Digitalisierung: Bei welcher Bank Ihr Arbeitsplatz eine Zukunft hat und wo nicht

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Digitalisierung: Bei welcher Bank Ihr Arbeitsplatz eine Zukunft hat und wo nicht

Foto: Getty Images

Alle reden von Digitalisierung, doch welche Auswirkungen hat der Trend auf das tatsächliche Geschäft der Banken? Dazu hat das Beratungsunternehmen Accenture jetzt eine neue Studie vorgelegt, die Mitarbeitern zeigt, wie zukunftsfähig ihr Arbeitsplatz ist - oder eben auch nicht.

Dazu hat Accenture 160 Banken aus 21 Ländern untersucht und sie grob in drei Klassen eingeteilt hat: Die Schmetterlinge, also die Banken die wie ING in Deutschland voll auf Digitalisierung setzen; die Raupen, die digital aktiv sind und sich womöglich noch in Schmetterlinge verwandeln wie die Commerzbank, und den Rest, die trotz gegenteiliger Beteuerungen bei der Digitalisierung kaum vorankommen. Wie nicht anders zu erwarten, zählt Accenture 12 Prozent zu den Schmetterlingen, 38 Prozent zu den Raupen und 50 Prozent zum Rest.

Besonders interessant ist jedoch, wie sich die Kerngeschäftszahlen diesen drei Gruppen von 2011 bis 2021 entwickeln. So konnten die Schmetterlinge ihre Eigenkapitalrenditen von 9,9 Prozent 2017 auf 10,8 Prozent 2017 steigern. Für 2021 rechnet Accenture mit 12,3 Prozent. Dagegen blieb diese Quote bei den Raupen mit 10,2 und 10,3 Prozent gleich. Bis 2021 sollen die Raupen 11,3 Prozent erzielen. Beim Rest geht es hingegen abwärts. Dort sank die Eigenkapitalrendite von 9,5 auf 8,4 Prozent. 2012 prognostiziert Accenture für diese Gruppe eine Eigenkapitalrendite von 8,8 Prozent.

Freilich handelt es sich um eine internationale Studie. Ein Blick in die Geschäftszahlen ausgewählter deutscher Banken von 2018 zeigt ein weitaus düsteres Bild. So lag die Eigenkapitalrendite nach Steuern bei Comdirect bei 8, bei der Commerzbank bei 3,4 und bei der Deutschen Bank bei 0,4 Prozent. Unsere Analyse zeigt, dass Deutschland in der Kategorie ,digital aktiv' vertreten ist, die meisten deutschen Banken fallen jedoch in die Kategorie ,der Rest'", hiess es von Accenture auf Anfrage.

Noch interessanter ist, dass die Raupen und der Rest bei den Wachstumszahlen sogar vor den Schmetterlingen liegen. So erzielte der Rest von 2012 bis 2017 ein jährliches Ertragswachstum von 5,8 und ein Asset-Wachstum von sogar 7,1 Prozent. Bei den Raupen waren es 4,2 und 5,1 Prozent und bei den Schmetterlingen schmale 3,5 und 4,5 Prozent.

Dennoch scheinen die Raupen und der Rest auf dem falschen Weg zu sein. Denn die Schmetterlinge vermögen durch ihre konsequente Digitalisierung die jährlichen Kostensteigerungen deutlich zu begrenzen, so dass trotz der niedrigeren Wachstumsraten die Profitabilität steigt. So kletterten die Kosten bei den Schmetterlingen zwischen 2011 und 2017 lediglich um 1,6 Prozent; bei den Raupen waren es 2,9 und beim Rest 7,1 Prozent. Das Verhältnis von Ertragswachstum belief sich bei den Schmetterlingen auf den Faktor 1,2, bei den Raupen auf den Faktor 0,5 und beim Rest auf 0 Prozent. Bei der Profitabilität öffnet sich also die Schere zugunsten der Schmetterlinge immer weiter. Dagegen verringert sich die Profitabilität beim Rest zusehends und damit auch ihre Fähigkeiten, in ihre Zukunft zu investieren.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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