26-jähriger Hedgefonds-Manager arbeitet Tag und Nacht

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26-jähriger Hedgefonds-Manager arbeitet Tag und Nacht

Nikita Fadeev ist erst seit vier Jahren fertig mit dem Studium, trägt aber schon eine Menge Verantwortung. Während andere mit 26 als Associates bei Investmentbanken arbeiten, ist Fadeev Partner und Head of Fasanara Digital, einem Quant-Krypto-Hedgefonds mit 150 Mio. Dollar an verwalteten Krypto-Assets. Er hat ein Team von 13 Leuten, darunter ehemalige Angestellte von BlueCrest und arbeitet in einem Büro in Mayfair und in seiner Wohnung in Canary Wharf. 

„Ich bin verantwortlich für die Investitionen und die strategische Ausrichtung des Fonds“, so Fadeev, der Mathematik in St. Andrews studiert hat und auch bekannt ist, weil er die London's Quant Conference veranstaltet. Als wir Fasanara Digital 2018 gegründet haben, hab es kaum was – keine Strategien, keine Beziehungen zu Trading Counterparties und kein Kapital. Wir haben ein Jahr gebraucht, um alles aufzubauen, Infrastruktur und Trading-Strategien zu schaffen. Dann haben wir externe Assets eingeworben und angefangen, das Team zu erweitern. Im Lauf der Jahre sind wir einer der grössten Akteure in diesem Umfeld geworden.“

Fasanara Digital gehört zu Fasanara Capital, ein Hedgefonds, der 2011 vom ehemaligen Merrill-Lynch-Banker Francesco Filia gegründet worden ist, mit 3,5 Mrd. Dollar an Assets Under Management. Als Student habe er, so Fadeev, eigentlich vorgehabt, in den Bereich quantitative Finance bei einer Bank oder einem Hedgefonds zu gehen, aber als sich die Gelegenheit ergab, bei einem etablierten Hedgefonds einen Kryptofonds aufzubauen, habe er diese Pläne schnell über den Haufen geworfen. „Der Krypto-Raum ist gerade am Entstehen. Es gibt aus technischer Sicht viele Probleme, aber es geht schnell voran und alle haben mit denselben Themen zu tun, haben also dieselben Startvoraussetzungen. Es ist chaotischer als ‚TradFi‘, aber es gibt mehr Möglichkeiten, etwas zu bewegen“, sagt er.

Das heisst nicht, dass das Betreiben eines Krypto-Hedgefonds einfach ist. Die Kryptomärkte laufen rund um die Uhr und Fadeev kann nie so abschalten, wie Trader, die in traditionelleren Produkt-Bereichen arbeiten. „Ich arbeite sieben Tage die Woche – vier Tage zuhause und drei Tage im Büro. Es ist fordernd, aber es gefällt mir“, sagt er.

Wenn die Märkte schwanken (was oft vorkommt), arbeitet Fadeev auch nachts. „Wenn die Risiko-Metriken bestimmte Schwellenwerte überschreiten, bekommen wir eine automatische Benachrichtigung mit der Anweisung, was wir tun sollen – und das kann zu jeder Tages- oder Nachtzeit passieren“, erzählt er. „Es gibt Nächte, in denen die Märkte schwanken und wir viele solcher Benachrichtigungen bekommen – früher waren es noch viel mehr, aber es wird jetzt weniger, weil unsere Prozesse zunehmend automatisiert werden.“

Es ist ein Ablauf, bei dem Erschöpfung vorprogrammiert sein könnte, aber Fadeev sagt, das bewältigen zu können, hebe ihn von anderen ab. „Es ist schwer und es braucht eine Menge Commitment“, sagt er. „Man muss es wirklich wollen und die meisten wollen es nicht genug, um bereit zu sein, so zu leben. Es ist eine natürliche Auslese. In der Fond-Management-Branche sind alle smart und wenn man erfolgreich sein will, muss man Wege finden, wie man sich im Wettbewerb abheben kann und besser sein kann als die anderen.“

Es gibt kein Geheimrezept dafür, wie man die Arbeitsbelastung meistern kann. Fadeev geht nicht laufen und nutzt auch keine Meditations-Apps. Er macht es einfach: „Ich habe kein besonderes Rezept. Ich gehe ins Fitnessstudio, aber ich praktiziere keine Achtsamkeit oder Kampfsport oder solche Dinge. Ich stehe einfach auf und arbeite. Ich kann eigentlich kaum was anderes.“

Ebenso wie andere, die ihr Berufsleben dem Krypto verschrieben haben, sagt Fadeev dass die aktuelle Krypto-Eiszeit vorbei gehen wird. „Der jüngste Rückgang beim Wert von Krypto-Assets ist nichts, was Krypto-spezifisch wäre“, sagt er.  „Und Krypto bleibt auch nicht hinter den Erwartungen zurück: Wenn jemand letztes Jahr gesagt hätte, dass wir eine Situation haben, in der Bonds so schlecht laufen wie zuletzt 1842, viele Blue-Chip-Wachstumsaktien ausradiert werden, die Zinsen steigen und die Liquidität gedrosselt wird und der Bitcoin dennoch nur um 30 bis 40 Prozent nachgibt – dann hätte man gesagt, dass das angesichts der Umstände ja noch recht harmlos ist, wenn man bedenkt, was alles hätte passieren können.“

Volatilität ist im Krypto-Bereich nichts Neues, so Fadeev. „Generell denke ich, dass es eine gesunde Korrektur ist, die Exzesse abwendet und Marktteilnehmer dazu zwingt, sich darauf zu konzentrieren, den Raum aufzubauen und weiter zu bringen.“

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