GASTBEITRAG: Wie Künstliche Intelligenz Trading-Jobs verändert

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Wer im Trading der Buy-Side arbeitet, muss sich darauf einstellen, dass Künstliche Intelligenz (KI) sein Arbeitsleben gründlich verändert. Schon heute können wir schneller auf Daten zugreifen als jemals zuvor und das Ende der Veränderungen ist längst nicht abzusehen.

Als Sell Side-Trader (Investment Banking) mit langjähriger Erfahrung auf der Buy-Side (Asset Management) denke ich, dass sich vor allem Order- und Execution-Management-Systeme gründlich verändern werden – womöglich werden sie sogar zusammengelegt. Die Menge der Daten, die diese Systeme verarbeiten, wächst exponentiell.

KI ist grossartig darin, Auffälligkeiten im Verhalten, Ausreisser und Anomalien zu finden. Wenn Sie eine Menge Trades bewältigen müssen, dann werden Sie bald KI nutzen, um vor dem Trade schwerwiegende Probleme zu identifizieren. Durch KI werden sie sich die illiquiden Enden ansehen können, womit sich eine Liste mit den entsprechenden Marktbedingungen aufstellen lässt. Die gleichen Trades können an einem anderen Tag völlig anders ausfallen. Ein Verständnis für die unterschiedlichen Arten der Trades und wie man sie durchführt ist für die Performance wichtig. Umso wichtiger wird es, seine Daten zu schützen. Die Fähigkeit, auf dem Markt anonym aufzutreten, um seinen Einfluss auf die Märkte zu verringern, wird bedeutender.

Je besser Ihre Daten werden, desto einfacher fallen Back-Testing und das Verstehen der Handelsabläufe. Real Time-Modelle erlauben es schneller in die Trades einzugreifen und Anpassungen vorzunehmen. Entsprechend werden die Trader auf der Buy-Side künftig auch Analysen der Transaktionskosten in Real Time einführen. Dadurch lässt sich die Effizienz der Trader viel besser quantifizieren und die guten Buy Side-Trader lassen sich leichter von den schlechten unterscheiden.

Dennoch wird es immer noch Bedarf an Buy Side-Tradern geben. Allerdings müssen sie mit diesen Systemen umzugehen verstehen. KI erlaubt die Identifizierung von Problemen und liefert Informationen über das wahrscheinliche Ergebnis, was ein frühzeitiges Eingreifen erlaubt. Die Buy Side-Trader der Zukunft müssen daher flexibel sein, um ihre Effizienz zu steigern. Falls ihnen das misslingt, werden sie rasch auffliegen.

Juan-Carlos Rhodes arbeitet als Trader bei einer US-Bank.

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