Mehr Gehalt bei den Big Four: 1.000 Pfund mehr bei EY, 2.000 bis 4.000 Pfund mehr bei KPMG

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Mehr Gehalt bei den Big Four: 1.000 Pfund mehr bei EY, 2.000 bis 4.000 Pfund mehr bei KPMG

Laut einem Audit Associate bei EY in London sind die Einstiegsgehälter 2022 um 1.000 Pfund (1.170 Euro) erhöht worden, um auf die Inflation zu reagieren. Der besagte Associate ist 2021 ins Unternehmen gekommen, mit einem Gehalt von 29.000 Pfund (rd. 34.000 Euro), das jetzt auf 30.000 Pfund (rd. 35.000 Euro) angehoben worden ist – ein Gehaltsplus, das leicht über der Inflation liegt, wenn man bedenkt, dass der Verbraucherpreis-Index zum Zeitpunkt des Einstiegs ins Unternehmen bei 3,1 Prozent lag . Jetzt, wo die Inflationsrate im April 2022 bei 9 Prozent liegt, wirken die zusätzlichen 1.000 Pfund (1.170 Euro) nicht mehr so grosszügig.

Nach Angaben des Associates sehen die aktuellen Gehaltsbänder in der Audit Division bei EY in London wie folgt aus:

EY wollte sich zu den oben genannten Gehaltsbändern nicht äussern. Auf die Frage, ob sich die bei EY bevorstehende Trennung des Audit-Geschäfts vom Consulting auf die Gehälter auswirken werde, antwortete EY, man „sei in der frühen Phase der Evaluation und es ist noch nichts entschieden worden“.

Der Audit Associate, mit dem wir gesprochen haben, glaubt nicht, dass die Abtrennung des Consultinggeschäfts mit seinen höheren Margen sich negativ auf die Gehälter niederschlägt. „Das Audit-Geschäft trägt sich selbst“, sagte er und widerspricht damit der Medienberichterstattung, wonach die Consulting-Umsätze von jeher andere Unternehmensbereiche querfinanziert hätten. Während das Audit-Geschäft sich selbst tragen kann, räumte der Associate allerdings ein, dass die Gewinnmargen hier kleiner seien und EY die Gehälter seiner Accountants nur begrenzt erhöhen könne.

Da sie Teil der „Big Four“ sind, kann man nicht über EY berichten ohne auch auf Deloitte, KPMG und PWC zu schauen. „Alle haben den Eindruck, dass KPMG an Platz 4 steht“, so der Audit Associate, auf Platz 3 stehe EY, auf Platz 2 PWC und Deloitte auf Platz 1. KPMG sind allerdings nicht die letzten wenn es um unterjährige Gehaltserhöhungen geht: Im vergangenen Monat wurde verkündet, dass man die Gehälter der 15.800 Angestellten in UK unterhalb der Partner-Ebene um 2.000 bis 4.000 Pfund erhöhen werde. Auch für die Partner läuft es gut – im letzten Jahr haben diese so gut verdient wie seit 2014 nicht mehr, im Durchschnitt waren es 688.000 Pfund (805.000 Euro) pro Kopf. Doch auch wenn das Bier im Norden des Landes billiger ist, sollte man sich davor hüten, in die intern als „Band 4“ bezeichneten Standorte zu kommen, zu denen Edinburgh, Glasgow und Leeds gehören und wo die Einstiegsgehälter 2020-2021 bei 22.000 Pfund (25.000 Euro) lagen. 

Während Angestellte gern Vergleiche zwischen den Big Four anstellen, vergleichen sie auch gern die Vorteile von Accounting vs. Banking. Die Zahl von 688.000 Pfund pro Partner bei KPMG ist kleiner als das Einstiegs-Partner-Gehalt von 757.000 Pfund bei Goldman Sachs (die einzige grosse Investmentbank mit einer Partner-Struktur), die Gehaltsentwicklung vom Junior zum Senior ist allerdings sehr viel steiler.

Nehmen wir an, ein KPMG-Audit Associate steigt ein mit 30.000 Pfund, was auf der Grundlage der neusten Daten, die uns zu den Gehaltsbändern vorliegen, angemessen erscheint. Der durchschnittliche KPMG-Partner verdient das 23-fache seines Gehalts. Bei Goldman Sachs oder einer anderen Bank, wo die Einstiegsgehälter einschliesslich Boni bei etwa 80.000 Pfund liegen, liegen die Gehälter für wichtige Risikoträger (d.h. die besten MDs und Partner des Unternehmens) im Durchschnitt bei 1,1 bis 1,3 Mio. Pfund. Das ist ein 14-16-faches des Einstiegsgehalts.

Und warum sind diese Daten so interessant? Weil sowohl die Angestellten als auch die Medien über die mickrigen Gehälter bei den Big Four schimpfen und die Einstiegsgehälter von 30.000 mit denen von 80.000 Pfund vergleichen. Wenn man sich jedoch die höheren Ebenen des Unternehmens ansieht, steigt die Vergütung bei den Big Four relativ gesehen schneller. Natürlich handelt es sich hierbei um grobe Schätzungen, bei denen davon ausgegangen wird, dass ein Mitarbeiter es bis an die Spitze schaffen kann.

Was fehlt, sind Daten darüber, wie schwer es ist, in den jeweiligen Branchen auf der Karriereleiter aufzusteigen. Schön und gut, dass im Jahr 2020 339 Mitarbeiter bei Goldman Sachs mehr als 1 Mio. Euro verdient haben, doch wie schwer war es, das zu erreichen? Ist es leichter, Partner bei KPMG zu werden und 688.000 Pfund zu verdienen? Wir vermuten, dass es schwieriger ist, Partner bei Goldman Sachs zu werden. Die Frage ist also: Willst du lieber eine höhere Chance, weniger Geld zu verdienen, oder eine geringere Chance darauf, mehr Geld zu verdienen?

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