Junge Goldman-Sachs-Mitarbeiter in Frankfurt kündigen

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Junge Goldman-Sachs-Mitarbeiter in Frankfurt kündigen

Goldman Sachs baut sein Geschäft in Festland-Europa weiter aus, die Zahl der Nachwuchsbanker steigt sowohl in Frankfurt als auch in Paris – doch diese zu halten, scheint für die Bank schwierig zu sein.

Insider bei Goldman Sachs in Frankfurt berichten, dass allein diesen Monat sechs Analysten und Associates im deutschen Team ihre Kündigung eingereicht haben. Der Hauptgrund: Die schlechte Work-Life-Balance. Das Unternehmen hat wohl damit begonnen, informelle Gespräche zu führen, um mehr über die Beweggründe für die Kündigungen zu erfahren.

Goldman Sachs wollte sich zu den Vorgängen nicht äussern. Financial News hatte gestern berichtet, dass das Unternehmen Fitness-Kurse über Zoom anbietet, um den Mitarbeitern die Zeit im Lockdown zu erleichtern, und dass Managing Directors über Zoom eine Art „offene Sprechstunde“ anbieten, um neue Mitarbeitern beim Ankommen zu unterstützen. Zudem gibt es Goldman Sachs Meditationsangebote, die auch der Öffentlichkeit zugänglich sind. 

Mit diesen Angeboten haben die jüngsten Entwicklungen allerdings nichts zu tun – Grund für die Kündigungen ist anscheinend vielmehr die hohe Arbeitsbelastung, die von einem kleinen Kreis an Vice Presidents und Managing Directors des Unternehmens eingefordert wird.

Banker in London und New York haben schon immer über lange Arbeitszeiten geklagt – jetzt gibt es Anzeichen dafür, dass es in Europa genauso ist, wenn nicht sogar noch schlimmer. „Ich arbeite 70 bis 90 Stunden pro Woche“, sagte uns ein Nachwuchsbanker bei einer europäischen Bank in Frankfurt 2016. Im selben Jahr musste im Frankfurter Goldman-Sachs-Büro ein Notarzt gerufen werden, nachdem ein junger Mitarbeiter um 2.30 Uhr morgens zusammengebrochen war.

Wie überall könnte der Grund für die Kündigungen nicht allein die Aussicht auf weniger Überstunden sein. Viele Nachwuchskräfte in Frankfurt versuchen, ins Private Equity nach München zu wechseln. Die Aussicht, mit dem frisch eingegangenen Bonus nun nach Bayern zu ziehen, könnte also ein weiterer Grund für die Kündigungen sein. Dass diese sich um diese Zeit des Jahres ballen, ist nicht ungewöhnlich.

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