Als Tech-Mitarbeiterin bei einer Bank weiblich und attraktiv zu sein ist ein Albtraum

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Als Tech-Mitarbeiterin bei einer Bank weiblich und attraktiv zu sein ist ein Albtraum

Ich bin Software-Entwicklerin bei einer Investmentbank. Seit meinem Uni-Abschluss vor fünf Jahren habe ich durchgehend in der Finanzwelt gearbeitet und habe auch nicht vor, die Branche zu wechseln. Und dennoch: Es gibt einige üblen Praktiken, unter denen ich leide und die sich ändern müssen.

Ich bin eine attraktive Frau. Ich weiss – man sagt das nicht, aber ich will keine falsche Bescheidenheit an den Tag legen. Ich komme bei Männern gut an. Und weil ich bei grossen Banken arbeite, ist das ein echtes Problem.

Das Banking ist eine sehr männliche Welt und ich erlebe, dass es Männer einschüchtert, wenn es in ihrem Team eine Frau gibt, zu der sie sich hingezogen fühlen. Ich lege es nicht drauf an: Ich ziehe mich nicht aufreizend an, aber ich bin „hübsch“ und damit kommen sie nicht klar. Ich scheine sie durcheinander zu bringen und sie fangen an, mit mir zu flirten. Wenn ich darauf nicht eingehe, fangen sie an, mich zu mobben und herablassend zu behandeln. Es stört sie, wenn sie mitbekommen, wie ich mich mit anderen Männern unterhalte, selbst wenn es um Arbeitsthemen geht. Vor der Pandemie gab es einige, die keine Meetings mit mir machen wollten, weil sie nicht in einem Raum mit mir allein sein wollten.

Ich weiss, dass das weit hergeholt klingt, aber für meine Karriere hat das gravierende Folgen. Mir wurde nachgesagt, ich hätte Affären mit Managern. Ich habe Vorgesetzte gegen mich aufgebracht, weil deren eigene Chefs mich scheinbar ohne Grund bevorzugt haben. Es ist mir passiert, dass männliche Chefs sich geweigert haben, mir Referenzen zu geben. Oder dass sie mir schlechte Referenzen gegeben haben, nachdem ich nicht auf ihre Annäherungsversuche eingegangen bin.

Ich muss daraus den Schluss ziehen, dass Männer keine attraktiven Frauen um sich haben wollen. Der Verstand setzt aus und sie wollen von Frauen Bestätigung erhalten. Wenn sie die nicht bekommen, werden sie kleinlich und nachtragend, verbreiten Gerüchte und versuchen, die Kontrolle zurückzuerlangen und die Leistung der Frau von ihrem eigenen Gutdünken abhängig zu machen.

Ich sage nicht, dass es mit Frauen einfacher ist. Frauen können genauso nachtragend sein, wenn sie eifersüchtig sind – im Banking allerdings sind Männer in der Überzahl und die oben beschriebenen Dynamiken lassen sich nicht leugnen. Ich habe gemerkt, dass es am besten ist, den Kopf einzuziehen und herausragende Arbeit abzuliefern – und möglichst einen Chef zu haben, der glücklich verheiratet ist.

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