Perfekter Zeitpunkt oder Fremdschämen? Das lüsterne Video von Pallascapital

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Schon lange hat die Private Equity-Branche mit einem Dilemma zu kämpfen: Es steht reichlich Kapital für Investitionen zur Verfügung und Fremdkapital ist dank Nullzinsen fast kostenlos zu erhalten. Dumm nur, dass kaum attraktive Investitionsobjekte auf den Markt kommen. Besonders mittelständische Unternehmer trennen sich ungern von ihren Firmen oder aber nur zu horrenden Preisen. Die österreichische Private Equity-Gesellschaft Pallascapital aus Wien hat jetzt ein reichlich sonderbares Video veröffentlicht, das mittelständische Unternehmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz zum Verkauf ihrer Firmen animieren soll.

Dabei schwenkt die Kamera von einem offensichtlichen Unternehmer, der den Wirtschaftsteil einer Zeitung studiert, zu seinem „Schatzi“. Dieses erläutert, wieso ausgerechnet jetzt der „perfekte Zeitpunkt“ gekommen ist, sich von seinem Familienunternehmen zu trennen.

Perfekter-Zeitpunkt

„Viele Unternehmen kommen erst dann auf die Idee zu verkaufen, wenn es schon viel zu spät ist. Für den maximalen Verkaufserlös sollten Sie dann aussteigen, wenn das Unternehmen noch gut dasteht, es Weiterentwicklungsmöglichkeiten und positive Zukunftsaussichten gibt“, erläutert die Dame mit hörbarem österreichischem Akzent, ohne dabei auch nur eine Miene zu verziehen. „Aktuell werden Unternehmensbewertungen bezahlt, die viel höher sind als jene in den Jahren vor der Wirtschaftskrise. Deshalb sollten Unternehmer frühzeitig mit der Planung ihrer Exitstrategie beginnen, um den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen.“

Klingt banal, ist es auch. Doch das Video dazu fällt gelinde gesagt lasziv aus. Denn das „Schatzi“ rekelt sich bei ihren Erläuterungen in schwarzer Lingerie und mit beachtlicher Oberweite auf einem Flügel. Nachdem sie ihre Message losgeworden ist, kehrt sie zu ihrer Maniküre zurück.

In Zeiten von Youtube und Smartphones kann mittlerweile jedes noch so kleine Unternehmen und jede Lobbyistengruppe Werbevideos verbreiten. Um Reichweite zu sichern, ist dabei Innovation gefragt. Wie so etwas nach hinten losgehen kann, hat kürzlich erst die Finanzplatzvermarktungs-Initiative „Frankfurt for Finance“ unter Beweis gestellt.

In einem Animationsvideo trifft eine junge – offenbar britische – Bankerin namens Natalie in einer Bar auf einen Eingeborenen der hessischen Finanzmetropole, der sich artig vorstellt. „Mein Name ist Furt, Frank Furt.“ Schon das lässt so manchen Zuschauer die Stirn runzeln, ähnelt dies doch dem Englischen „fart“ – zu Deutsch: „Furz.“

Natalie jedenfalls wundert sich über den adretten Jüngling. Schliesslich hatte sie erwartet, dass Leute wie „Furt“ Krachlederne tragen und Masskrüge schwenken. Sie listet die Klischees auf, die Londoner angeblich zu Frankfurt hegen: „Nicht weltoffen, keine Kultur, langweilig und schlechtes Essen.“ Natürlich kann „Furt“ Natalie eines Besseren belehren.

Jede Form von Langweile konnten die Macher des ominösen Videos tatsächlich vertreiben, vielmehr scheint im Netz schallendes Gelächter oder peinliche Betretenheit vorzuherrschen. So fragt jemand auf Youtube: „Welcher Komplettversager hat das in Auftrag gegeben?“ Ein anderer: „The word „Fremdschämer“ was invented for this video.“ Ob Londoner Banker mit „fremdschämen” etwas anfangen können, sei dahingestellt. „Ich bin sonst immer stolz auf meine Stadt, aber das ist einfach nur peinlich. Hoffe der Verantwortliche schämt sich!“. Dies scheint indes nicht der Fall zu sein, denn das Video ist nach wie vor online. Ein anderer fürchtet sogar einen Guerilla-Angriff aus der Nachbarschaft: „Der Film kommt aus Wiesbaden.“

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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