80.000 Dollar sind bei Goldman Sachs und J.P. Morgan der neue Zero-Bonus

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80.000 Dollar sind bei Goldman Sachs und J.P. Morgan der neue Zero-Bonus

Das Schöne an der Arbeit in einer Branche, die starken Zyklen unterworfen ist, besteht darin, dass schlechte Zeiten immer irgendwann zuende sind. Noch vor knapp drei Jahren wurde die Bonussaison mit einschlägigen Sprüchen à la „mehr Donuts als bei Krispy Kreme“ begrüsst. Dieses Jahr deuten „Eingeweihte“ bei Goldman Sachs offenbar an, dass „ein Bonus von weniger als 40 Prozent des Gehalts ein Zeichen dafür ist, dass man ein unterdurchschnittliches Jahr hatte“. Das bedeutet, dass für den durchschnittlichen Vice President (ein Rang, in den diese Woche 2.200 Leute neu aufgestiegen sind) ein Bonus im Wert eines Lexus-Neuwagens ein Signal des Chefs ist, dass man mittelmässig ist.

Freunden und Verwandten, die nicht in der Branche arbeiten, ist das oft schwer vermittelbar – für die meisten Menschen bedeutet ein Bonus, dass man besonders gute Arbeit geleistet hat. Aber es macht durchaus Sinn, wenn man es wirtschaftlich betrachtet: In einem Umfeld wie dem des Jahres 2021 haben selbst mittelmässige Banker erhebliche Umsätze generiert. Und angesichts der guten Deal-Aussichten für 2022 will keine der grossen Banken riskieren, zu wenig Leute zu haben, um die Deals abzuwickeln. In den Worten von Ed Dobkin, der letztes Jahr bei Goldman Sachs aufgehört hat: „Sie zahlen, um Leute zu halten und nicht für deren Leistung.“

Wenn J.P. Morgan und Goldman Sachs versuchen, selbst mittelmässige Beschäftigte zu halten, dann liegt der Schwerpunkt weiter unten in der Nahrungskette wahrscheinlich auf starken Bankern, die bei schwächelnden Banken sitzen. Viele Wall-Street-Unternehmen – und dieses Jahr sogar auch einige europäische – könnten deutlich höhere Boni als im letzten Jahr bezahlen. Möglich ist auch, dass sie die Boni stärker fokussieren und differenzieren – etwa indem sie Leuten, die sie wirklich behalten wollen, höhere Prozentsätze zahlen und den „Nullpunkt“ etwas niedriger ansetzen, weil davon auszugehen ist, dass leistungsschwächere Mitarbeitende weniger leicht anderweitig unterkommen.

Das Ganze erinnert ein wenig an die Trinkgeldkultur in den USA – und vielleicht fällt es europäischen Banken darum schwer, es zu verstehen. Eine Flasche 1937-er Romanee-Conti zu entkorken, ist auch nicht schwerer als bei einer normalen Flasche Rotwein. Aber die Branchenkonvention besagt, dass die Gehälter in schlechten Zeiten nach unten tendieren, in guten Zeiten aber deutlich steigen müssen, und zwar sowohl am unteren als auch am oberen Ende der Leistungs-Rankings. Banken, die da nicht mitmachen, verlieren an Boden, sodass die Ankündigungen von J.P. Morgan und Goldman Sachs den Managementteams einige schwierige Entscheidungen abverlangen werden. Oder wie Filmproduzent Sam Goldwyn einst über mediokre Vice Presidents im Investmentbanking sagte: „Wir zahlen ihnen zu viel, aber sie sind es wert.“

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