Warum lernen so wenig Leute die angesagteste Programmiersprache der Finanzwelt?

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Warum lernen so wenig Leute die angesagteste Programmiersprache der Finanzwelt?

Wer sich einen Job im Finanzwesen sichern will, sollte sich die Programmiersprachen K und Q aneignen – das haben wir schon an anderer Stelle berichtet. K und Q unterstützen das Kdb+ Datenbanksystem, das bei Banken, Hedgefonds und im Hochfrequenzhandel zunehmend verwendet wird – und dennoch gibt es nur wenige, die diese Programmiersprachen wirklich umfassend beherrschen.

Das überrascht – vor allem, wenn man bedenkt, dass die Tagessätze für Freelancer, die an Kdb+-Systemen arbeiten, nach Auskunft von Headhuntern in London bei 1.000 £ (oder 1.300 $) liegen können. Normalerweise wird eine steigende Nachfrage schnell dadurch bedient, dass auch das Angebot wächst – hier ist es anders.

„Viele Kdb+-Aufträge sind projektbezogen und sehr gut bezahlt“, sagt Olly Thompson, Recruiter im Bereich elektronische Trading-Systeme bei GQR Global Markets. „Der Grund ist, dass es einfach nicht viele Kdb+-Programmierer gibt.“

Ein erfahrener Quant-Programmierer, der bei einer US-Bank in Kdb+ arbeitet, bestätigt, dass er zu einem erlauchten Kreis gehört. „Qualifizierte Kdb+-Engineers sind schwer zu finden – und qualifizierte Kdb+-Quants gibt es sogar noch weniger.“ Der Grund sei, dass Kdb+ und die damit verbundenen Sprachen im Studium nicht gelehrt werden: „Quants lernen ihr Handwerk an der Uni, und da für Kdb+ hohe Lizenzgebühren anfallen, wird es an den Unis kaum benutzt. Erst im Job merken Quants dann, dass sie sich die Sprache aneignen müssen. Und wenn Banken einen qualifizierten Kdb+-Quant wollen, müssen sie einen nehmen, der anderswo ausgebildet wurde.“

Nick Psaris, Software-Entwickler bei der Bank of America in New York, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Beliebtheit von Kdb+ und Q zu steigern und unlängst einen Leitfaden zu Q verfasst. Psaris wollte sich auf unsere Anfrage hin nicht äussern. Ein Quant-Developer bei einer anderen Bank erklärte jedoch, es sei sinnvoll, sowohl Q als auch K zu beherrschen: „K zu können, hilft bei einem tieferen Verständnis von Q, da alle Q-Funktionen in K implementiert sind“, sagt er.

Die meisten lernen Kdb+ allerdings nicht im Selbststudium, sondern durch First Derivatives, Miteigentümer der Firma KX, die das Datenbanksystem besitzt und vertreibt. First Derivatives bietet ein zweijähriges Ausbildungsprogramm für Hochschulabsolventen an. Das Unternehmen führt auch kostenlose Kx-Einführungs-Workshops durch, die laut Chief Marketing Officer Kathy Schneider komplett überbucht sind. „Wir haben zusätzliche Tage hinzugefügt, um mit der Nachfrage nach diesen Online-Live-Sitzungen Schritt zu halten“, sagt Schneider.

Hier teilzunehmen, könnte sich lohnen – Insider sagen, dass sich die Nutzung von Kdb+ bei Banken verändert. „Je mehr Quants Kdb+ beherrschen, desto mehr wird sich der Einsatz vom reinen Datenspeicher hin zu einem leistungsstarken Analysewerkzeug entwickeln. Viele grosse Investmentbanken nutzen Kdb+ bereits auf diese Weise“, so ein Quant-Developer mit Blick auf Morgan Stanley & Co.

Gegenüber Hadoop, das Analysen auf mehrere Server verteilt, hat Kdb+ seiner Meinung nach den Vorteil, „durch die optimale Nutzung von CPU und RAM so viel Leistung wie möglich aus jedem Rechner herauszuholen“.

„Hadoop eignet sich hervorragend für alle Arten von Daten, mit Ausnahme von grossen Tick-Datenbanken“, fügt er hinzu. Da aber grosse Tick-Datenbanken genau das sind, was Banken und Fonds brauchen, dürfte Kdb+ seiner Meinung nach zunehmend zum Tool der Wahl werden. Die entsprechende Community müsse dringend wachsen.

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Photo by Adam Wilson on Unsplash

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