausgeben. Zum Vergleich: Bei der Schweizer Grossbank UBS genügten 78 Rappen für jeden Franken Ertrag.

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