Wo werden 2022 im Banking Leute gesucht?

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Wo werden 2022 im Banking Leute gesucht?

Was bringt das Jahr 2022 für die Bankenwelt? Der obligatorische Blick in die Glaskugel fällt dieser Tage sehr unterschiedlich aus: Analysten der Bank of America (BofA) warnen vor einem Zinsschock und prognostizieren ein düsteres Börsenjahr und einen Rückgang der Anleihekäufe. Andere sind optimistischer: Die DZ Bank beispielsweise erwartet ab dem zweiten Quartal ein kräftiges Wachstum, angefeuert durch Nachholeffekte und steigende Impfquoten. DZ-Bank-Chefvolkswirt Michael Holstein rechnet in der Eurozone nicht mit einer Zinswende. „Die Party an den Aktienmärkten“ geht – so Christian Kahler, Chefanlagestratege der DZ Bank – auch nach dem Jahreswechsel weiter.

Doch wie sieht die Lage auf dem Stellenmarkt aus? Thore Behrens ist mit seiner Personalvermittlungs-Firma Banking Consult nah dran am Banken-Geschehen in Frankfurt und darüber hinaus. Er sagt: „Wir erleben einen Zuwachs an Stellen insbesondere in den Bereichen Asset Management, Financial Services Provider und bei kleineren Banken.“ Allerdings, so Behrens, würden vorwiegend erfahrene Mitarbeitende gesucht. „Aus meiner Sicht ist es für Berufseinsteiger seit der Covid-19-Pandemie deutlich schwerer geworden, einen Job zu finden. Führungskräfte werden dagegen händeringend gesucht.“

Fragt man bei Banken direkt nach, wird das bestätigt. „Wir suchen für 2022 vor allem Professionals im Bereich Global Technology, sowohl in der Softwareentwicklung als auch in der Infrastruktur“, so die Hamburger Privatbank Berenberg. „Für unseren Standort in New York stellen wir Research-Analysten und Professionals im Bereich Equity Capital Markets ein. Zudem werden wir für unser geplantes Stockholmer Office zukünftig auch Banking-Professionals suchen“, so Berenberg. Tech-Spezialisten, die ins Banking gehen wollen, dürften 2022 also weiterhin sämtliche Türen offenstehen – und das bei immer besser werdenden Gehältern.

Bei Berenberg werden nach wie vor auch Uniabsolventen gesucht: „Wir bieten Absolventen in London und Frankfurt ein attraktives internationales Graduate Programm in den drei Spezialisierungen Equities, Investment Banking und Wealth und Asset Management an“, so das Unternehmen.

Wie sieht es aus mit Einstiegschancen im Bereich M&A? Das Deal-Aufkommen hat 2021 neue Rekordhöhen erreicht, Jung-Banker bei Goldman Sachs und anderen Banken beklagen eine nie dagewesene Arbeitsbelastung. Auch Headhunter in Frankfurt haben das immer wieder bestätigt. Von einem Direkteinstieg ins M&A würde Branchenkenner Thore Behrens allerdings abraten. „Die Frage ist, wie lange der Boom anhält.“ Die sicherere Option sei es, in der Strategieberatung anzufangen und sich dann von dort aus weiter zu orientieren.

Und wie sieht es aus mit Stellen im Private Equity – winken hier 2022 die grossen Chancen? Behrens winkt ab: „Die Private-Equity-Branche in Deutschland hat schon 2017, 2018 unglaublich viel eingestellt“ – sein Eindruck ist, dass man dort tendenziell überbesetzt sei.

Der Blick in die Glaskugel bleibt also wage – und er changiert zwischen rosig und düster. Klar ist allerdings: Frankfurt hat sich infolge des Brexits gemeinsam mit Paris als neues europäisches Finanzzentrum herauskristallisiert und wird auch 2022 vielfältige Chancen bieten.

Wem der Einstieg über die traditionellen Wege nicht gelingt, die oder der könnte zu unkonventionellen Methoden greifen – wie etwa ein englischer Uniabsolvent, der sich Anfang November unter ein Display mit Eigenwerbung an die U-Bahn-Station Canary Wharf gestellt und den aussteigenden Bankern seinen CV in die Hand gedrückt hat. Die Folge: Recruiter, die ihm zuvor die kalte Schulter gezeigt hatten, standen plötzlich Schlange.

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Photo by Erwan Hesry on Unsplash

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