Zehn Fintech-Gurus, die Banker kennen müssen

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Fintechs sind in aller Munde. Sie scheuchen die Bankenbranche auf und stellen Kaderschmieden für eine neue Generation von Finanzprofis dar, denen die Zukunft gehört. Denn selbst falls das jeweilige Fintech-Start-up untergehen sollte – was häufig vorkommt, sind die erworbenen Kenntnisse derart gefragt, dass die Karriere mühelos weitergeht.

Wir stellen zehn Persönlichkeiten aus der deutschen Fintech-Szene vor, die Finanzprofis einfach kennen müssen. Aus ihren Werdegängen kann man übrigens viel für die eigene Karriere lernen. Konkret:

Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal (N26)

Valentin Stalf und sein Kompagnon Maximilian Tayenthal stehen an der Spitze von Deutschlands wertvollstem Fintech, der App-Bank N26. Der gebürtige Wiener hat sein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Uni St. Gallen erst 2012 abgeschlossen. Wie viele seiner Kommilitonen hat er Praktika im Investment Banking und in der Strategieberatung Roland Berger gesammelt und sich dann doch für die Unternehmensgründung entschieden. In seiner Entscheidung wurde er in dem knappen Jahr bei der Berliner Tech-Schmiede Rocket Internet bestärkt.

Bei meinen Erfahrungen im Investment Banking oder der Strategieberatung habe ich gesehen, dass man zwar an vielen Projekten mitarbeitet, der eigene „Impact" aber in den ersten Jahren recht begrenzt ausfällt“, erzählte Stalf in einem Interview mit eFinancialCareers.

Tayenthal stammt ebenfalls aus Wien und hat dort Jura und BWL studiert und in Rechtswissenschaften promoviert. Anschliessend arbeitete er vier Jahre bei der Wiener Städtischen Versicherung. Seine Jurakenntnisse waren bei der N26-Gründung und der Bewerbung um eine Banklizenz von grosser Bedeutung.

Samwer-Brüder (Rocket Internet)

Die Samwer-Brüdern haben sich mit dem Aufbau des Start-up Inkubators Rocket Internet ab 2007 in Berlin einen Namen gemacht. Das Unternehmen ist für so bekannte Start-ups wie das Internetkaufhaus Zalando sowie für Bringdienste wie Delivero Hero und Hello Fresh bekannt. Obgleich Rocket Internet eher weniger in Fintechs investiert, haben die Samwer-Brüder doch mit dem Aufbau von Rocket Internet in Berlin das nötige „Ökosystem“ geschaffen, von dem andere Berliner Fintechs bis zum heutigen Tage profitieren. „Rocket Internet hat viel für den IT-Start-up-Standort Berlin geleistet“, erinnert sich N26-Mitbegründer Stalf.

Oliver Samwer gilt als treibende Kraft des Brüdertrios und hat BWL an der WHU in Vallendar bei Koblenz studiert, die als eine Kaderschmiede für Unternehmer bekannt ist. Sein Bruder Alexander studierte erst Politik, Philosophie und Wirtschaftswissenschaften (auch als PPE bekannt) in Oxford und erwarb anschliessend einen MBA der Harvard Business School. Marc Samwer wiederum stieg zunächst in die väterlichen Fussstapfen und studierte Jura in Köln.

Ramin Niroumand (Finleap)

Finleap in Berlin ist Deutschlands grösster „Company Builder“ im Fintech-Umfeld, zu dessen Portfolio u.a. elinvar, solarisbank und PairFinance gehören. Neben seinem Studium an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin hat Niroumand seine Karriere in IT-Audit und der Beratung bei Deloitte aufgebaut. Anschliessend war er 2013/14 Innovation Manager bei der Berliner Direktbank DKB, die zur BayernLB gehört, bevor er 2014 Finleap aufzog.

Frank Niehage und Benon Janos (Fintech Group Bank AG / Flatex)

Frank Niehage ist Chef der Fintech Group in Frankfurt, zu der der Online-Broker Flatex gehört. Das börsennotierte Unternehmen hat 2018 bei einem Umsatz von nur gut 125 Mio. Euro einen Gewinn vor Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von gut 42 Mio. Euro erzielt, wovon andere Fintechs nur träumen können.

Von daher verwundert es kaum, dass es verschiedene Übernahmeinteressenten gibt. Die Fintech Group beschäftigt übrigens rund 500 Leute.

Nach einem Jurastudium und vielen Jahren bei UBS und Credit Suissen brachte es Frank Niehage zum Sarasin-Deutschland-Chef. Nach einem turbulenten Abgang war Niehage gut ein Jahr als Managing Director im Investment Management von Goldman Sachs tätig, bevor er 2014 zur Fintech Group stiess.

Auch Benon Z. Janos ist ein ehemaliger Goldman(n), der immerhin fast 14 Jahre im Wertpapiergeschäft der US-Investmentbank gearbeitet hat, zuletzt als Managing Director. Janos bringt einen Diplom-Abschluss der RWTH Aachen, einen Master und einen Promotion des Massachusetts Institute of Technology mit.

Matthias Lais (Main Incubator)

Die Commerzbank hat ihren eigenen Company Builder „Main Incubator“ in Frankfurt aufgezogen. Anders als beim Berliner Konkurrenten Finleap geht es nicht darum, Unternehmen aufzubauen und meistbietend zu verkaufen, sondern innovative Lösungen zu schaffen und diese möglichst zu einem späteren Zeitpunkt in den Konzern zu integrieren.

Einer der Gründer und Geschäftsführer ist Matthias Lais. Nach einem BWL-Studium an der Uni Düsseldorf hat Lais seine Karriere bei der Commerzbank begonnen, wo er zuletzt Portfolio Manager war. Ab 2016 übernahm er die Aufgabe als Gründungsdirektors des konzerneigenen Main Incubators.

Nik Storonsky (Revolut)

Der britische N26-Konkurrent Revolut hat sich kürzlich entschlossen, ebenfalls nach Berlin zu kommen, um hier ein Technologie-Zentrum aufzubauen. Für den Fintech-Standort Berlin stellt dies natürlich eine gute Nachricht dar, da hier 80 Stellen aufgebaut werden sollen. Derzeit sind allein in Berlin 13 Stellen ausgeschrieben.

Revolut-Chef Nik Storonsky hat 2014 zusammen mit seinem Kompagnon, dem heutigen IT-Chef Vlad Yatsenko, Revolut gegründet. Nach einem Physikstudium in Moskau hat Storonsky zwei Jahre als Derivate-Trader bei Lehman Brothers und fünfeinhalb Jahre bei der Credit Suisse gearbeitet.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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