CFA Charterholder erreicht den optimalen Lifestyle

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CFA Charterholder erreicht den optimalen Lifestyle

Wer sich fragt, ob es sich wirklich lohnt, den mühsamen Weg zum CFA Charterholder auf sich zu nehmen, der könnte sich bei Paul Grice, Charterholder seit 1998, neue Motivation fürs Lernen auf die immer schwieriger werdenden Prüfungen holen.

Der 56-jährige Grice hat einen Lifestyle erreicht, der zeigt, dass die 900 Stunden CFA-Prüfungsvorbereitung sich lohnen.

Grice war bis letztes Jahr Chief Investment Officer bei einem in London ansässigen Fonds und lebt jetzt in England auf dem Land, und zwar in seinem Gutshaus aus dem 16. Jahrhundert im Wert von 2,7 Millionen Pfund (3,7 Mio. US-Dollar).

Befreit von den Zwängen eines Vollzeitjobs erzählt Grice, dass er mittlerweile erst am späten Vormittag aufstehe. „Ich stehe gegen 10 Uhr auf, trinke Kaffee, lese Nachrichten und frühstücke dann gegen Mittag.“ Den Rest des Tages verbringe er meist mit Aufgaben, die rund um das Gutshaus anfallen. „Das kann bedeuten, dass ich einem umgestürzten Baum mit der Kettensäge zuleibe rücke, ein undichtes Dach in einem der Nebengebäude repariere oder auf dem Rasenmäher herumfahre. Danach kommt dann ein langer Spaziergang mit dem Hund über die Felder. Wenn es in Strömen regnet, bin ich im Studio und spiele Gitarre.“

Obwohl er sich selbst als Privatanleger bezeichnet, verwendet Grice nach eigener Aussage nur wenig Zeit auf seine Investments. „Einmal pro Woche ziehe ich vielleicht meine fingerlosen Wollhandschuhe an, zünde einen kleinen Kerzenrest an, gehe in mein schlecht beleuchtetes Arbeitszimmer und kümmere mich eine Stunde lang um meine Investitionen.“ Mehr Zeit dafür brauche es nicht, meint er: „Ich war nie Verfechter der ‚Knowledge Delusion‘ und glaube, dass man ein gut diversifiziertes Portfolio am besten in Ruhe lassen sollte.“

Abseits der Aufgaben rund ums Haus will Grice nach dem Lockdown mit seiner Frau auf Musikfestivals fahren und Theater und Restaurants besuchen. Ausserdem will er eine Band gründen – zusammen mit einem anderen Fondsmanager, der sich ebenfalls zur Ruhe gesetzt hat (und der vermutlich auch CFA-Charterholder sein dürfte).

Wer dem Beispiel von Grice folgen will, findet hier seine Prinzipien:

1. Man sollte merken, wann es Zeit ist, zu gehen

„Wenn man jung, hungrig und voll von blauäugiger Begeisterung ist und vor Selbstvertrauen strotzt, lässt man sich viel gefallen. Wenn man dann die 50 überschritten hat, hat man hoffentlich gelernt, wie man klug investiert, hat sich eine grosse Portion Zynismus angeeignet und genug Geld, um nie wieder für irgendjemand anderen die Kohlen aus dem Feuer holen zu müssen. Ich sehe meinen Abgang nicht als Karriereende, sondern habe eher das Gefühl, dass ich zum ersten Mal eine effektive Anlagestrategie umsetzen kann, die mir nicht diktiert oder in einer Sitzung von anderen festgelegt wurde. Ich muss meine Anlageentscheidungen vor niemandem rechtfertigen. Und ich muss mich nicht mit dem Verfassen von monatlichen Marktberichten aufhalten oder endlose Kunden- oder Compliance-Anfragen beantworten. Kurz: Wenn man mit Mitte 50 noch nicht in einem grossen eichengetäfelten Büro mit Hochflor-Teppich und grossem Chesterfield-Ledersofa sitzt, dann ist es wahrscheinlich sowieso an der Zeit, den Hut zu nehmen und Platz zu machen für kläffende Knöchelbeisser.“

