Deutsche Bank hat schon 900 Mitarbeiter vor die Tür gesetzt: Hoffnung fürs Aktiengeschäft

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Obgleich die Ankündigung zum Abbau von 18.000 Stellen bis 2022 keine drei Wochen alt ist, hat die Deutsche Bank schon über 900 Mitarbeiter davon informiert, „dass ihr Arbeitsverhältnis endet oder ihre Stelle entfällt“, wie es in einer Mitteilung zu den Quartalszahlen heisst.

Insgesamt sind binnen Jahresfrist fast 4600 Stellen weggefallen, wovon allerdings fast 2700 auf das Filialgeschäft entfielen. Die Deutsche Bank hat ihr Geschäft in Portugal und Polen verkauft. Dagegen erhöhte sich die Beschäftigung im Corporate and Investment Banking bislang sogar um 185 auf gut 17.000 Beschäftigte.

Unterdessen gibt es für die Mitarbeiter des Aktienhandels einen Hoffnungsschimmer. Die Verhandlungen über den Verkauf des Hedgefondsgeschäfts und der elektronischen Aktienplattform an die französische Grossbank BNP Paribas laufe „planmässig“. Nach langem Zögern hatte sich die Deutsche Bank entschlossen, sich vom defizitären Vertrieb und Handel mit Aktien und Aktienderivaten zu trennen.

Die Deutsche Bank ist zum Handeln gezwungen, denn die Ertragseinbrüche im Investment Banking nehmen zusehends dramatische Ausmasse an. So gingen die Erträge im Vertrieb und Handel mit Aktien im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast ein Drittel auf 369 Mio. Euro zurück. Im Handel mit Anleihen und Devisen verminderten sie sich um 4 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro. Bereinigt um Sondereffekte hätte es allerdings auch hier ein Minus von 11 Prozent gegeben. Während der Devisenhandel unter der geringen Volatilität an den Märkten gelitten habe, habe sich der Handel mit Unternehmensanleihen stabil entwickelt, hiess es von der Deutschen Bank.

Heftiger schmerzen dürften den Konzern die Ertragseinbrüche, die der Konzern in Geschäftsbereichen erlitt, an denen er eigentlich festhalten will. So purzelten die Erträge im Aktienemissionsgeschäft ähnlich wie im Aktienhandel um fast ein Drittel auf nur noch 75 Mio. Euro. Ohnehin herrscht in der Deutschen Bank Verunsicherung, wie es mit dem Aktienemissionsgeschäft weitergehen soll. „Viele können sich einfach nicht vorstellen, dass Equity Capital Markets ohne eigenen Aktienhandel funktioniert“, hiess es von einem Insider.

Doch auch im Anleiheemissionsgeschäft läuft es alles andere als rund. Dort gaben die Erträge um fast ein Viertel auf 241 Mio. Euro nach. Die Deutsche Bank entschuldigte dies mit geringeren Aktivitäten im Gesamtmarkt und besonders in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika. Am schlimmsten traft es allerdings das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen, wo die Erträge um 62 Prozent auf 61 Mio. Euro einstürzten.

Insgesamt generierte das Corporate and Investment Banking im ersten Halbjahr 2018 keine 6,3 Mrd. Euro – im Vorjahr waren es noch knapp 1,2 Mrd. Euro oder 18 Prozent mehr gewesen. Auch andere  Bereiche des Konzerns mussten Federn lassen: Im Filialgeschäft verminderten sich die Erträge um 4 Prozent auf 5 Mrd. Euro; lediglich im Asset Management lagen sie mit 1,1 Mrd. Euro marginal über Vorjahresniveau.

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