Warum ich das begehrteste Team bei Goldman Sachs verlassen habe

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Warum ich das begehrteste Team bei Goldman Sachs verlassen habe

Wenn es im Investmentbanking bei Goldman Sachs ein Team gibt, bei dem das Arbeiten bei einer Investmentbank, die sich selbst als „the firm“ bezeichnet, mit jeder Menge Coolness gepaart ist, dann ist es das Tech-Team von Goldman Sachs in San Francisco. Gaurav Budhrani war über sechs Jahre lang Mitglied dieses Teams und ist im September 2021 auf eigenen Wunsch hin ausgeschieden.

Budhrani ist jetzt CEO des Bitcoin-Miners PrimeBlock. Die Entscheidung, Goldman Sachs zu verlassen, sei nicht leicht, aber unausweichlich gewesen, so Budhrani. „Ich habe 2016 damit begonnen, mich in Bitcoin und Krypto zu vertiefen“, erinnert er sich. „Ich habe im Gespräch mit Kollegen und Partnern bei Goldman Sachs immer wieder auf dessen Potenziale hingewiesen. Ich habe geglaubt, dass Krypto und Digitale Assets ein riesiger neuer Markt sind und wir mehr über die neuen Kunden und die Folgen dieser Technologie erfahren müssen.“

Am Ende hat es Budhrani ins Bitcoin-Mining gezogen. Als Primeblock ihm anbot, CEO zu werden, sei das, so sagt er, die Krönung seiner bisherigen Laufbahn gewesen. „Wenn man a priori eine Abfolge von Berufserfahrungen entwerfen müsste, um jemanden für die Arbeit im Bitcoin-Mining und der Infrastrukturbranche vorzubereiten, dann würde das genauso aussehen wie mein Karriereweg“, erklärt er.

Budhrani hat seinen Abschluss am Netaji Subhas Institute of Technology an der Delhi University gemacht und ist dann im Bereich Computer-Engineering eingestiegen. Seine erste Station war das Network Engineering bei Cisco in Indien. Cisco in Indien sei für einen „jungen, ehrgeizigen, engagierten Menschen“ wie ihn aber nicht der richtige Ort gewesen. „Ich wollte in ein dynamischeres Arbeitsumfeld“, berichtet er. Er hat einen MBA gemacht und ist zu Goldman Sachs gegangen.

„Angefangen habe ich bei Goldman Sachs im Bodenschätze-Team, wo ich mich auf Branchen wie Energie, Commodities und erneuerbare Energien konzentriert habe“, so Budhrani. „Als ich ins Tech-Investmentbanking nach San Francisco gewechselt bin, habe ich mich mit Deep-Tech-Verticals beschäftigt, unter anderem mit Semiconductors und aufkommenden Computing- Technologien aus dem Hochleistungs-Quanten-Computing.“

Die Mischung aus Informatik-Expertise, Vertrautheit mit der Energiebranche und einem tiefen Verständnis von Computer-Hardware und Angebotsketten habe ihm, so Budhrani, das Rüstzeug dafür gegeben, Spezialist für Bitcoin-Mining, zu werden.

Zu den Co-Gründern von PrimeBlock gehört Ryan Fang, ehemaliger Praktikant im Tech-Team der Credit Suisse. Aktuell wird es von den Gründern am Laufen gehalten, es gibt aber Berichten zufolge Gespräche über ein Zusammengehen mit einem SPAC, mit dem man an die Börse gehen könnte. Hinzu könnten vertikale Merger kommen. „Bitcoin-Mining ist operationell anspruchsvoll“, sagt Budhrani. „Die wichtigsten Faktoren sind Kapital, Infrastruktur und Energie. Das führt dazu, dass Unternehmen, die schneller als andere wachsen können, bald einen Wettbewerbsvorteil haben. Die Mining-Branche gewinnt an Reife und die Abgrenzung ergibt sich dann aus Stack-weiten Innovationen – sowohl upstream, als auch downstream.“

Im Kontext des Bitcoin-Mining bedeutet ‚Upstream-Abgrenzung‘, dass die Chips, die fürs Mining verwendet werden, besser werden. ‚Downstream-Abgrenzung‘ beschreibt Verbesserungen beim Energieverbrauch der Chips. „Es gibt schon jetzt erhebliche Fortschritte bei Bitcoin-Mining-Chips“, so Budhrani. „Jede neue Generation von Chips ist noch effizienter. Das führt dazu, dass das Netzwerk an Kapazität und an Sicherheit gewinnt, ohne dass der Energiebedarf im gleichen Masse ansteigt.“

Die Bitcoin-Mining-Branche ist im Zuge ihres Wachstums mit verschiedenen Fragen konfrontiert. Eine davon ist die Örtlichkeit. Infolge des chinesischen Mining-Verbots sind die USA bei vielen Minern begehrt und Budhrani sagt, dass das wahrscheinlich auch so bleibt. „Die USA haben den grössten Energie-Markt der Welt und haben die beste Infrastruktur“, erklärt er. „Und das Land weist politische und regulatorische Stabilität auf. Ich erwarte, dass der US-amerikanische Energiekomplex in Zukunft ein Verfechter von Bitcoin-Mining werden wird.“

Und dann gibt es einen Übergang vom ‚proof of work‘ zum ‚proof of stake‘: Letzterer bedeutet, dass es keine Miner mehr braucht. Solana betreibt ein ‚proof of stake‘-Modell und Ethereum bewegt sich in diese Richtung, aber Budhrani zeigt sich unbeeindruckt. „Die Sicherheit, die Bitcoin begleitet, wird immer ‚proof of work‘ sein.“ „Der beste Garant für die Ingerität und Dauerhaftigkeit eines Netzwerks, das eine Billion Dollar an Werten repräsentiert, ist die aggregierte Computing-Kapazität des Bitcoin-Netzwerks. Es gibt Argumente für weniger Computing-intensive Wege, mit denen die Integrität eines Blockchain-Netzwerks geschützt werden können, wie etwa ‚proof of stake‘, aber ‚proof-of-work‘ wird der wichtigste Konsens-Mechanismus für eine wirklich dezentrale Blockchain bleiben.“

Am Ende habe Krypto das Potenzial, von Quanten-Computing rückgängig gemacht zu werden, doch Budhrani hält auch das für unwahrscheinlich. „Quanten-Computing wird Krypto-Anlagen in den nächsten zehn Jahren nicht beeinflussen“, sagt er. „Dazu bräuchte man einen Quanten-Computer mit weit über 5.000 ‚logical qubits‘ und der Marktführer ist aktuell bei 20-25 ‚logical qubits‘. Wir sind weit weg von einem Szenario, in dem Quanten-Computer die Public-Key-Kryptografie ablösen kann und wenn es soweit ist, werden wir hoffentlich Quanten-resistente Verschlüsselungs-Algorithmen haben.“

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