J.P. Morgan munkelt, dass Boni bei der Credit Suisse dauerhaft niedrig bleiben

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J.P. Morgan munkelt, dass Boni bei der Credit Suisse dauerhaft niedrig bleiben

2021 wird für die Boni im Investmentbanking bei der Credit Suisse sehr wahrscheinlich kein gutes Jahr sein. Im Rahmen des Investor Days teilte die Credit Suisse vor Kurzem mit dass die Gesamt-Vergütungsausgaben im Investmentbanking in den ersten neun Monaten des Jahres um 11 Prozent niedriger waren als im Vorjahreszeitraum. Nachdem im selben Zeitraum im Investmentbanking 1.200 Beschäftigte neu eingestellt wurden, ist die Pro-Kopf-Vergütung um 13 Prozent gesunken.

Obwohl die Credit Suisse weiterhin mit Hochdruck neue Senior-Deal-Maker sucht, besteht die Gefahr, dass bei der Vergütung in der Investmentbank langfristig geknausert wird. Das legt zumindest die Aussage von Analysten im Europäischen Banking bei J.P. Morgan von vor wenigen Tagen nahe.

Während die Credit Suisse die Vergütung für ihre Banker und Trader kürzt, dürfte 2021 bei der Konkurrenz – so die J.P. Morgan-Analysten – ein Jahr der Super-Boni werden. Bei Morgan Stanley wurde in den ersten neun Monaten des Jahres für Vergütungen im Investmentbanking 15 Prozent mehr ausgegeben, bei Goldman Sachs sogar 34 Prozent.

Für die Credit Suisse ist 2021 mit Archegos und Greensill besonders schlecht gelaufen, sodass Bonus-Kürzungen praktisch unvermeidbar sind. Das Problem ist, dass die J.P. Morgan-Analysten davon ausgehen, dass die Lage nicht mehr besser wird. Sie verweisen darauf, dass das Credit-Suisse-Investmentbanking eine langfristige Eigenkapitalrentabilität von nur 7 Prozent hat (zwischen 2016 und 2020), während die Kapitalkosten bei 12 Prozent liegen. Auf dieser Grundlage ist das Ganze nicht tragfähig.

Aus diesem Grund argumentieren die J.P. Morgan-Analysten weiter, dass der kürzlich abgehaltene Investor Day eine vergebene Chance war. Anstatt Kapital anzulocken und das Bekenntnis zu bekräftigen, dass man die Investmentbank beibehalten und in vielen Teilen sogar aufbauen will, sollte die Credit Suisse offensiv die Kosten senken – weitere Kürzungen werden künftig unvermeidbar sein.

Die Credit Suisse würde zweifellos argumentieren, dass man dieses unheilvolle Szenario abwenden will, indem man die Bereiche M&A, Credit, ESG, Electronis Trading und andere ausbauen will, aber J. P. Morgan bezweifelt, ob das gelingt. Die Einnahmen aus dem Kreditgeschäft, die bei der Credit Suisse 70 Prozent der Erträge im Fixed Income Trading ausmachen, werden 2021 nach Ansicht von J.P. Morgan ihren Höhepunkt erreichen. Wenig hilfreich ist sicher, dass die Bank einige ihrer besten Kredithändler verloren hat. Ebensowenig hilft es, dass viele der Leute, die das Top-Electronic-Trading der Credit Suisse aufgebaut haben, vor einigen Jahren zu Barclays und anderen abgewandert sind.

Angesichts der Umstände wird – so die Implikation – die Credit Suisse weiter an der Vergütung schrauben müssen, um so dem Druck nach Deckung der Kapitalkosten nachzukommen. Die J.P. Morgan-Analysten merken ausserdem an, dass 80 Prozent der Ausgaben für Vergütung allein in Gehälter fliessen. Das lässt wenig Spielraum dafür, die dieses Jahr vermutlich schmalen Boni in Zukunft anzuheben.

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