„Wer in der Finanzwelt jünger als 34 ist, hat keine Ahnung, was da kommt“

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„Wer in der Finanzwelt jünger als 34 ist, hat keine Ahnung, was da kommt“

Es ist nicht neu: Sobald die Geschäfte nicht mehr ganz so boomen, taucht irgendein Neunmalkluger auf und behauptet, dass die gesamte Alterskohorte bisher auf Rosen gebettet war und keine Ahnung davon hat, wie es ist, trocken Brot zu essen. Normalerweise fallen solche Kommentare im Zusammenhang mit Tradingjobs. Jetzt gibt es sie auch in Bezug auf Private-Equity-Jobs.

„Wer jünger als 34 Jahre ist, hat in seinem gesamten Berufsleben noch nicht erlebt, wie man in einem Umfeld investiert, in dem die Zinsen steigen oder in dem die Märkte dümpeln“, erklärte Scott Kleinman, Co-President von Apollo Global letzte Woche auf der Milken Institute Global Conference in Beverly Hills. In ihrer Berichterstattung über die Konferenz schreibt die Financial Times dass Marc Rowan, Chief Executive von Apollo, dazu einen Running Gag habe: „Du arbeitest schon zehn Jahre lang bei mir und ich weiss immer noch nicht, ob Du ein guter Investor bist.“

Auch wenn das zum Teil Konferenz-Smalltalk sein dürfte, steckt dennoch ein Körnchen Wahrheit darin. Die heutigen 34-jährigen waren 20 als die Finanzkrise einbrach und damit noch im Studium. Die meisten werden im Private Equity frühestens mit 25 oder 26 angefangen haben. Als die Krise in der Eurozone in vollem Gange war, schritt Mario Draghi ein und erklärte, er werde tun, „whatever it takes“.

Dieses Mal wird kaum ein ähnlicher Retter auf den Plan treten. Die FT berichtet, auf der Milken Conference sei immer wieder getuschelt worden über „Rezession“, „Korrektur“ und „in einer schwierigen Lage sein“. Rowan sagte, die Märkte würden weiter einbrechen, Kleinman erklärte, die Fed werde beim Versuch, die Inflation einzudämmen, eine Rezession auslösen. Es gibt die Sorge, dass weniger Geld ins Private Equity fliesst und die schwindende Begeisterung für Junk Bonds sich auf LBOs auswirkt. 

Im Moment scheint nichts davon sich in der Rekrutierung oder auch der Vergütung im Private Equity niederzuschlagen. In der jüngsten Private-Equity-Rekrutierungsrunde in New York ging es heiss her, Unternehmen führten Vorstellungsgespräche mitten in der Nacht, um so einen Wettbewerbsvorteil zu erhalten. Bei der Veröffentlichung der Ergebnisse letzte Woche gab Apollo bekannt, im ersten Quartal 185 Leute eingestellt zu haben und vor allem in Asien zu expandieren. Apollo, die bekannt dafür sind, gut zu bezahlen, hat seine Vergütungsausgaben letztes Jahr um 24 Prozent nach oben geschraubt. Associates bei Apollo, die um die 28 Jahre alt sind, bekommen für die von ihnen beklagten 20-Stunden-Tage jetzt 550.000 Dollar.

Das ist jede Menge Geld für jemanden, der noch nie brenzlige Situationen erlebt hat und diese im Ernstfall vielleicht gar nicht meistern kann. Von den Private-Equity-Leuten, die über die entsprechende Erfahrung verfügen, lassen die meisten es sich mittlerweile in Long Island gutgehen. Die FT berichtet, die Konferenzveranstalter hätten darüber sinniert, wie sie einen Deal zwischen Singer und dem Maschinenbau-Giganten International Harvester finanziert hätten, der zu einem Zeitpunkt stattgefunden hat, als sich ebenfalls die Inflation verschärfte und die Fed die Zinsen anhob: Im Jahr 1984. 

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