Studierende verstehen Trading-Jobs im Investmentbanking nicht

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Studierende verstehen Trading-Jobs im Investmentbanking nicht

Wer sich von der Uni aus für einen Job in einer Investmentbank bewirbt, hat vermutlich eine Idee davon, was für eine Stelle ihm oder ihr vorschwebt – die meisten, die sich bewerben, denken dass sie entweder in M&A oder im Trading arbeiten wollen. Ein Kenner der Finanzbranche – der ausserdem auch als Mentor Studierende unterstützt – sagt allerdings, dass alle, mit denen er spricht, nicht wüssten, wie ein Trading Floor funktioniert.

„Studierende, die Trader werden wollen, haben normalerweise eine bestimmte Vorstellung davon, was das bedeutet – und die erinnert an das Trader-Dasein von früher“, so Daniel Weilenmann, ein erfahrener FX-Verkäufer. „Sie denken, dass sie Positionen aufstellen und Urteile über den Markt fällen. Tatsächlich besteht die Tätigkeit als Trader in einer Investmentbank allerdings vor allem aus Risiko-Management. Trader verbringen den Grossteil ihrer Zeit damit, finanzielle Parameter anzupassen, sich Tabellen anzuschauen oder Marktdaten durchzugehen und selber zu programmieren.“

Aus diesem Grund sagt Weilenmann, dass Trading-Jobs sich nur für eine ganz bestimmte Art von Leuten eignen. Man muss es mögen, den ganzen Tag mit Zahlen zu arbeiten. Tut man das nicht, sollte man es sich besser anderes überlegen.

„Viele Leute sind Beziehungs-getrieben”, so Weilenmann. „Viele plaudern gern und interagieren gern mit Menschen.“

Heutzutage ist davon im Trading nicht viel zu sehen. In vielen Jobs geht es, so Weilenmann, lediglich darum, Transaktionen auszuführen. „Man verwaltet eigentlich nur den Auftragsfluss. Man sitzt am Schreibtisch, schaut ins System und sieht zu, dass alles funktioniert.“

Weilenmann empfiehlt Studierenden darum, eher die Sales-Stellen im Investmentbanking in den Blick zu nehmen. „Wenn man im Sales-Bereich arbeitet, kann man eine Erzählung rund um die Marktgeschehnisse entwickeln und jongliert nicht nur mit Zahlen“, sagt er. In manchen Sales-Positionen gehe es darum, die elektronischen Trading-Kapazitäten einer Bank zu vermarkten, in anderen arbeite man immer noch Tag für Tag eng mit dem Kunden zusammen und könne fruchtbare Beziehungen aufbauen.

Das kann erfüllend und interessant sein. In seinem Job als Makro-Verkäufer müsse er, so Weilenmann, verstehen wie die Märkte mit Ereignissen auf der ganzen Welt interagieren und Kunden dabei unterstützen, entsprechend zu handeln. „Die Makro-Seite des Geschäfts ist verknüpft mit allem, was auf der Welt passiert. Jeden Tag tut sich etwas und man erkennt Muster, die für den Kunden von Interesse sind.“

Sales-Leute sind üblicherweise extrovertierter als Trader, aber Weilenmann sagt, dass Extrovertierte nicht immer ideal seien: Die besten Sales-Leute seien die, die hervorragende Zuhörer sind und wirklich verstehen, was die Kunden wollen.

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