Zwei Banker Anfang 30 finden eine Alternative zum Private Equity

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Zwei Banker Anfang 30 finden eine Alternative zum Private Equity

Die Boni für Analysten sind geflossen und der Wechsel ins Private Equity ist in vollem Gange. Aber: Nicht alle, die im Banking aufhören, halten einen Wechsel ins Private Equity für eine gute Idee.

Will Lundy und Fabio Fenton sind im Dezember 2020 bzw. Juni 2021 bei Torch Partners gegangen, einer auf Tech spezialisierten Boutique-Investmentbank. Die beiden ehemaligen Associates haben „Ithaca Digital“ gegründet, eine Plattform für die Zusammenarbeit zwischen Teams von Freelancern.

„Ich habe Vorstellungsgespräche bei Private Equity-Unternehmen gehabt“, so Lundy. „Aber wenn man sich anschaut, wie der Markt sich im Moment entwickelt, macht es für mich mehr Sinn, etwas Eigenes zu gründen.“

Bloomberg berichtet, dass Fonds auf einem Kapital in Höhe von 3,3 Billionen US-Dollar sitzen, 1 Billion davon werden von Buyout-Fonds gehalten, die also beträchtliches Pulver haben. „Private-Equity-Firmen häufen riesige Menge an Geld an, konkurrieren aber alle um eine begrenze Anzahl an Assets“, sagt Lundy. „Das wirkt sich aus auf die Renditen, die sie erzielen können. Auch die Wagniskapital-Branche hat grosse Summen angehäuft und das ist eine tolle Gelegenheit für Gründer.“

Die Idee für Ithaca Digital hatten Lundy und Fenton während des ersten Lockdowns, bevor das Business wieder anzog. „Wir hatten während des Lockdowns ein bisschen Zeit und haben uns Gedanken über den Arbeitsmarkt gemacht“, berichtet Fenton. „Es gibt einen Fachkräftemangel und Unternehmen, die Probleme haben, Leute zu finden – und gleichzeitig gibt es viele, die flexibler arbeiten wollen. Wir haben uns bestehende Websites für Freelancer angeschaut und festgestellt, dass sie keine Möglichkeit bieten, teamübergreifend zusammenzuarbeiten.“

Die Idee ist, dass Kunden für eine bestimmte Aufgabe keinen Vollzeit-Mitarbeiter einstellen, sondern auf der Ithaca-Website flexible Teams zusammenstellen können. „Wir sehen das Potenzial für ein neues Arbeitsmodell“, sagt Lundy.

Lundy ist 31, Fenton 30 Jahre alt. „Wenn man gründen will, ist das ein gutes Alter“, sagt Fenton, „wir haben keine grossen finanziellen Verpflichtungen und wir haben den Spielraum, etwas riskieren zu können.“ Gemeinsam mit ihren Freunden und Familien haben die beiden ihr eigenes Geld in Ithaca investiert. Ende des Jahres, wenn der Prototyp läuft, wollen sie sich nach Angel-Investoren umsehen.

„Wir haben jetzt auf jeden Fall weniger Geld als früher bei der Bank und müssen unser Geld gut einteilen“, sagt Lundy über das Leben abseits des Bankings. „Aber wir haben auch viel mehr Freiheit, unsere eigenen Ziele zu verfolgen und können selbst über unsere Zeit verfügen. Im Banking nimmt die Arbeit einen so in Beschlag, dass man keine Zeit hat, kreativ zu denken.“

Lundy war von 2016 bis 2019 Analyst bei der Credit Suisse. „In dieser Zeit gab es viel Abwanderung, was ja im Bulge-Bracket-Investmentbanking oft der Fall ist. Von denen, mit denen ich angefangen habe, ist fast niemand mehr bei der Bank“, sagt er. „Die meisten sind in den Bereich Private Equity gegangen, aber manche haben auch etwas eigenes gegründet.“

Keiner der beiden bedauert, die vermutlich üppigen 2021-er-Boni zu verpassen. „Einen dicken Banken-Bonus zu erhalten, ist toll, aber ein Unternehmen aufzubauen, an dem man beteiligt ist und dessen Richtung man mitbestimmen kann, finde ich viel attraktiver.“

Contact: sbutcher@efinancialcareers.com in the first instance. Whatsapp/Signal/Telegram also available (Telegram: @SarahButcher)

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