„Ich habe im Banking 100 Stunden pro Woche gearbeitet und fand es toll“

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„Ich habe im Banking 100 Stunden pro Woche gearbeitet und fand es toll“

Ich habe an der Wall Street gearbeitet und was mir damals mit am besten gefallen hat, war das lange Arbeiten. Viele Jahre lang habe ich die Wochenenden durchgearbeitet – und war glücklich! Wenn du unglücklich damit bist, 12 oder 14 Stunden am Tag arbeiten zu müssen, dann sind nicht die Stunden das Problem, sondern der Job an sich!

Wenn man mit Leidenschaft bei der Sache ist, kann man 100 Stunden arbeiten und das nicht als belastend empfinden. Wenn man leidenschaftlich verliebt ist und 100 Stunden in der Woche mit dem geliebten Menschen verbringt, schmälert das nicht die Lebensqualität. Wenn deine Leidenschaft deine Kinder sind und du 100 Stunden mit ihnen verbringst, wird das dein Leben nicht beeinträchtigen.

Die Wall Street liegt nicht jedem und das Investmentbanking hat mir nicht gelegen. Ganz und gar nicht. Ich persönlich mag es, Risiken einzugehen. Ich habe Sales gemacht. Das ist eine ganz andere Art von Job als das Investmentbanking. Ich war beruflich mit Leidenschaft dabei, und ich habe mich entschieden, mein Leben so zu leben. Es gibt einige, die das machen. Eine Zeitlang sass ich bei Bear Stearns Tür an Tür mit David Solomon. Er hat unglaublich viel gearbeitet und man hat ihm angemerkt, dass es ihn begeistert hat, Investmentbanking-Deals zu machen. Er war Feuer und Flamme! Und jetzt ist er Chef von Goldman Sachs.

Ich will kein Plädoyer für Überstunden halten. Ich sage nur, dass ich persönlich es toll fand, weil ich meinen Job geliebt habe. Das habe ich wirklich. Andere Menschen sind anders. Ich respektiere das. Wenn du nicht mehr als 37 Stunden pro Woche arbeiten willst, solltest du das natürlich auch nicht tun.

Du solltest aber auch deine Grenzen kennen. Ich persönlich könnte 100 Stunden arbeiten, aber keine 120 Stunden. Bei jemand anderem liegt die Grenze vielleicht bei 80 Stunden. Man muss anerkennen, wer man ist, und für sich selbst sorgen, als die Person, die man eben ist.

Es wird heute viel über Work-Life-Balance geredet, aber die gibt es nicht. Gleichgewicht ist ein statisches Konzept. Ich spiele Klavier und setze eher auf das Konzept des Kontrapunkts, also das Zusammenspiel mehrerer Melodien in Harmonie. Dein Leben ist eine Komposition mit einem eigenen Komplex aus verschiedenen Themen. Die Art und Weise, wie du diese miteinander in Einklang bringst, ergibt die Melodie deines Lebens.

Mein Rat an Leute, die ins Investmentbanking einsteigen, ist folgender: Du wirst an deine Grenzen kommen. Diese Grenzen auszuloten, ist eine wesentliche Voraussetzung für Selbsterkenntnis, die wiederum eine wesentliche Voraussetzung für ein zufriedenes und erfülltes Leben ist. Wenn sich herausstellt, dass der Job deine Grenzen überschreitet, dann kündige! Du solltest dich auf keinen Fall für etwas oder jemanden zugrunde richten.

Zwischen 20 und 30 kann man nichts falsch machen. Dein Leben ist jetzt eine Aneinanderreihung von Experimenten, durch die du herausfindest, wer du bist. In deinem Alter gibt es kein Versagen. Du lernst nur, wer du wirklich bist, und entdeckst, was du wirklich gerne machst. Sei froh, wenn du feststellst, dass ein bestimmter Berufsweg nichts für dich ist! Es gibt eine Million Wege, und du wirst deinen finden und dich dabei grossartig fühlen. Aber nur, wenn du es versuchst...

Gleichzeitig gilt: Warum jagen Banken Leute durch 100-Stunden-Wochen? Um herauszufinden, wer am Ende immer noch Spass daran hat. Wie viele sind das? Sehr wenige! Und genau das ist der Punkt. Diejenigen, die nach einer 100-Stunden-Woche immer noch mit Freude dabei sind, sind natürlich die, die bleiben. Es ist nicht „unmenschlich“, sondern es geht darum, die wenigen auszusieben, die in ihrem Job komplett aufgehen.

NATÜRLICH hat das Leben noch andere Dinge zu bieten. Na und? Wen interessiert das schon? Wir sind hier nicht in der Schule. Hier geht es um die Realität, um das Hier und Jetzt. Es ist nicht der Moment für „wir halten uns alle an den Händen und singen“. Hier geht es um GELD, und zwar um sehr viel Geld.

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