2. Lassen Sie sich den Erfolg nicht zu Kopfe steigen

„Die Branche zieht viele sehr intelligente Menschen an und es ist toll, von so vielen aufgeweckten, schlauen Leuten umgeben zu sein. Als globaler Investmentmanager mit internationalem Kundenstamm hat man die Möglichkeit, sich mit unterschiedlichsten Themen zu befassen, um die ganze Welt zu reisen und verschiedenste Menschen kennenzulernen. Je mehr Erfahrung Sie haben, desto häufiger sitzen Sie vor einer Reihe an hochgebildeten Kunden, die von Ihnen erwarten, dass Sie jede Frage zu jedem noch so kleinen Thema beantworten, egal wie wenig diese mit dem Investment, um das es geht, zu tun hat. Entweder man fällt auf die Nase oder aber man lernt – wie in meinem Fall – mit ein wenig Wissen sehr weit zu kommen. Das kann sehr lustig sein, vor allem, wenn man ein Talent zum Unterhaltungskünstler hat. Wenn man jeden Tag gebeten wird, über wichtige globale Themen zu dozieren, bringt das mit sich, dass man, salopp gesagt, vielleicht eine neue Haustür braucht, durch die der riesigen Kopf hindurch passt – bei mir kein Problem, denn da gibt es am Eingang des Hauses ein riesiges Doppelportal, wie man es aus Kirchen kennt.“

3. Machen Sie sich klar, worauf Sie sich einlassen und fangen Sie mit dem Lernen für die CFA-Prüfungen rechtzeitig an

„Seien Sie vorsichtig damit, was Sie sich wünschen. Wenn Sie Fondsmanager sind, dann ist das nicht einfach nur ein Beruf, sondern ein Lebensstil, der alles verschlingt. Sie wollen es trotzdem? Dann kaufen Sie sich einen zuverlässigen, lauten Wecker, tragen Sie keine braunen Schuhe zum dunklen Anzug, rasieren Sie sich den Bart ab und fangen Sie so schnell wie möglich mit den CFA-Prüfungen an, denn später wird Ihnen dafür die Zeit fehlen. Wenn Sie kein ‚Self-Starter‘ sind, wenn Sie nicht zu den Menschen gehören, die sich überall zurechtfinden, wenn es Ihnen schwer fällt, mehreren sich widersprechenden Anforderungen gleichzeitig nachzukommen, wenn Sie Angst haben, Risiken einzugehen, wenn es Sie umhaut, wenn etwas schief läuft und wenn Sie sich schwer damit tun, in einem unvorhersehbaren Umfeld klare Entscheidungen zu fällen, dann… sollten Sie einen anderen Beruf wählen. Wenn Sie all das aber können, dann müssen Sie einfach nur Glück haben, am Ball bleiben, sich bei unternehmensinternen Machtspielen schlau anstellen, und der Erfolg wird kommen – sofern die Götter es wollen.“

4. Arbeiten Sie bei kleinen Unternehmen

„Ich würde definitiv empfehlen, bei kleinen Unternehmen zu arbeiten, wo man sehr viel breitere Erfahrungen sammeln kann. In einem kleinen Laden gibt es keine Möglichkeit, sich zu verstecken und die eigenen Stärken (und Schwächen) werden schnell bemerkt. Die Investment-Chamäleons verstecken sich – dem Vernehmen nach – eher in den dunklen Nischen bei weniger gut geführten Grossunternehmen. Eine Alternative wäre, beruflich etwas anderes zu machen und das eigene Geld anzulegen, und so das eigene Interesse am Investieren zu befriedigen. Und zu guter Letzt: Wer auf der Suche nach einem etwas vielseitigeren Lebensentwurf ist, sollte man sich das FIRE Movement und die Mr Money Moustache-Website anschauen.“

Wer sich fragt, ob es sich wirklich lohnt, den mühsamen Weg zum CFA Charterholder auf sich zu nehmen, der könnte sich bei Paul Grice, Charterholder seit 1998, neue Motivation fürs Lernen auf die immer schwieriger werdenden Prüfungen holen.

