Credit Suisse behält Boni auch von Leuten ein, die schon vor Jahren gegangen sind

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Credit Suisse behält Boni auch von Leuten ein, die schon vor Jahren gegangen sind

Die Credit Suisse verärgert mit dem Clawback von Boni nicht nur ihr derzeitiges Personal, sondern auch Ehemalige, die schon weg waren, bevor das „Horrorjahr“ stattgefunden hat.

Wie wir letzte Woche berichtet haben, fordert die Credit Suisse 34 Prozent der aufgeschobenen Boni aus den Vorjahren zurück, die in Form von Performance Shares ausbezahlt wurden. Insider sagen, dass die Clawbacks überproportional Mitarbeitende aus dem Sales und Trading in der ehemaligen Division Global Markets betreffen, und dass sie auch für Anteile gelten, die im Februar 2022 unverfallbar geworden sind. Intern gibt es heftigen Unmut, auch wenn die Situation (vielleicht) unausweichlich ist, wenn man bedenkt, dass die Investmentbank der Credit Suisse letztes Jahr einen Verlust von 3,7 Mrd. Franken (4 Mrd. Dollar) gemacht hat.

Weniger fair, aber vielleicht ebenfalls unausweichlich, ist die Tatsache, dass die Credit Suisse auch die noch nicht ausgezahlten Boni von Mitarbeitenden einbehält, die das Unternehmen bereits vor einigen Jahren verlassen und sich zufrieden zur Ruhe gesetzt haben. Es sind Leute, die weder mit Archegos noch mit den Verlusten etwas zu tun hatten und die in einem Anflug von Altersschwachsinn damit gerechnet hatten, einen Teil ihres Auskommens aus diesen Aktien zu erhalten.

„Als ich überlegt habe, bei der Bank zu gehen, war klar, dass der aufgeschobene Bonus ein wichtiger Beitrag zur Deckung meiner Lebenshaltungskosten sein würde“, sagt ein Market-Mitarbeiter der Credit Suisse, der sich im Jahr 2020 zur Ruhe gesetzt hat. „34 Prozent weniger sind ein echter Schlag. Dazu kommt, dass sich der Aktienkurs der Credit Suisse weiterhin unterdurchschnittlich entwickelt. Das ist ganz eindeutig nicht das, was wir uns erhofft oder erwartet haben.“

Die Credit Suisse lehnte es ab, sich zu den Clawbacks zu äussern, deren Zuweisung an Bedingungen geknüpft ist. Die genannten Bedingungen besagen, dass die Boni zurückgefordert werden, wenn die Bank einen Verlust von mehr als 1 Mrd. Franken macht, und dass bei einem Verlust von mehr als 4 Mrd. Franken 60 Prozent zurückgefordert werden. Auf dieser Grundlage könnten die Rückforderungen in Höhe von nur 34 Prozent sogar noch als freundlich angesehen werden.

Ehemalige Beschäftigte der Credit Suisse sehen das nicht so. „Ich habe die Credit Suisse vor zwei Jahren verlassen“, so der Pensionär. „2021 habe ich dort nicht mal mehr gearbeitet!“. Er sagt weiter, dass es Gerüchte gibt, wonach die Credit Suisse ihre Ehemaligen entschädige. Ist das nicht der Fall, werde er sich „auf jeden Fall“ einer geplanten Sammelklage gegen die Bank anschliessen.

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