Katzenjammer bei der Credit Suisse, während die Deutsche Bank massiv Stellen schafft

eFC logo
Katzenjammer bei der Credit Suisse, während die Deutsche Bank massiv Stellen schafft

Ende letzten Jahres haben wir festgestellt, dass Credit Suisse und Deutsche Bank offenbar um das gleiche Personal konkurrieren. Beide erklären, dass sie M&A-Banker in Branchen wie Tech und Health Care suchen. Beide legen Wert auf ESG (Environmental, Social, and Corporate Governance) und beide wollen sich im Bereich des elektronischen Trading besser aufstellen.

Vier Monate sind seitdem vergangen und schaut man, welche Bank in Sachen Recruiting am besten aufgestellt ist, wird klar: Die Credit Suisse ist es nicht.

Wenn Christian Meissner im Mai seinen neuen Job als Head der Credit-Suisse-Investmentbank antritt, übernimmt er ein Team, dem im letzten Jahr die Boni gekürzt wurden und in dem gemunkelt wird, dass auch die Boni für 2021 mau ausfallen dürften – bedingt durch den Verlust von 4,7 Milliarden Dollar (4,4 Milliarden Franken) im Zusammenhang mit Archegos Capital. In seinem neusten Trading Update erklärt die Credit Suisse, dass die Belastung von 4,4 Mrd. CHF „die ansonsten sehr gute Performance unseres Investmentbanking-Geschäfts“ im ersten Quartal aufzehren werde. Dies scheint eine Untertreibung zu sein: Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Investmentbank der Credit Suisse einen Gewinn von 1,7 Mrd. CHF vor Steuern, die Einnahmen lagen bei 9 Mrd. CHF. Die Belastung von 4,4 Mrd. CHF könnte die Vorsteuergewinne der Credit Suisse-Investmentbank für ganze zwei Jahre aufzehren.

Unter diesen Umständen könnte jeder, der bei der Credit Suisse auf dem Senior-Level einsteigt, geneigt sein, sich einen garantierten Bonus auszuhandeln (soweit dies in Europa noch möglich ist), bevor er den Vertrag unterschreibt. Um die Belegschaft bei Laune zu halten, könnte Meissner möglicherweise die Corona-Sonderzahlungen der Credit Suisse auch auf Junior-Banker weiter oben in der Nahrungskette bzw. den gesamten Trading Floor ausweiten.

Bei der Deutschen Bank gestaltet sich die Lage ganz anders. Mit Fabrizio Campelli steht ein neuer Mann an der Spitze der Deutsche Bank-Investmentbank – bislang war die Aufgabe von CEO Christian Sewing ausgeführt worden. Allerdings scheint Campellis neuer Posten weitaus behaglicher als der von Meissner: Die Deutsche Bank hat Neuland betreten, 2020 sehr grosszügige Boni gezahlt und ist damit bestens gerüstet, neue Leute anzuwerben. Und mit diesem Pfund wird auch gewuchert.

In den letzten sechs Monaten hat die Deutsche Bank eine ganze Reihe an neuen Directors und Managing Directors (MDs) angeworben, die fast alle von anderen Banken kommen und die in Kürze ihre Arbeit aufnehmen. Zu ihnen gehören Guy Winkworth und Richard Blacker, die von Morgan Stanley kommen und am Makro-Desk in London einsteigen, Esra Turk von Barclays als Chairman für den Nahen Osten und Afrika, Sebastian Pearce von JP Morgan als Head of European high yield trading, Luis de Diego Yenes als High-Yield-Stratege auf VP-Ebene (er kommt von Citi), Mark Garcia von Citi als MD im Technologie-Investmentbanking in den USA sowie Chris Leonard von Barclays als Head of U.S. Rates Sales and Trading.

Wer hat, dem wird gegeben: Erfolg führt zu hohen Gehältern, was wiederum das Anwerben von hochkarätigen Leuten ermöglicht, was wiederum zu noch mehr Erfolg führt.

Meissner hatte zwischen seinem Weggang bei Bank of America im September 2018 und seinem (kurzen) Zwischenspiel bei Julius Bär im Jahr 2020 jede Menge Zeit zum Auftanken. Während er sich auf seine neue Aufgabe bei der Credit Suisse vorbereitet, übernimmt Campelli das Ruder im Deutsche-Bank-Investmentbanking zu einem historisch günstigen Zeitpunkt. Campelli geniesst Beinfreiheit – anders Meissner: Wenn die Credit Suisse weiterhin keine Boni zahlen kann, wird er seinen ganzen Charme aufbringen müssen, um sein Team bei der Stange zu halten.

Have a confidential story, tip, or comment you’d like to share? Contact: sbutcher@efinancialcareers.com in the first instance. Whatsapp/Signal/Telegram also available. Bear with us if you leave a comment at the bottom of this article: all our comments are moderated by human beings. Sometimes these humans might be asleep, or away from their desks, so it may take a while for your comment to appear. Eventually it will – unless it’s offensive or libelous (in which case it won’t.)

Ähnliche Artikel

Beliebte Berufsfelder

Loading...

Jobs suchen

Artikel suchen

Close