„Berater sind besser als Banker“

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„Berater sind besser als Banker“

Wer im Banking arbeitet, denkt vielleicht, dass er irgendwie besonders sei. Vielleicht ist das so. Aber als Consultant, der viel mit Bankern zu tun hat, kann ich sagen, dass die Leute in meiner Branche deutlich attraktivere Züge aufweisen.

Berater sind Intellektuelle und verfügen über eine hohe emotionale Intelligenz

Das Klischee, dass Banker toll verkaufen können und Berater Nerds sind, mag manchmal zutreffen – aber eben nur manchmal. Berater sind vielleicht nerdiger, eben weil sie oft extrem intellektuell sind. Die meisten Berater haben ein enorm gutes Allgemein-, aber auch Fachwissen. Als Berater passiert es einem oft, dass man mit einem Kollegen in eine Diskussion über wissenschaftliche Themen gerät, die mit der Arbeit nichts zu tun haben.

Trotz des „Nerdfaktors“ sind Berater extrem sozial und haben eine wirklich hohe Sozialkompetenz. Sie sind vielleicht etwas zurückhaltender, etwas weniger extrovertiert als Banker, doch wenn der Bedarf da ist und es etwa darum geht, einen Kunden zu gewinnen, können sie definitiv ihren Charme spielen lassen.

In der Finanzwelt bin ich im Gegensatz dazu oft Leuten begegnet, die autistische Persönlichkeitszüge hatten. Im Consulting allerdings haben wirklich alle, auf die ich stosse, ein überdurchschnittliches Level an emotionaler Intelligenz.

Banker sind langweilig, Berater inspirierend

Meiner Erfahrung nach haben Berater im Vergleich zu Bankern das interessantere Leben – zumindest bis sie ins Consulting gehen.

Ich selbst habe beispielsweise bei einem ehemaligen Unternehmer gearbeitet, der in einem europäischen Land, das nicht sein Herkunftsland ist, eine Firma aufgebaut hat. Ich habe einen Digitalnomaden kennengelernt, der mit 17 ein IT-Business gegründet hat, dann promoviert hat und um die Welt gereist ist. Sein IT-Business hat er parallel dazu weiter betrieben – unter anderem drei Jahre lang von Thailand, Costa Rica und Bali aus. Ich hatte einen Kollegen, der 1998 „FAANG“-Aktien gekauft hat, diese 20 Jahre gehalten und dann für das knapp 50-fache verkauft hat.

Banker hingegen scheinen sehr viel eintönigere Hintergründe zu haben. Auch wenn beide Berufe sogenannte „unsichere Streber“ anziehen, sind die Leute im Banking sehr viel langweiliger.

Berater kommen von Top-Unis, haben aber vielseitigere Hintergründe

Wie Banker haben sogar bei den MBBs (McKinsey & Co, Bain und Boston Consulting Group) die meisten Consultants an Top-Unis studiert. Genau wie Banker waren sie an der Uni immer die Streber. Und genau wie Banker haben Berater immer zu den oberen 10 Prozent gehört, ob in der Mittelstufe, Oberstufe oder an der Uni.

Berater allerdings neigen dazu, vor dem Abschluss des Studiums bzw. dem Eintritt ins Berufsleben noch etwas anderes zu machen (und daher interessantere Dinge erlebt zu haben). Im Banking sind die interessantesten Karrierewege die von Leuten, die in einer Tier-2 oder Tier-3 Bank anfangen und sich dann in eine Tier-1 oder Tier-2 Bank hocharbeiten.

Das Consulting zieht Leute mit vielseitigeren Hintergründen an. Ich habe beispielsweise in meinem ersten Projekt mit einem Arzt, einem ehemaligen Biochemie-Forscher, einem Ingenieur und einem Juristen zusammengearbeitet.

In der Beratung ist das ultimative Statussymbol nicht Geld. Es geht darum, smart zu sein.

Viele Consultants bei MBB-Unternehmen kommen aus einem gut betuchten Elternhaus. Ich habe etwa mit dem Sohn eines bekannten Politikers, der Tochter einer Juristen-Familie und dem Nachwuchs eines führenden plastischen Chirurgen zusammengearbeitet. Das Banking hingegen ist eher ein Sammelbecken für Leute aus der Mittelklasse, die sich selbst beweisen wollen, dass sie richtig Geld machen können.

Ich kenne Associates im Banking, die mit einem 60.000-$-schweren Porsche Cayman S zur Arbeit kommen und eine Rolex tragen. MBB Berater neigen dazu, weniger materiell orientiert zu sein – das gilt vor allem für die Einstiegs-Level. Gleichzeitig kenne ich viele Berater, die gar kein Auto besitzen und sich stattdessen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, per Car-Sharing oder Taxi fortbewegen.

Consultants sind nicht davon getrieben, Geld zu brauchen. Sie sind erhabener. Sie geniessen es, Anerkennung für ausserordentliche Leistung zu bekommen, sie geniessen den Status, den ein Job bei einer weltweit führenden Beratungsgesellschaft mit sich bringt, und sie geniessen es, als Elite begehrt und bekannt zu sein. Sie setzen nicht auf PS; sondern auf „intellektuelle Pferdestärken“.

Berater sind die besseren Menschen.

MBBGamePlan.com ist ein Blog und Recruitment-Portal und hilft Studierenden und Berufseinsteigern dabei, ihren Traumjob im Consulting zu finden.

Photo by Adeolu Eletu on Unsplash

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