High-Yield-Trader fand es bei Barclays zu langweilig und verkauft jetzt Kunst an Rap-Stars

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High-Yield-Trader fand es bei Barclays zu langweilig und verkauft jetzt Kunst an Rap-Stars

Ovie Faruq war es bei Barclays langweilig geworden. Er hatte 2011 als Praktikant bei der Bank angefangen, sechs Jahre lang als Credit Trader in London gearbeitet, war 2018 als High Yield Trader innerhalb der Bank nach New York gewechselt – doch dann liess seine Begeisterung für den Job nach.

„Das Schlimmste am Trader-Dasein war wahrscheinlich, dass ich neben dem Beruf kein Leben hatte“, sagte Faruq im April. „Wir haben von 7 bis 17 oder 18 Uhr gearbeitet und abends standen Networking-Events an und das war fast zehn Jahre lang mein Leben, ohne dass Zeit für viel anderes blieb.“

Obwohl er Mathe und VWL an der London School of Economics studiert habe, hätte er, so Faruq, schon immer einen Faible für Kunst gehabt. Als Teenager kaufte und verkaufte er Kameras und kreierte mit Photoshop wilde Bilder an der Grenze zwischen Weltraumfantasie und irdischer Realität. Mit Beginn des Studiums machte er damit allerdings nicht mehr weiter. „Als ich an der Uni war, hatte ich einfach keine Zeit mehr für Kunst als Hobby. Ich habe es im Prinzip einfach aufgegeben.“

Bis es ihm in den Vormittags-Meetings bei Barclays langweilig wurde. Während einer Besprechung bei Barclays in New York City habe er dann, so Faruq, „einfach irgendwas auf den Notizblock gekritzelt“ und am Ende ein „Bild von einem Typen mit Kapuzenpulli, auf dem ein Totenkopf drauf ist“ gezeichnet. Aus der halb-autobiografischen Figur wurde RektGuy, einer von mehreren NFTs, mit denen Faruq gerade berühmt wird.

Am Samstag twitterte der Rapper Snoop Dogg, dass er gerade einen von Faruqs Rekt-NFTs gekauft und ihn zu seinem Avatar gemacht hat. Das Trading-Volumen von Faruqs OSF NFTs auf OpenSea ging daraufhin um 250 Prozent nach oben. „Gestern hat Snoop Dogg mein Bild gekauft und es zu seinem Profilbild gemacht. Verrückte Zeiten!“, schrieb Faruq auf LinkedIn.

Eine Anfrage, sich für diesen Artikel zu äussern, blieb bei Faruq unbeantwortet, er hat allerdings zuvor erklärt, dass seine Begeisterung für NFTs entstanden ist, als er sich nach seiner Kündigung bei Barclays betrunken hat. „Ich bin betrunken heimgekommen und konnte nicht schlafen. Es war 3 Uhr morgens und ich war noch wach“, sagte er. „Ich habe auf meinem Handy durch Twitter gescrollt. Und ich habe gesehen, dass ein paar Leute ein Ding namens Bored Ape Yacht Club ‚geminted‘ haben.“

Faruq hatte schon vorher mit NFTs zu tun, aber schlussendlich mintete („kaufte“) er 150 Bored Ape NFTs. „Ich war ein bisschen betrunken. Ich hatte gerade meinen Job gekündigt. Es sah cool aus und ich habe einfach mitgemacht“, berichtete er. Faruqs Kollege bei Barclays, Mike Anderson, durch den er NFTs kennengelernt hatte, versuchte, ihn zur Zurückhaltung zu überreden und sagte ihm, dass er betrunken sei und sich „in einer Art panischen Lebenskrise befinde“, aber Faruq hörte nicht auf ihn.

Das war im April 2021. Faruq war bei Barclays in New York gegangen und wollte zu HSBC wechseln, aber Barclays überzeugte ihn zu bleiben, und er ging innerhalb der Bank zurück nach London, um mit Emerging Markets zu handeln. Im März 2022 verliessen er und Anderson gemeinsam die Bank. Die beiden leiten jetzt Canary Labs, ein NFT-Investment- und Beratungsunternehmen. Daneben entwickelt sich Faruq aber auch selbst zu einem grossen NFT-Künstler.

„Ich habe mich früher sehr für Kunst interessiert und das habe ich eigentlich lange Zeit vergessen. Als ich ein Kind war, habe ich immer gezeichnet und gemalt. In der Schule hat es mir gelegen, ich bin gerne kreativ gewesen“, sagt Faruq.

Faruqs Anhänger können Einzelausgaben seiner Werke bei SuperRare für bis zu 80.000 Dollar kaufen. Alternativ kriegt man einen eigenen Rektguy-Avatar auf OpenSea für umgerechnet 1.600 Dollar, ein von Faruq kreiertes blinkendes NFT-Set in einem Rotlicht-Bezirk gibt es für 31.000 Dollar und das semi-autobiografische Porträt von Faruq auf dem Trading Floor (siehe oben) ist für 3.400 Dollar zu haben. Die meisten dieser Bilder hat Faruq kostenlos abgegeben, er bekommt jedoch für jeden Handel Tantiemen von 5 bis 7,5 Prozent.

Faruq sieht seine Trader-Karriere nicht nur negativ. Er sagt, dass er dabei viel wertvolles in Sachen Risikobereitschaft gelernt hat – und das wiederum könne nun in sein neues Projekt mit Anderson, das in NFTs investiert, einfliessen. Besonders bekannt geworden ist er jedoch durch seine Kunst. Und seine Kunst hat das Potenzial, ziemlich lukrativ zu sein, vor allem, wenn das Trading-Volumen dank Celebrity-Unterstützung steil nach oben geht.

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