Deutsche Bank: Neue Top-Adresse für die besten Programmierer – zumindest nach eigener Angabe

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Deutsche Bank: Neue Top-Adresse für die besten Programmierer – zumindest nach eigener Angabe

Bei der Deutschen Bank stehen nicht nur Fixed Income Trading-Stellen hoch im Kurs, sondern auch Tech-Jobs. Nach eigenen Angaben steht die Deutsche Bank bei Programmierern sehr viel höher im Kurs als früher.

Im Rahmen des Deutsche Bank Investor Days erklärte Bernd Leukert, Head of Technology, Data and Innovation, dass sich das Bewerberfeld im Hinblick auf Tech-Jobs deutlich verbessert habe. „Seit wir unsere Partnerschaft mit Google bekannt gegeben haben, stellen wir einen Halo-Effekt bei der Qualität der eingehenden Bewerbungen fest.“

Wirklich überraschend ist dies nicht: Schon im Juli, als die Zusammenarbeit beschlossen wurde, haben wir eine solche Entwicklung prognostiziert – klar ist, dass die Arbeit an ertrags-generierenden Projekten in enger Zusammenarbeit mit Top-strategischen Prioritäts-Bereichen bei Google durchaus reizvoller ist als permanent im Flickenteppich an Legacy Systems Feuer löschen zu müssen (man erinnere sich an das Zitat der ehemaligen Deutsche-Bank-COO, die erklärt hatte, dass es der „dysfunktionalste Ort“ war, an dem sie je gearbeitet habe).

Die Zusammenarbeit mit der Google Cloud scheint der Schwerpunkt in Leukerts Team zu sein. In seinem Vortrag widmete er ihr eine eigene Folie, sprach nicht von einem Outsourcing-Deal, sondern von einer „echten Partnerschaft“. In einer kurzen Videobotschaft erklärte Rob Enslin, President bei Google Cloud, dass er in der Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank dort „Tech-Talente erlebt“ habe, die „in den besten Häusern der Welt arbeiten könnten“.

Die Deutsche Bank zielt darauf ab, gemeinsam mit Google Programmierer anzuwerben, nutzt den Marketplace und will sogar mit Startups und Fintechs kollaborieren.

Mit Blick auf das Employer Branding sieht es ganz danach aus, als versuche die Bank ihr Image bei Top-Programmierern aufzupolieren.

„Engineers“ scheint der Begriff der Stunde zu sein. Aktuell seien nur 30 Prozent seiner Mitarbeiter Software-Engineers – diesen Anteil wolle er auf 50 Prozent hochschrauben. Die Entscheidung, die Postbank-Systeme an Tata zu verkaufen und bis zu 20 Prozent der aktuell existierenden IT-Systeme in der Investmentbank stillzulegen, dürfte hierzu beitragen.

Weiterhin versucht die Deutsche Bank ihr Arbeitgeber-Profil dahingehend zu ändern, weniger auf externe Dienstleister zu setzen, weniger auszulagern und dafür mehr In-House-Expertise aufzubauen. Neben dem Software-Engineering sind nur noch in einem anderen Bereich Tech-Stellen ausgeschrieben, nämlich im Bereich Cyber-Security – die Deutsche Bank habe „jeden Tag Tausende von Cyberattacken abzuwehren“.

Leukerts Vision: Nachdem das Legacy-Chaos gelöst ist, will er ab 2023 dem Beispiel US-amerikanischer Grossbanken folgen und die IT-Ausgaben auf Innovation umlenken. Auffällig war, dass „Autobahn“, die Plattform für den Handel mit Fremdwährungen, im Rahmen des Investor Days gleich mehrfach erwähnt wurde – vielleicht hat die Deutsche Bank auch hier neue Pläne. Im Bereich Tech scheint man auf jeden Fall wieder vorne mitspielen zu wollen.

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