Wie Lazard und Rothschild & Co. die Arbeitszeiten von Jung-Bankern eingrenzen

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Wie Lazard und Rothschild & Co. die Arbeitszeiten von Jung-Bankern eingrenzen

Grosse Banken sind aktuell eifrig dabei, die Arbeitszeiten von jungen Mitarbeitenden zu drosseln oder deren Gehälter zu erhöhen – doch wie reagieren die zwei beratungsorientierten Investmentbanken, die für ihre langen Arbeitszeiten bekannt sind? Als Spezialisten für M&A und Restrukturierung sollten sich Lazard und Rothschild doch eigentlich auch damit auskennen, wie man junge M&A-Banker bei Laune hält.

Das war allerdings nicht immer der Fall. In den Glassdoor-Bewertungen der beiden Banken wird regelmässig über lange Arbeitszeiten geklagt. In einem Arbeitsstunden-Ranking des Webforums Wall Street Oasis stehen die beiden Häuser noch vor Branchengrössen wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und Credit Suisse. Noch mehr geschuftet wird nur bei Boutiquen wie Moelis & Co.

Moelis will Jung-Banker durch eine Gehaltsaufstockung von 10.000 $ und durch einen Essenszuschuss von 60 $ am Wochenende dabei unterstützen, die zusätzliche Arbeit während der Pandemie zu bewältigen. Bei Lazard und Rothschild soll das Arbeitspensum durch bestehende Richtlinien in Schach gehalten werden.

Ein Unternehmenssprecher von Rothschild sagt, dass die Bank eine Regel habe, wonach freie Wochenenden verbindlich sind, um „den Kollegen die Möglichkeit zu geben, planen zu können ohne Angst zu haben, dass sich dies in letzter Minute ändert und sie doch arbeiten müssen“. In Frankreich beispielsweise gilt, dass unter der Woche ab 20 Uhr und am Wochenende nicht gearbeitet wird.

Bei Lazard soll es abends einen klaren Schlusspunkt geben (von Praktikanten wird zum Beispiel erwartet, dass sie um 20 Uhr Feierabend machen) und das Büro in Frankreich ist wohl an Wochenenden zu (dass natürlich trotzdem von zuhause aus gearbeitet werden kann, steht wohl auf einem anderen Blatt). Wie Goldman Sachs hat auch Lazard dafür gesorgt, dass Junior-Mitarbeiter an langen Wochenenden wie Ostern komplett frei haben.

Bislang gibt es bei beiden Banken keine zusätzliche Vergütung. In Zeiten, wo Banken zunehmend darum konkurrieren, dass junge Mitarbeitende glücklich sind, könnte sich das ändern. Sowohl Lazard als auch Rothschild stehen im Ruf, schlechter zu bezahlen als grössere Konkurrenten. Wenn grosse Banken die Gehälter nach oben schrauben, müssen sie wohl nachziehen. Für den Moment wird mit anderen Vergünstigungen geworben: Bei Lazard werden jungen Mitarbeitern im Home Office die IT-Ausstattung und Essensbestellungen bezahlt, Rothschild hat sogenannte „Homeworking kits“ verteilt.

Wirklich deutlich zeigt die Pandemie allerdings daran, dass Lazard jede Menge neue Leute einstellt. Die Bank ist in Sorge über die Arbeitslast von Junior-Mitarbeitenden und hat daher auf allen Ebenen Personal eingestellt: In Paris kamen letztes Jahr 15 neu hinzu (was die Belegschaft auf 150 erhöhte), in London waren es 10 Neue – dort arbeiten damit jetzt 175 Mitarbeiter. Um den Druck auf die Junior-Banker in Paris zu mindern, wurden auch im laufenden Jahr schon über 20 Analysten neu eingestellt.

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