Der Deutsche-Bank-MD, der sich in eine Sekretärin verliebte

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Der Deutsche-Bank-MD, der sich in eine Sekretärin verliebte

Als Harold Leenen noch bei der Deutschen Bank war, eilte ihm ein bestimmter Ruf voraus. Er war bekannt dafür, „ruhig, aber tödlich“ zu sein, sich aus dem Getümmel heraus zu halten und stets in Habacht-Stellung zu verharren. Dies erzielte die gewünschte Wirkung: Leenen war 17 Jahre lang bei der Deutschen Bank, stieg auf zum Head of Global Transaction Banking for the Middle East and Africa. Er hatte ein grosses Haus am Rand von Frankfurt und führte ein ganz gewöhnliches Familienleben mit einer Frau, die ebenfalls Bankerin war.

Als Leenen Mitte 40 war und seine Ehe zerbrach, tat er, was andere führende Banker auch tun – er verliebte sich in eine Sekretärin. Sarah Simoni war Assistentin des Chief Risk Officers der Deutschen Bank und bekam den Auftrag, sich um den furchteinflössenden Harold zu kümmern, wenn dieser in London und ihr eigener Chef in einem Meeting war. Es funkte auf Anhieb: „Wir tranken zusammen zwei Flaschen Wein, unterhielten uns stundenlang und hatten eine super Zeit.“

Das war 2011. Harold und Sarah haben 2014 geheiratet, und doch ist ihre Geschichte nicht das klassische „Banker verführt Sekretärin“. Mittlerweile ist er nicht mehr Banker (auch wenn er gern zurück in die Branche möchte). Und mittlerweile ist er auch nicht mehr Harold, sondern Alexandra. 

Nachdem Harold Sarah kennengelernt und geheiratet hatte, wurde er zur Frau. Er unterzog sich im November 2021 einer Geschlechtsumwandlung, bekam Haare transplantiert, liess sich Brüste sowie Nasen und Augen operieren. Mit einer Grösse von 1,82 m und Schuhgrösse 42 ist Alexandra noch immer makellos gekleidet – jetzt allerdings nicht mehr in dunklen Massanzügen, sondern in Jimmy Choo Schuhen und Designerkleidern.

The Times berichtete dieses Wochenende über die Geschichte von Alexandra und Sarah. Sie sind noch immer verheiratet, auch wenn Sarah das Verschwinden von Alexandras männlichen Genitalien bedauert. „Ich habe ihn geliebt und es war Teil von ihm“, kommentiert sie Harolds Geschlechtsumwandlung. „Wir sind sehr offen. Alle unsere Freunde wussten Bescheid und haben uns sehr unterstützt. Es gab keine Geheimnisse.“

Alexandra sagt, dass sie einfach nicht mehr als Harold leben konnte. „Transgender zu sein ist nichts, was man sich aussucht. Aussuchen kann man sich nur, wie man mental damit umgeht und wie man den Prozess des eigenen Coming Outs gestaltet. Leute, Ihr könnt mir glauben – ich wäre wirklich lieber ein ganz normaler Typ“, schrieb sie unlängst in einem Blog.

Alexandra war bis 2019 bei der Deutschen Bank und verbrachte unter anderem ein Jahr als Group COO bei einer Bank in Bahrain – damals noch als Harold. In ihrem letzten Jahr bei der Deutschen Bank zog sie unter ihrem Anzug Strumpfhosen und Rüschenhöschen an.

Alexandra, die aus einer streng katholischen Familie kommt uns sehr erfolgreiche Brüder hat, lernte durch Sarah – mit ihrer herzlichen Familie und ihrer Schwester, die Musikerin ist – einen neuen Blick auf das Leben kennen. „Ihr Leben drehte sich um Freunde und Familie”, so Alexandra.

Nach dem ihre Operation abgeschlossen ist, ist Alexandra jetzt zurück in Grossbritannien und sucht eine neue Stelle. Manche sind verwirrt und fragen, ob sie eine Verwandte von Harold sei. Manche ehemalige Kollegen haben angedeutet, dass sie ihre neue Identität nicht anerkennen. „Es gibt Leute, die ich seit Jahren kenne und mit denen ich lang zusammen gearbeitet habe, die jetzt nicht mehr mit mir umgehen können. Sie können das einfach nicht akzeptieren.” Andere seien offener: Ich habe mit vielen jüngeren Leuten in der Finanzbranche zu tun, die kein Problem damit haben und die mich sehr unterstützen“, berichtet Alexandra.

Die Deutsche Bank sollte aufhören: Die Bank braucht dringend weibliche Mitarbeitende. In ihrem letzte Woche erschienenen HR Report schreibt die Deutsche Bank, dass bis 2025 35 Prozent ihrer Beschäftigten auf Vice President-, Director- und Managing-Director-Ebene weiblich sein sollen. Ende 2021 lagen die Anteile bei 33, 28 und 19 Prozent.

Es gibt da eine erfahrene Bankerin, die der Deutschen Bank helfen kann, dieses Ziel zu erreichen. Sie hat schon Jahrzehnte dort gearbeitet, sie ist höchst kompetent und sie steht ab sofort zur Verfügung…

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