Wenn US-Banken in Frankreich mitmischen, werden Banking-Gehälter zum Problem

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Wenn US-Banken in Frankreich mitmischen, werden Banking-Gehälter zum Problem

Französische Banken haben es in ihrem Heimatland zurzeit nicht leicht. US-Banken bauen infolge des Brexits ihre Präsenz in Paris aus, der Wettlauf um französische Talente zieht an und obwohl französische Banken ihre Gehälter angehoben haben, lässt es sich aufgrund der jüngsten Gehaltsanpassungen bei der amerikanischen Konkurrenz besser verdienen.

„Das Problem mit französischen Banken ist, dass sie ohnehin schon weniger bezahlt haben als in der Branche üblich“, so ein Headhunter in Paris. „Vor etwa zwei Monaten haben sie ihre Gehälter angehoben, aber dann haben die Amerikaner nachgezogen und darum liegen sie jetzt wieder zurück.“

Die französische Zeitung Les Echos befasste sich letzte Woche mit dem Thema und merkte an, dass es für französische Banken in New York schon immer ein Problem war, Personal zu finden – das Problem schwappt nun auch nach Paris über, wo manche amerikanische Banken sagen, dass mehr als 30 Mitarbeitende von grossen französischen Banken bei ihnen Schlange stünden und sich von einem Wechsel eine Verdoppelung ihrer Vergütung versprechen.

Headhunter in Paris sagen dass die Gehaltsunterschiede zwischen französischen und US-amerikanischen Banken auf dem Vice President (VP)-Level und darüber liegenden Ebenen besonders ausgeprägt sind. Französische Banken wie Société Générale zahlen Beschäftigten im Rang eines VP 1 160.000 €, Leute auf VP 2-Ebene bekommen 170.000 €, VP 3-Mitarbeitende 180.000 €. Amerikanische Banken bieten ähnliche oder höhere Gehälter und weitaus höhere Boni an.

Die Lücke beginnt auf dem Analysten-Level. Vor einigen Monaten erhöhten Société Générale und BNP die Gehälter für First-, Second- und Third-Year-Analysten im Investmentbanking in Paris laut Aussage einer lokalen Headhunting-Firma auf 67.000/75.000/85.000 € bzw. 70.000/80.000/90.000 €. Das war nicht schlecht, doch dann erhöhte Goldman Sachs die Gehälter für Junior-Banker in Paris auf demselben Level von 70.000/85.000/110.000 € auf 85.000/105.000/125.000 €. Den französischen Banken ist der Zug quasi vor der Nase weggefahren.

Das Schaubild unten zeigt die aktuellen Gehaltslevel für Analysten im Investmentbanking in Paris. Die Zahlen stammen von Headhuntern und sind von den Banken selbst nicht bestätigt worden.

Claude Calmon, ebenfalls Headhunter in Paris, bestätigt dass französische Banken in Sachen Bezahlung ins Hintertreffen geraten seien, sagt aber, dass sie mit anderen Dingen punkten könnten. „Französische Banken mussten ihre Gehälter hochschrauben, aber die Konkurrenz liegt trotzdem vorn“, erklärt er. „Eine französische Bank kann eine Generalisten-Plattform bieten und hat ein stärkeres Firmenkundengeschäft.“

 

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