GASTBEITRAG: „Nach einem Sabbatical bin ich jetzt arbeitslos“

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GASTBEITRAG: „Nach einem Sabbatical bin ich jetzt arbeitslos“

Photo by Tommy Lisbin on Unsplash

Vor drei Jahren habe ich gewagt, meinen Job für eine lange Reise aufzugeben. Es schien sich um einen günstigen Zeitpunkt zu handeln, um etwas anderes auszuprobieren. Ich hatte beinahe fünf Jahre in der Branche gearbeitet und benötigte eine Pause.

Damals sah es so aus, als würde ich leicht wieder einen neuen Job finden. Obgleich ich mich nicht einmal nach einem neuen Job umgesehen hatte, erhielt ich zwischen 2014 und 2016 täglich fünf bis sechs Anrufe von Headhuntern, die verzweifelt nach jemanden mit meinen Kenntnissen in Regulierung suchten.

Ich musterte im Februar 2017 ab und erlebte eine grossartige Zeit, in der ich 14 Monate durch Europa und Asien reiste. Es hätte nicht besser laufen können. Glauben Sie ja nicht, dass der Mensch dazu geschaffen wurde, am Computer zu sitzen, und es handelte sich genau um die Auszeit, die ich gebraucht habe.

Doch nach der Reise begannen die Probleme. Ich bewarb mich auf eine Menge von Jobs in meinem bisherigen Berufsfeld, wobei ich bei Recruitern auf wenig Resonanz traf. Ich war nur zwei Jahre aus dem Beruf heraus – abgesehen von ein wenig Arbeit als Berater, dennoch hätte es kaum unterschiedlicher laufen können.

Ich weiss nicht mehr weiter. Ich lebe von meinen Ersparnissen, verdiene ein wenig Geld mit Trading und besitze einige wenige Mietwohnungen. Mittlerweile gewinne ich den Eindruck, dass ich nie wieder einen Job in den Finanzdienstleistungen finden werde. Ich empfand dies als Schock. Von der Person, die jeder einstellen wollte, wurde ich zu einem Ladenhüter, was allein an dem einen Jahr ausserhalb des Arbeitsmarktes zu liegen scheint. Das ist schon beängstigend. Man gewinnt den Eindruck, dass Headhunter zwischen mehr als 50 Lebensläufen auswählen können und ich einfach als nicht mehr in Frage kommend betrachtet werde.

Ich bin versucht, mir einen Kleinbus zuzulegen und wieder loszufahren. Über jeden Ratschlag von Lesern würde ich mich freuen.

Bei John Jones handelt es sich um ein Pseudonym.

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