Big Four-Consultants machen mobil gegen frühmorgendliche Meetings

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Big Four-Consultants machen mobil gegen frühmorgendliche Meetings

Was ist eine vertretbare Uhrzeit für das erste Meeting des Tages? Fragt man jemanden auf dem Trading Floor, lautet die Antwort vermutlich, dass auch vor 7 Uhr ok ist. Leute im Sales und Trading sind üblicherweise um 6.30 Uhr im Büro und haben ihr erstes Meeting dann um 7.30 Uhr. Fragt man junge Investmentbanker, die am Tag vorher bis in die Nacht hinein gearbeitet haben, lautet die Antwort wohl eher 8.30 Uhr. Fragt man allerdings Consultants bei Big Four-Unternehmen, gibt es Uneinigkeit darüber, was eine akzeptable Uhrzeit für den ersten Zoom-Call ist.

Die Frage ist wichtig: Eine Führungskraft bei Deloitte U.K. musste nun ihren Hut nehmen, nachdem es einen Aufschrei gab, der auch damit zu tun hatte, dass sie Meetings sowohl „vor dem Morgengrauen als auch spät in der Nacht“ angesetzt hatte. Die 49-jährige Dimple Agarwal gab letzte Woche ihre Funktionen als stellvertretende Chief Executive bei Deloitte U.K. und als „Head of People and Purpose“ auf. Berichten zufolge habe Agarwal von Mitarbeitern enorm lange Arbeitstage erwartet. Ihr Ton in E-Mails und bei Anrufen wird als „aggressiv“ beschrieben.

Es ist unklar, auf welchem Weg Agarwals Erwartungen an die Öffentlichkeit gelangten. Nach ihrem Rücktritt wandte sich Richard Houston, Chief Executive von Deloitte UK mit einer E-Mail an die Mitarbeiter, in der er schreibt: „Ich setze mich sehr dafür ein, dass jede und jeder in unserem Unternehmen mit Respekt behandelt wird. Verhaltensweisen oder Handlungen, die mit unseren globalen gemeinsamen Werten nicht im Einklang stehen, werde ich nicht dulden.“

Deloitte ist nicht das einzige Big Four-Unternehmen, das Scherereien mit seinem Senior Management hat. So musste erst vor wenigen Wochen etwa Bill Michael, Head of KPMG U.K., seinen Hut nehmen, nachdem er Mitarbeitern gegenüber geäussert hatte, sie sollten „mit dem Jammern über ihre Arbeitsbedingungen aufhören“. Bei EY stand ein Manager des Assurance-Teams in Hongkong in der Kritik, weil er im Januar eine E-Mail verschickt hatte, in der er schrieb, dass es zu Stosszeiten normal sei, von 9.30 Uhr bis 23.30 Uhr zu arbeiten, und dass die Mitarbeiter auch bereit sein sollten, am Wochenende einen Tag zu arbeiten.

Während die Mitarbeiter von Big Four-Unternehmen gegen lange Arbeitszeiten mobil machen, dürften Junior-Banker wohl von ähnlichem träumen – vor allem, weil viele von ihnen aktuell mehr als je zuvor zu arbeiten scheinen. Banking und Consulting sind allerdings leider zwei paar Schuhe: Der Vice President bei PJT Partners, der letztes Jahr in die Schlagzeilen geriet mit einer E-Mail, in der er jungen Mitarbeitern vorwirft, nachts um 3 Uhr nicht vor dem Rechner zu sein, sitzt nach wie vor auf seiner Stelle.

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