Barclays und Deutsche Bank kürzen trotz Gewinnsteigerungen bei Vergütung

eFC logo
Barclays und Deutsche Bank kürzen trotz Gewinnsteigerungen bei Vergütung

Wer bei Barclays oder der Deutschen Bank Aktien hat, kann den Investmentbankern und Tradern dankbar sein, die sich im ersten Halbjahr 2021 ins Zeug gelegt haben. Die Gewinne im Investmentbanking und Marktgeschäft sind bei beiden Banken deutlich gestiegen. Wer allerdings zu den Beschäftigten gehört, die diese Gewinne erarbeitet haben, hat weniger Grund zur Freude.

Beide Banken haben nun ihre Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr vorgelegt. Bei Barclays legten die Gewinne in der Corporate- und Investmentbank im Vergleich zum Q2 2020 um 51 Prozent zu, im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 sogar um 53 Prozent. Die Investmentbank der Deutschen Bank verzeichnet Gewinne, die zwar nur 7 Prozent höher liegen als im zweiten Quartal 2020, aber im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 um 57 Prozent gestiegen sind.

Da allerdings beide Banken auf die Kosten achten, gibt es wenig Anzeichen dafür, dass die Gewinne auch bei den Mitarbeitenden ankommen, wie etwa bei Goldman Sachs zu beobachten. Tatsächlich stiegen die Ausgaben für Vergütung im Investmentbanking der Deutschen Bank im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um lediglich 2 Prozent (und zwar obwohl die Deutsche Bank ihr Kostensenkungs-Ziel aufgegeben hat). Barclays macht keine Angaben zu den Ausgaben für Vergütung, die Betriebskosten im Investmentbanking sind allerdings in den ersten sechs Monaten 2021 um 4 Prozent gesunken, was nicht gerade eine Welle der Grosszügigkeit gegenüber den Beschäftigten vermuten lässt.

Da die Kosten unter dem Zielwert liegen, hätten es sich beide Banken durchaus leisten können, die Gehälter anzuheben – wenn sie denn gewollt hätten. Bei der Deutschen Bank wird eine Kosten-Ertrags-Relation von 70 Prozent für die Gesamtbank angestrebt, in der Investmentbank lag diese im ersten Halbjahr bei 53,7 Prozent. Barclays strebt in allen Geschäftsbereichen eine Kostenquote von 60 Prozent an, im Investmentbanking lag diese im selben Zeitraum bei nur 57 Prozent (im Vorjahr hatte sie sogar nur 51 Prozent betragen). Dieser Spielraum hätte in höhere Gehälter umgewandelt werden können, wurde aber nicht genutzt. Bei Barclays erklärte CFO Tushar Morzaria, dass man das Geld spare, um sich auf Wachstumsbereiche wie das Transaktionsgeschäft und einige Bereiche der Investmentbank zu konzentrieren. CEO Jes Staley sagte, die Bank investiere in „sektorales Know-how“ in den Bereichen Gesundheitswesen, Technologie und Nachhaltigkeit.

Trotz der offenkundig mangelnden Bereitschaft, die Vergütung für die Beschäftigten anzuheben, gibt es sowohl bei Barclays als auch bei der Deutschen Bank Bereiche, die überdurchschnittlich gut abgeschnitten haben. Bei der Deutschen Bank trugen die Kredithändler dazu bei, dass die Erträge im zweiten Quartal weniger stark zurückgingen als im Durchschnitt und im ersten Halbjahr sogar zulegten. Bei Barclays verzeichneten die Aktientrader und -verkäufer ihr bisher bestes zweites Quartal – Wachstumstreiber waren Derivate und Finanzierungen. Die M&A- und Equity-Capital-Markets-(ECM)-Banker schnitten bei beiden Banken nicht schlecht ab, auch wenn die ECM-Banker der Deutschen Bank im zweiten Quartal leicht an Kraft einbüssten.

Beide Banken haben noch Gelegenheit, in der zweiten Jahreshälfte grössere Gehaltserhöhungen vorzunehmen. Barclays-CEO Jes Staley erklärte dass die Bonusrückstellungen der Rentabilität entsprechen, was darauf schliessen lässt, dass sie steigen könnten. Ob dies der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. Für den Moment sorgen die Banker und Trader bei beiden Banken dafür, die Aktionäre bei Laune zu halten.

Have a confidential story, tip, or comment you’d like to share? Contact: sbutcher@efinancialcareers.com

Bear with us if you leave a comment at the bottom of this article: all our comments are moderated by actual human beings. Sometimes these humans might be asleep, or away from their desks, so it may take a while for your comment to appear. Eventually it will – unless it’s offensive or libelous (in which case it won’t.)

Beliebte Berufsfelder

Loading...

Jobs suchen

Artikel suchen

Close
Loading...