Rabenschwarzes Quartal für Deutsche Bank: Investmentbanker müssen zittern

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Rabenschwarzes Quartal für Deutsche Bank: Investmentbanker müssen zittern

Photo by Sara Kurfeß on Unsplash

­­Die Deutsche Bank beendet ein weiteres Quartal mit einem kräftigen Vorsteuerverlust von 687 Mio. Euro. Dazu haben Verluste in der Kapitalfreisetzungseinheit von knapp 1,1 Mrd. beigetragen, die massgeblich aus dem Rückzug des Konzerns aus dem Aktienhandel hervorgingen. Doch auch ohne diesen Sondereffekt lieferte die Deutsche Bank ein rabenschwarzes Quartal ab.

So purzelten die Erträge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um weitere 15 Prozent auf knapp 5,3 Mrd. Euro. Umgekehrt legten die Kosten trotz des Sparprogramms um 4 Prozent auf knapp 5,8 Mrd. Euro zu. Die Bank machte dafür Sonderbelastungen im Zuge des Konzernumbaus verantwortlich. Ohne diese hätten die Kosten mit gut 5,2 Mrd. Euro um 4 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen.

Unterdessen kommt die Bank beim Personalabbau gut voran. So wurden rund 4750 Stellen abgebaut, was sich bislang allerdings nicht in sinkenden Kosten niederschlug. Bis 2022 will die Bank ihre jährlichen Kosten von zuletzt 22,8 auf 17 Mrd. Euro senken und 18.000 Stellen abbauen.

Wie nicht anders zu erwarten schwächelte abermals die Investmentbank, wo die Erträge um 5 Prozent auf knapp 1,7 Mrd. Euro nachgaben. Im Kernsegment der Sparte, dem Handel mit Anleihen und Währungen, ging es um 8 Prozent auf gut 1,2 Mrd. Euro bergab. Das Aktienemissionsgeschäft gab um 6 Prozent auf 37 Mio. Euro nach, was angesichts des schwierigen Marktumfeldes und der Trennung vom Aktienhandel gar nicht einmal so schlecht ist.

Doch es gibt auch Lichtblicke. So generierte die Deutsche Bank im Anleiheemissionsgeschäft 321 Mio. Euro, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 14 Prozent bedeutet. Bei der Beratung bei Fusionen und Übernahmen legten die Erträge sogar um 56 Prozent auf 130 Mio. Euro zu.

Insgesamt brach der Vorsteuergewinn der Sparte gegenüber dem dritten Quartal 2018 um etwa drei Viertel auf 64 Mio. Euro ein, womit die Eigenkapitalrendite kaum über 0 Prozent liegt. Die Aufwands-Ertrags-Quote lag bei 94,8 Prozent. Für jeden Euro Ertrag musste die Bank also fast 95 Cent ausgeben. Eigentlich fällt das Bild sogar noch schlechter aus, da in diesen Zahlen die horrenden Verluste nicht enthalten sind, die sich aus der Trennung vom Aktienhandel ergeben.

Deutlich besser schneidet indes das biedere Corporate Banking ab, wo die Erträge um 6 Prozent auf gut 1,3 Mrd. Euro zulegten. Verantwortlich für diesen Erfolg war ein Ertragswachstum im Global Transaction Banking von 8 Prozent auf 978 Mio. Euro. Doch auch hier sorgen höhere Kosten im Zuge des Konzernumbaus für einen Einbruch des Vorsteuergewinns um gut ein Viertel auf 254 Mio. Euro.

Auch im Asset Management hatte die Deutsche Bank im dritten Quartal zu kämpfen. Erträge und Vorsteuergewinn purzelten um 4 Prozent auf 543 Mio. Euro und um 6 Prozent auf 105 Mio. Euro.

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