Wie die Deutsche Bank Technologie einsetzt, um Arbeitsplätze im Bankensektor abzubauen

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Wer bei der Deutschen Bank arbeitet und merkt, dass die eigenen Arbeitsprozesse auf vermehrtes Interesse bei Technik-Experten stossen, der sollte Acht geben. Die Bank hat immer noch tausende Stellen im Investmentbanking-Bereich abzubauen – und setzt hierbei vor allem auf Technologie. „80 Prozent der Einsparungen in Höhe von 1,2 Milliarden € erzielen wir durch den Einsatz von Technologie und damit einhergehende Kostensenkungen“, sagte Ram Nayak, Head des Market Business und Co-Head des Investmentbanking-Geschäfts bei der Deutschen Bank, unlängst beim „Investor Deep Dive“. In der ersten Phase der Umstrukturierung von Juli bis Oktober habe man 975 Stellen im Front Office abgebaut. In den kommenden Jahren soll nun vor allem im Middle und Back Office gekürzt werden – und dies soll durch den Einsatz von Technologie erzielt werden.

Die Bank arbeitet bereits daran, ihre Technologiearchitektur zu vereinfachen und unerwünschte Anwendungen ausser Betrieb zu nehmen. So werden laut Nayak beispielsweise im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren sämtliche Aktivitäten von der Kundeninteraktion bis zu Post-Grade-Dienstleistungen auf „drei erstklassigen intern entwickelten Plattformen“ gebündelt. Weiterhin soll die Plattform, auf der das Devisenhandelsgeschäft abgewickelt wird, auf alle festverzinslichen Anlagen ausgedehnt werden. Dadurch kann die Bank in den nächsten drei Jahren 30 Prozent der Anwendungen ausser Betrieb nehmen und die Ausgaben für Tech um 200 Millionen € senken.

Technologische Weiterentwicklungen machen einige Menschen bei der Deutschen Bank schon jetzt überflüssig. Im Zuge der Verlagerung des Ratengeschäfts auf die neue Infrastrukturplattform reduzierte die Bank die Arbeitsbelastung der betroffenen Finanzteams laut Nayak um 70 Prozent. An anderer Stelle ermöglichte ein neuer automatisierter Bewertungsprozess, dass die Zahl der Mitarbeiter im Bewertungsteam um 25 Prozent gesenkt werden konnte – und es könnten bis zu 30 Prozent werden, wenn noch einige Änderungen umgesetzt werden. Weiterhin gab Nayak an, dass man durch Automatisierung im asiatischen Kreditrisikogeschäft den „gesamten Supportbereich“, der das Kreditrisiko bei einigen derivativen Transaktionen überwacht, abbauen konnte.

Die erfolgreiche Automatisierung von verschiedenen Arbeitsplätzen im Finanzbereich steht im Zusammenhang mit der Beobachtung des vorigen CEOs, dass viele Mitarbeiter Stellen hätten, auf denen sie „im Prinzip nur am Rechenschieber sitzen“, und die leicht auch von „Robotern“ ausgeführt werden können. Doch auch diese ‚Roboter‘ müssen erst einmal gebaut werden und hier kommen die Tech-Mitarbeiter der Deutschen Bank ins Spiel. Für Verwirrung sorgte Nayak letzte Woche mit seiner Aussage, dass die Hälfte der 10.000 Investmentbank-Mitarbeiter, die laut Quartalsbericht im ‚Front Office‘ sind, auf Tech-Positionen sässen. Dies bedeutet, dass die Deutsche Bank weitaus mehr Tech-Mitarbeiter und weitaus weniger Front-Office Banker und Händler beschäftigt als bisher angenommen.

Obwohl für diese Tech-Mitarbeiter bei der Investmentbank bis 2022 Mittel in Höhe von 1,2 Milliarden € eingestellt sind, könnten auch dort einige Arbeitsplätze gefährdet sein. 300 Millionen € der Gesamtersparnisse sollen aus niedrigeren Ausgaben für Technologie selbst kommen – etwa durch die Ausserbetriebnahme von Anwendungen, oder dadurch, dass man in ‚Offshore-Kompetenzzentren‘ in Ländern wie Rumänien und Indien investiert. Das Tech-Bataillon der Deutschen Bank ist der Schlüssel zu ihrer Zukunft, könnte in drei Jahren jedoch möglicherweise etwas anders aussehen.

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