Praktikantin, die 2020 bei UBS war, erklärt, warum sie ein Übernahmeangebot ausgeschlagen hat

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Praktikantin, die 2020 bei UBS war, erklärt, warum sie ein Übernahmeangebot ausgeschlagen hat

Wer diesen Sommer Praktikum in einer Investmentbank macht, hat vermutlich die Hoffnung, dort nach dem Uniabschluss fest einsteigen zu können. Eine Praktikantin, die 2020 bei der UBS war, erklärt warum sie den „heiligen Gral“ ausgeschlagen hat und sich stattdessen für ein StartUp entschieden hat.

In einem YouTube-Video, das Anfang des Monats veröffentlicht wurde, erzählt die 21-jährige Ahana Banerjee, dass Einstiegsstellen im Banking zwar einiges zu bieten hätten, sie sich aber dennoch dafür entschieden hat, sich ihrem eigenen Start-up zu widmen.

Banerjee hat letztes Jahr ihr Physikstudium am Imperial College in London beendet und Praktikum in Investmentbanking bei UBS gemacht. Seither hat sie gleich zwei StartUps gegründet: Clear, eine App, in der Erfahrungen mit Hautpflegeprodukten geteilt werden können, und Quill, eine Automatisierungssoftware, mit der Erkenntnisse aus Meetings transkribiert und kuratiert werden.

Eine Bankenkarriere hat, so Banerjee, viele Vorteile: Es gibt einen klaren Karriereweg, man wird gut bezahlt, gehört einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten an, wird Experte im Multitasking, hat grosse Namen im Lebenslauf stehen und kann sich Resilienz aneignen. „Die Arbeitszeiten im Banking können knallhart sein“, sagt Banerjee. „Und trotzdem wird erwartet, dass man auf einem sehr hohen Niveau arbeitet und jedes Detail im Blick behält – egal, wie erschöpft man ist“ – und das könne eine gute Sache sein.

All diese Vorteile werden allerdings von drei grossen Nachteilen aufgewogen. „Von aussen wirkt das Banking schillernd und glamourös“, so Banerjee, doch wenn man hinter die Fassade schaue, sei das nicht immer der Fall. Erstens gäbe es nicht viel Unabhängigkeit. „Man wird sehr, sehr gut darin, zu liefern, hat aber in den Projekten, in denen man arbeitet, kaum Mitsprache und darf kaum Geschäftsentscheidungen treffen.“ Zweitens warnt Banerjee vor der schlechten Work-Life-Balance: „Oft muss man viele Überstunden machen, hat aber mit eher niederen Aufgaben zu tun.“ Dies würde dann – drittens – dazu führen, dass die Erfüllung fehle. „Es ist nicht unüblich, dass junge Banker von ihrer Arbeit nicht erfüllt werden“, so Banerjee.

Banerjee räumt ein, dass sie eine Reihe von Argumenten dafür hatte, das Angebot von UBS auszuschlagen. Ihre Lebenshaltungskosten sind nicht hoch (vielleicht wohnt sie noch bei ihren Eltern), sie hat auf ihrem Lebenslauf bereits einiges vorzuweisen und könnte – wenn sie wollte – auch später noch ins Banking einsteigen. Zudem habe sie während ihrer Praktika einiges auf die hohe Kante legen können.

Ein eigenes StartUp zu betreiben könne oft „mental belastend sein“, berichtet Banerjee. Gleichzeitig sei es aber auch „enorm erfüllend“.

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