Ehemalige Credit-Suisse-Trader sind mit Mitte 30 Krypto-Milliardäre

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Ehemalige Credit-Suisse-Trader sind mit Mitte 30 Krypto-Milliardäre

In der Welt des Krypto-Investments wirken manche Geschichten ein wenig zu schön, um wahr zu sein. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich allerdings manchmal, dass sie sogar noch viel erstaunlicher sind, als anfangs gedacht. Ein Beispiel sind Kyle Davies und Su Zhu von Three Arrows Capital. In einem neuen Artikel ist zu lesen, dass die ehemaligen Credit Suisse Trader sich schon seit der High School kennen und einen Hegdefonds gegründet haben, der mittlerweile Krypto-Assets im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar besitzt. Gemunkelt wird, dass ein sehr beträchtlicher Anteil der Assets im Fonds ihre eigenen sind (was die Gründer selbst weder bestätigt noch dementiert haben).

Auf Fotos sehen die beiden unglaublich jung aus – man fühlt sich erinnert an das Banking-Märchen um Mike Novogratz, den erfahrenen Börsianer, der irgendwann eine Gelegenheit erkennt und ein Vermögen macht. Tatsächlich ist das Ganze aber ungewöhnlicher. Laut LinkedIn war Kyle Davies als Trader bei Credit Suisse und hat dort knapp drei Jahre verbracht, von 2009 bis 2012. Su Zhu hingegen war zwei Jahre beim ETF-Spezialisten „Flow Traders“ und neun Monate bei der Deutschen Bank (laut seinem Twitter-Account war er 2007 Praktikant bei Credit Suisse in Tokio, hat dort also möglicherweise auch kurz gearbeitet). Die beiden Männer sind mittlerweile 34 Jahre alt, wären 2008 also 21 gewesen – für sehr viel mehr berufliche Stationen als die genannten dürfte es also kaum Zeit gegeben haben.

Mit anderen Worten: Beide Three Arrows-Chefs haben ein Analysten-Programm durchlaufen und dann dem Investmentbanking den Rücken gekehrt, sie haben an Trade-Desks gearbeitet, haben dort aber wahrscheinlich Risiken verantwortet, deren Wert im Bereich von zwölf Tassen Cappuccino lag. Andererseits lässt sich der Hedgefonds, den sie 2012 gegründet haben (im Alter von 25) kontinuierlich im Internet nachverfolgen und wird beispielsweise in einem Artikel von 2014 als ein „Emerging-Markets-Spezialist“ mit 24 Beschäftigten betitelt. Einen Fonds dieser Grösse fast ein Jahrzehnt lang aufrechtzuhalten, ist ein grosser Verdienst – den Stil so galant so drehen, sogar noch mehr.

Adleraugen mögen entdeckt haben, dass es sich bei der „High School“, auf der sich die Three-Arrows-Gründer kennengelernt haben, um die „Phillips Academy“ handelt, ein Elite-Internat in den USA. Es darf vermutet werden, das seiner oder beide von ihnen aus sehr reichen Verhältnissen stammt – dies zu überprüfen, ist schwierig, weil beide Nachnamen haben, die sehr häufig sind. Wenn dem so ist, so könnte der Grossteil der Investitionen möglicherweise aus Familienbesitz kommen, was die Geschichte wiederum etwas nachvollziehbarer machen würde. Sollte dies nicht der Fall sein, so bleibt es ein Rätsel, wie zwei 25-jährige mit wenigen Jahren Berufserfahrung auf Verkäufer-Seite es geschafft haben, einen Fonds zu gründen, der genug abwirft, um Betriebskosten auf diesem Level zu decken.

Davies und Zhu lehnen es dem Vernehmen nach ab, über ihr Vermögen zu sprechen und raten auf Social Media anderen Krypto-Milliardären, es auch so zu halten, äussern sich aber gern in PodcastsInterviews und auf Konferenzen über ihre bevorzugten Trades und Assets. Wie reich sie auch immer gewesen sind – seit Anfang der Woche dürfte sich das etwas geändert haben, und doch stehen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit finanziell besser da als alle, mit denen sie 2007 Praktikum bei der Credit Suisse gemacht haben. Wenn er, so Su Zhu, bei der Credit Suisse Aktienoptionen im Wert von 70 $ genommen hätte, wäre er damit schlechter gefahren als mit Bitcoin.

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