Der 56-jährige Grice hat einen Lifestyle erreicht, der zeigt, dass die 900 Stunden CFA-Prüfungsvorbereitung sich lohnen.

Grice war bis letztes Jahr Chief Investment Officer bei einem in London ansässigen Fonds und lebt jetzt in England auf dem Land, und zwar in seinem Gutshaus aus dem 16. Jahrhundert im Wert von 2,7 Millionen Pfund (3,7 Mio. US-Dollar).

Befreit von den Zwängen eines Vollzeitjobs erzählt Grice, dass er mittlerweile erst am späten Vormittag aufstehe. „Ich stehe gegen 10 Uhr auf, trinke Kaffee, lese Nachrichten und frühstücke dann gegen Mittag.“ Den Rest des Tages verbringe er meist mit Aufgaben, die rund um das Gutshaus anfallen. „Das kann bedeuten, dass ich einem umgestürzten Baum mit der Kettensäge zuleibe rücke, ein undichtes Dach in einem der Nebengebäude repariere oder auf dem Rasenmäher herumfahre. Danach kommt dann ein langer Spaziergang mit dem Hund über die Felder. Wenn es in Strömen regnet, bin ich im Studio und spiele Gitarre.“

Obwohl er sich selbst als Privatanleger bezeichnet, verwendet Grice nach eigener Aussage nur wenig Zeit auf seine Investments. „Einmal pro Woche ziehe ich vielleicht meine fingerlosen Wollhandschuhe an, zünde einen kleinen Kerzenrest an, gehe in mein schlecht beleuchtetes Arbeitszimmer und kümmere mich eine Stunde lang um meine Investitionen.“ Mehr Zeit dafür brauche es nicht, meint er: „Ich war nie Verfechter der ‚Knowledge Delusion‘ und glaube, dass man ein gut diversifiziertes Portfolio am besten in Ruhe lassen sollte.“

Abseits der Aufgaben rund ums Haus will Grice nach dem Lockdown mit seiner Frau auf Musikfestivals fahren und Theater und Restaurants besuchen. Ausserdem will er eine Band gründen – zusammen mit einem anderen Fondsmanager, der sich ebenfalls zur Ruhe gesetzt hat (und der vermutlich auch CFA-Charterholder sein dürfte).

Wer dem Beispiel von Grice folgen will, findet hier seine Prinzipien:

1. Man sollte merken, wann es Zeit ist, zu gehen

„Wenn man jung, hungrig und voll von blauäugiger Begeisterung ist und vor Selbstvertrauen strotzt, lässt man sich viel gefallen. Wenn man dann die 50 überschritten hat, hat man hoffentlich gelernt, wie man klug investiert, hat sich eine grosse Portion Zynismus angeeignet und genug Geld, um nie wieder für irgendjemand anderen die Kohlen aus dem Feuer holen zu müssen. Ich sehe meinen Abgang nicht als Karriereende, sondern habe eher das Gefühl, dass ich zum ersten Mal eine effektive Anlagestrategie umsetzen kann, die mir nicht diktiert oder in einer Sitzung von anderen festgelegt wurde. Ich muss meine Anlageentscheidungen vor niemandem rechtfertigen. Und ich muss mich nicht mit dem Verfassen von monatlichen Marktberichten aufhalten oder endlose Kunden- oder Compliance-Anfragen beantworten. Kurz: Wenn man mit Mitte 50 noch nicht in einem grossen eichengetäfelten Büro mit Hochflor-Teppich und grossem Chesterfield-Ledersofa sitzt, dann ist es wahrscheinlich sowieso an der Zeit, den Hut zu nehmen und Platz zu machen für kläffende Knöchelbeisser.“

