So sieht dein Leben als Junior Trader bei Goldman Sachs in Paris aus

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So sieht dein Leben als Junior Trader bei Goldman Sachs in Paris aus

Sophia Mastrell arbeitet als Equity-Derivatives-Trader am Convertible-Bonds-Desk bei Goldman Sachs in Paris. Sie ist dort seit 2021, nachdem sie an der Copenhagen Business School einen Abschluss in International Business erworben hat. Sophia hat an der „women’s trader academy“ bei Goldman Sachs teilgenommen, einer Initiative für junge Frauen, die gern mehr über eine Karriere im Trading erfahren wollen. Anschliessend folgte ein Praktikum und schliesslich der Berufseinstieg.

7.15 Uhr. Ich wache auf und stehe auf. Ich bin kein Morgen-Mensch, will also nicht noch früher aufstehen. Ich habe noch Zeit, mich fertig zu machen, fahre ins Büro und hole mir unterwegs etwas zum Frühstück.

8.15 Uhr. Ich komme im Pariser Büro an. Wir haben eben erst neue Büroräume bezogen und haben von unserem Dach aus einen tollen Blick auf den Arc De Triomphe und den Eiffelturm. Ich hole mir einen Kaffee und beginne, die Preise durchzuschauen.

Ich arbeite mit Convertible Bonds. Das sind sogenannte „over-the-counter (OTC) products“, was bedeutet, das sie nicht an der Börse gehandelt werden. Ich schicke die Preise über das Bloomberg Terminal an die Kunden.

8.45 Uhr. Wir haben jeden Tag ein Meeting, bevor die Börsen um 9 Uhr öffnen. Wir sprechen dabei normalerweise über den Trading Flow in den letzten Tagen, schauen uns Live-Issues an, beispielsweise, was wir mit Bonds vorhaben, die wir schon in unseren Büchern haben. Auf diesen Meetings können Kollegen aus dem Sales und Trader den anstehenden Tag durchsprechen. Sales-Leute sind die Hauptanlaufstellen für Kunden: Sie schlagen Trading-Ideen vor und legen – sofern die Trades ausgeführt werden – die Preise fest, platzieren das Trading und verwalten die Risiken im „Book“. Das „Book“ ist unser aktuelles Portfolio an konvertiblen Bonds und Hedges.

9 Uhr. Die Börsen öffnen und der Handelstag beginnt. Wenn die Order hereinkommen, bin ich ständig im Austausch mit Sales-Leuten. Wir sprechen über den Trading-Flow und über das, was wir am Markt beobachten.

Konvertible Bonds sind ein interessantes Produkt, weil sie sowohl eine Embedded-Call-Option als auch eine Bond-Komponente haben. Um zu einer Bewertung zu gelangen, müssen wir uns sowohl das Kreditrisiko anschauen als auch die Faktoren, die das Options-Pricing beeinflussen.

9.30 Uhr. Das ist die Tageszeit, zu der bei mir mit am meisten los ist. Mein Team deckt hauptsächlich europäische Kunden ab und wir handeln mit Convertibles aus Europa. Die Kunden sind kurz nach Start des Börsentags besonders aktiv.

Den Vormittag verbringe ich mit Market-Making für Kunden. Wir erhalten die Anfragen von den Sales-Leuten. Ich gebe ein Gebot und ein Angebot ab, um anzugeben, wo ich ein bestimmtes Convertible kaufen und verkaufen würde, und verwalte dann das Risiko, nachdem der Handel stattgefunden hat.

12 Uhr. Ich mache Mittagspause. Normalerweise gehe ich mit einem Kollegen spazieren und wir suchen uns ein Café oder eine Salatbar in der Nähe. Da wir uns im Zentrum von Paris befinden, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten.

12.45 Uhr. Ich sitze wieder am Schreibtisch und widmen mich wieder dem Market-Making. Im Moment handele ich hauptsächlich mit Healthcare- und Pharmaunternehmen und unterstütze meine Teammitglieder, die den Rest des europäischen Convertible-Universums abdecken.

14.30 Uhr. Die Nachmittage sind etwas ruhiger, so dass ich Zeit habe, mit meiner Projektarbeit weiterzumachen. Im Moment arbeite ich an Bewertungs-Screenern. Ich schaue mir die Bewertungen in unserem Convertible-Universum an und schicke Risikoberichte an das Team. In den meisten Fällen erstellen wir die Screener selbst und arbeiten gemeinsam daran, unterstützende Modelle für die Kredit- und Volatilitätskomponenten von Convertibles zu entwickeln.

15.30 Uhr. Market-Marking. 

17.30 Uhr. Kurz nach Börsenschluss haben wir eine weitere Teambesprechung. Je nach Tag findet diese entweder mit dem gesamten Equity-Derivatives-Team oder nur mit dem kleineren Team für das Convertible-Bond-Trading statt.

17.45 Uhr. Ich bin die Jüngste im Team, das bedeutet, dass ich mich nach Börsenschluss um einen Teil der Trading-Admin kümmere und überprüfe, ob unser Risiko korrekt widergespiegelt wird. 

18 Uhr. Ich mache noch ein bisschen Projektarbeit, bei der es um „fundamental company analysis“ geht. Mein Vorgesetzter unterstützt mich total. Vor Kurzem war ich für zwei Wochen im Londoner Büro und konnte mich dort mit dem Team austauschen, das die Fundamentalanalyse für Credit Traders durchführt, der „Fundamental Strategies Group“, und so mein Wissen erweitern. Fundamentalanalyse bedeutet, dass ich mir die Bilanzen eines Unternehmens ansehe und sie für Prognosen verwende. Im Moment befasse ich mich hauptsächlich mit High-Yield- und Distressed-Kreditunternehmen.

18.30 Uhr. Um diese Zeit kann ich normalerweise gehen. Mein Team legt grossen Wert auf Zeit ausserhalb der Arbeit. Keiner bleibt unnötig lange im Büro. Manchmal haben wir nach der Arbeit Kundentermine, aber wenn nicht, treffe ich mich normalerweise mit Freunden, im Sommer spiele ich mit Kollegen Tennis. Ansonsten gehe ich nach Hause ins 8. Arrondissement und rufe dann meine Eltern oder Freunde an, entspanne mich und spiele Gitarre. 

Als ich bei Goldman Sachs angefangen habe, konnte ich mir aussuchen, ob ich in London oder Paris arbeiten möchte. Ich habe mich für Paris entschieden und habe es bisher nicht bereut. Paris ist ziemlich klein, so dass es sehr einfach ist, die Stadt zu erkunden. Die Architektur hier ist wunderschön und ich wohne sehr zentral, direkt neben einem kleinen Park, durch den ich zur Arbeit gehen kann. Und ich kann meine Französischkenntnisse anwenden!

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