Der Goldman-Sachs-Bericht über 22-Jährige mit 180.000 Dollar Jahresgehalt

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Der Goldman-Sachs-Bericht über 22-Jährige mit 180.000 Dollar Jahresgehalt

Eine Präsentation, in der die Arbeitsbelastung von Junior-Bankern detailliert aufgeschlüsselt wird – darauf, so könnte man meinen, hat Goldman Sachs nicht mehr wirklich viel Lust. Schliesslich hatte eine ähnliche Präsentation, verfasst von 13 aufgebrachten First-Year-Analysts, letztes Jahr einen Sturm an negativer Publicity ausgelöst und war mitverantwortlich für eine Gehaltserhöhung, die im vergangenen Jahr die Vergütung von Goldman Sachs-Analysten im ersten Jahr auf 110.000 Dollar Fixgehalt plus 70.000 Dollar Bonus ansteigen liess.

Das HR-Team von Goldman Sachs lässt sich davon nicht abhalten und hat dieses Jahr zum Zwecke der Personalgewinnung eine eigene Fassung eines Day In The Life of an Analyst zusammengestellt, die nun an Business Insider durchgestochen worden ist.

In der Präsentation werden keine genauen Stundenzahlen genannt, aber die ersten beiden Aufgaben finden schon vor dem Punkt „frühstücken“ statt, und vier Aufgaben (plus ein Ausflug ins Fitnessstudio) kommen nach dem Punkt „Abendessen“, so dass Interessierte eine ziemlich gute Vorstellung davon haben sollten, worauf sie sich einlassen. Die Jobbeschreibung übertreibt nicht – ein „typischer Tag“ beinhaltet eine Telefonkonferenz mit dem CEO und dem CFO eines Kunden sowie eine Besprechung mit einem MD, aber im Gegensatz zum Recruiting-Material von manchen Unternehmensberatungen wird nicht suggeriert, dass man vom Tag 1 an Ratschläge an Unternehmenslenker verteilt. Bei den meisten Aufgaben handelt es sich um banale, aber genau beschriebene Dinge, die bei Junior-Analysten anfallen, etwa „Excel-Modell öffnen und neue Datentabelle einrichten“, „Textänderungen einarbeiten“, oder „Seiten in PowerPoint einrichten“.

Wenn jemand enttäuscht ist von der Diskrepanz zwischen Vorstellung und Wirklichkeit, dann nicht weil er zu viel, sondern zu wenig zu tun hat. Der Analyst in der Präsentation scheint auf zwei Teams zu arbeiten – „Team B“ ist ein Live-Geschäft, das Gespräche mit Anwälten und Kunden erfordert, während sich „Team A“ in einem fortgeschrittenen Stadium eines Pitches zu befinden scheint, mit einem Meeting am nächsten Tag.

Das kommt in vielerlei Hinsicht dem idealen Arbeitspensum für einen Analysten nahe – es wird nie langweilig, aber die Arbeit kann bewältigt und nach Prioritäten geordnet werden. Wenn Team A den Deal gewinnt oder Team C (und D und E) ad hoc unterstützt werden müssen, dann wird es natürlich so hektisch, wie gemeinhin erwartet. Aber was ist, wenn die Arbeit ausbleibt?

Es ist eine ganz andere Art von Stress, wenn ein „typischer Arbeitstag“ schon vor dem Frühstück beginnt mit „Informieren Sie sich über branchenweite Kündigungen“, gefolgt von einem „Post-Mortem-Meeting zu den Gründen, warum Team Z den einzigen IPO des Quartals verpasst hat“ bis zum nach dem Abendessen folgenden Punkt „mit Freunden darüber munkeln, welche Teams bald entlassen werden“. In Bärenmärkten kann einem das Gefühl der Sinnhaftigkeit abhanden kommen, denn es gibt einen grossen Unterschied zwischen „Überarbeite die Folien für den morgigen Team-Pitch“ und „Überarbeite die Folien für die Spec-Präsentation des MDs im nächsten Monat“.

Die Präsentation richtet sich an Interessierte für das 2023-er-Internship Program. Niemand weiss, unter welchen Vorzeichen diese dann ins Berufsleben starten. Aber es ist durchaus denkbar, dass junge Banker dann an das Jahr 2021 zurückdenken und feststellen, dass zu viel Arbeit nicht unbedingt das Schlimmste ist, was einem passieren kann.

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