2. Lassen Sie sich den Erfolg nicht zu Kopfe steigen

„Die Branche zieht viele sehr intelligente Menschen an und es ist toll, von so vielen aufgeweckten, schlauen Leuten umgeben zu sein. Als globaler Investmentmanager mit internationalem Kundenstamm hat man die Möglichkeit, sich mit unterschiedlichsten Themen zu befassen, um die ganze Welt zu reisen und verschiedenste Menschen kennenzulernen. Je mehr Erfahrung Sie haben, desto häufiger sitzen Sie vor einer Reihe an hochgebildeten Kunden, die von Ihnen erwarten, dass Sie jede Frage zu jedem noch so kleinen Thema beantworten, egal wie wenig diese mit dem Investment, um das es geht, zu tun hat. Entweder man fällt auf die Nase oder aber man lernt – wie in meinem Fall – mit ein wenig Wissen sehr weit zu kommen. Das kann sehr lustig sein, vor allem, wenn man ein Talent zum Unterhaltungskünstler hat. Wenn man jeden Tag gebeten wird, über wichtige globale Themen zu dozieren, bringt das mit sich, dass man, salopp gesagt, vielleicht eine neue Haustür braucht, durch die der riesigen Kopf hindurch passt – bei mir kein Problem, denn da gibt es am Eingang des Hauses ein riesiges Doppelportal, wie man es aus Kirchen kennt.“

3. Machen Sie sich klar, worauf Sie sich einlassen und fangen Sie mit dem Lernen für die CFA-Prüfungen rechtzeitig an

„Seien Sie vorsichtig damit, was Sie sich wünschen. Wenn Sie Fondsmanager sind, dann ist das nicht einfach nur ein Beruf, sondern ein Lebensstil, der alles verschlingt. Sie wollen es trotzdem? Dann kaufen Sie sich einen zuverlässigen, lauten Wecker, tragen Sie keine braunen Schuhe zum dunklen Anzug, rasieren Sie sich den Bart ab und fangen Sie so schnell wie möglich mit den CFA-Prüfungen an, denn später wird Ihnen dafür die Zeit fehlen. Wenn Sie kein ‚Self-Starter‘ sind, wenn Sie nicht zu den Menschen gehören, die sich überall zurechtfinden, wenn es Ihnen schwer fällt, mehreren sich widersprechenden Anforderungen gleichzeitig nachzukommen, wenn Sie Angst haben, Risiken einzugehen, wenn es Sie umhaut, wenn etwas schief läuft und wenn Sie sich schwer damit tun, in einem unvorhersehbaren Umfeld klare Entscheidungen zu fällen, dann… sollten Sie einen anderen Beruf wählen. Wenn Sie all das aber können, dann müssen Sie einfach nur Glück haben, am Ball bleiben, sich bei unternehmensinternen Machtspielen schlau anstellen, und der Erfolg wird kommen – sofern die Götter es wollen.“

4. Arbeiten Sie bei kleinen Unternehmen

„Ich würde definitiv empfehlen, bei kleinen Unternehmen zu arbeiten, wo man sehr viel breitere Erfahrungen sammeln kann. In einem kleinen Laden gibt es keine Möglichkeit, sich zu verstecken und die eigenen Stärken (und Schwächen) werden schnell bemerkt. Die Investment-Chamäleons verstecken sich – dem Vernehmen nach – eher in den dunklen Nischen bei weniger gut geführten Grossunternehmen. Eine Alternative wäre, beruflich etwas anderes zu machen und das eigene Geld anzulegen, und so das eigene Interesse am Investieren zu befriedigen. Und zu guter Letzt: Wer auf der Suche nach einem etwas vielseitigeren Lebensentwurf ist, sollte man sich das FIRE Movement und die Mr Money Moustache-Website anschauen.“

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