Interview mit Markus Zillner von PwC: Die spannenden Karriereperspektiven in der Transformationsberatung

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Markus-Zillner

Markus Zillner baut als Partner bei PwC seit drei Jahren das Geschäft mit Projekt-, Programm-Transformations und Change Management auf, wobei er auf Finanzdienstleister spezialisiert ist. In einem Interview erläutert der erfahrene Consultant, was für eine Karriere in dem wachsenden Geschäftsfeld erforderlich ist.

Sie beraten Finanzdienstleister bei Transformationen. Keine Frage, Banken haben einen beträchtlichen Restrukturierungsbedarf. Doch was machen Sie genau?

Vor drei Jahren haben wir im Beratungsgeschäft von PwC Global festgestellt, dass unsere Kunden immer häufiger neben den klassischen PwC-Disziplinen Finance, Risk, Technology, M&A, Strategie- und Operations-Beratung auch Transformationssicherheit verlangen. Dabei geht es nicht nur um die fachlichen Aspekte. Vielmehr müssen grosse Transformationen professionell auf- und umgesetzt werden. Es geht darum, wie die Strategie tatsächlich implementiert und wie die Organisation und die Mitarbeiter mitgenommen werden und damit agiler und zukunftsfähiger werden. Am Ende des Tages soll damit auch das Transformationsrisiko für unsere Kunden minimiert werden.

Welches sind die grössten Herausforderungen für Banken und wie können Sie bei der Transformation helfen?

Die Gründe sind u. a. Marktumfeld, Kosten- und Ertragsdruck, Compliance-Druck, verändertes Kundenverhalten, neue Wettbewerber mit einer kurzen Time-to-market-Spanne, Agilität usf. In diesem veränderungsintensiven Umfeld setzen wir Initiativen auf, um diese Transformationen erfolgreich zu bewältigen.

Woraus besteht Ihr Team? Sind das alles Projektmanager und Experten im Change Management?

Unser Team besteht in Deutschland aus ungefähr 100 Mitarbeitern und ist in allen Branchen tätig. Vereinfacht gesagt beschäftigen wir auf der einen Seite Projekt- und Programmmanager sowie auf der anderen Seite Change Manager, Coach- und Leadership-Experten. In PwC Europe sind wir ungefähr 200 bis 250 Mitarbeiter, und arbeiten sehr eng im globalen PwC-Netzwerk mit unseren Kunden zusammen. Die Profile sind recht bunt. Darunter befinden sich aber sehr viele Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler, Absolventen der MINT-Fächer, Strategen und einige Organisationspsychologen. Ein Branchenbackground ist hilfreich, aber bei den grossen Transaktionen oft nicht primär wichtig. Sie müssen allerdings das Handwerk rund um Projekt-, Programm-, Transformations- und Change Management beherrschen. Bei Finanzdienstleistern gibt es jedoch immer einige Besonderheiten. Deswegen ist ein Financial Services-Background wünschenswert, aber keine unbedingte Voraussetzung.

Welche Qualifikationen sollten Kandidaten mitbringen?

Young Professionals sollen bei uns in den ersten Monaten Prince 2 „Foundation“ und „Practitioner“ erwerben. Dabei handelt es sich um eine inhaltliche und methodische Erstversorgung. Darüber hinaus gibt es noch verschiedene Projekt- und Change Management-Fortbildungen. So ist beispielsweise Jon Katzenbach für PwC tätig, einer der bekanntesten Change Management-Experten. Besonders interessant ist für uns die Zertifizierung nach dem Project Management Institute (PMI). Wer bei uns als Manager oder höher einsteigt, von dem erwarten wir, dass er diese besitzt oder schnell nachholt.

Wie wichtig sind bei jüngeren Kandidaten gute Noten, Auslandsaufenthalte und Praktika?

Gute Noten sind auf jeden Fall hilfreich. Mir ist wichtig, dass Kollegen neugierig, offen für Neues und Fremdes sind, weil wir bei jedem Projekt mit unterschiedlichen Kulturen, Situationen und Personen zurechtkommen müssen, denn grössere Transformationen finden meist länderübergreifend statt. Weiter ist mir wichtig, dass Kandidaten den Willen zu gestalten mitbringen und nicht nur verwalten wollen. Grosses Engagement ist wichtig. Daher sollte der Lebenslauf keine grösseren Lücken aufweisen, die nicht erklärbar sind. Darüber hinaus müssen Transformationsmanager kritisch und konfliktfähig sein, denn viele Veränderungen lassen sich nur gegen Widerstände umsetzen. Es stellt natürlich ebenfalls einen Vorteil dar, wenn sich Kandidaten schon einmal in anderen Ländern bewegt haben und zwar möglichst über mehrere Jahre.

Wenn ich Lebensläufe von Studenten und Absolventen lese, dann bringen sie häufig ein Semester und ein Praktikum im Ausland mit, aber selten mehr…

Ich verlange da schon mehr, denn wir haben eine relativ hohe Exposure gegenüber dem Top-Management. Auch die Kunden erwarten, dass wir aufgrund unserer Erfahrung wetterfest sind und uns auf deren Führungsebene behaupten. Da erwarte ich, dass unsere Berater zumindest auf der Senior Manager- und Direktorenebene mit bis zu acht Jahren Berufserfahrung schon wetterfeste Persönlichkeiten sind, wie wir sie auch bei Strategieberatungen wie McKinsey oder BCG sehen.

Sie suchen also Kandidaten, die schon ein wenig in Richtung Strategieberatung gehen?

Ja, auch. Es kommt auf die Mischung an. Die Hälfte der Kollegen sollten Strategie- und Organisationsberatung beherrschen. Die andere Hälfte sollte aus dem klassischen Projekt- und Change Management stammen oder aber aus dem IT-Projektmanagement und grosse IT-Transformationen mitgemacht haben.

Wie sehen Ihre Wachstumspläne für das kommende Jahr aus?

PwC strebt im Advisory-Geschäft ein Wachstum von 15 bis 20 Prozent pro Jahr an. Wir als Transformations- und Change Management-Beratung wachsen mindestens ebenso stark wie der Rest von Advisory, denn wir wollen verstärkt in die grossen und internationalen Transformationsprojekte einsteigen. Überproportional wollen wir das Projekt- und Programmmanagement ausbauen.

Wie sehen die Karriereperspektiven für junge Leute in Ihrem Team aus?

Grundsätzlich hervorragend. Die Herausforderungen sind vielfältig. In der Transformationsberatung bewegen Sie sich anders als bei Finance oder Risk nicht immer in einem Thema. Es gibt eine Vielfalt von Kunden und Branchen, was extrem spannend ist. Sie stehen im Zentrum der Transformationen und verändern den Kunden zum Besseren. Man ist nicht bloss ein Rädchen, sondern bewegt wirklich etwas, was sehr befriedigend ist. Über Ihre Arbeit berichtet dann sogar die Wirtschaftspresse. Drittens bietet die Arbeit bei uns eine maximale Lernkurve und Sie entwickeln Ihre Beraterpersönlichkeit. Nicht zuletzt: Wenn das Geschäft läuft, dann gibt es natürlich auch gute Karriereperspektiven.

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