Jähes Erwachen für 22-jährige Banker mit 200.000 Dollar Jahresgehalt

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Jähes Erwachen für 22-jährige Banker mit 200.000 Dollar Jahresgehalt

Emmanuel (Manny) Roman, Chief Executive von Pimco, glaubt dass es im Finanzwesen das „Glück, der richtigen Generation anzugehören“ gibt. Banker, die im Post-Volcker-Umfeld von niedriger Inflation und niedrigen Zinsen gearbeitet haben, haben dieses Glück erlebt, so Roman. Die Post-Volcker-Jahre seien „sehr gut für die Finanzmärkte und für unsere Generation“ gewesen, so sagte er im Gespräch mit der Financial Times.

Leider könnte es mit diesem Glück bald vorbei sein. Nach den fetten Jahren wird an anderer Stelle in der Financial Times ein Debt Capital Markets-Banker zitiert, der darüber klagt, wie schwierig es sei, im aktuellen Umfeld Unternehmensanleihen auf den Markt zu bringen. „Früher war es ein Kinderspiel: Man hat einen Deal rausgegeben, die EZB hat eine Riesen-Bestellung gemacht und alle anderen haben sich dann auch angestellt“, berichtet er. „Jetzt ist es viel schwieriger. Der Markt kämpft schon jetzt mit Inflation und Zinsen. Dazu kommt der Ukraine-Krieg und dass die Bank of England ihr Anleihen-Portfolio verkleinern will – und dass das Anleihen-Ankauf-Programm der EZB ausläuft. Dass all das zusammenkommt, geschieht zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt.“

Alle, die in den letzten zwei Jahrzehnten im Banking eingestiegen sind – also die Mehrheit derer, die im Banking arbeiten – dürften vom neuen Umfeld geschockt sein. Am meisten bestürzt dürften die Jungen sein, die im Boomjahr 2021 angefangen haben und vielleicht geglaubt haben, dass die überhitzte Kombination aus hoher Vergütung (Goldman Sachs zahlte seinen First-Year-Analysten letztes Jahr inklusive Bonus 180.000 Dollar, bei Ducera Partners waren es 215.000 bis 230.000 Dollar) und Vorgaben gegen ausufernde Arbeitszeiten die Norm wären. 2022 kommen die Gehälter zurück auf den Boden.

Die Boni für Junior-Banker dürften diesen Sommer viel, viel kleiner ausfallen. Die Arbeitsbelastung steigt. Ausscheidende Mitarbeitende werden nicht ersetzt. Bloomberg berichtet, dass Junior-Banker im Bereich Equity Capital Markets (ECM) gebeten werden, ihren Urlaub aufzuschieben: Banken wollen, dass die bei der Recherche und Vorbereitung von einer möglichen Deal-Welle helfen. Weiterhin berichtet Bloomberg dass einigen Bankern für Juli und August Kundenziele gesetzt wurden, obwohl die besagten Kunden im Urlaub sein könnten. Bei Goldman Sachs, wird laut der Financial Times bei den Praktikanten gespart – diese werden von ihren Teams aus Kostensenkungsgründen nicht mehr zum Ausgehen mitgenommen. Bei der Credit Suisse verzögert sich das Abschicken von Angeboten an Job-Kandidaten… Es ist eine neue Wirklichkeit.

Die Ergebnisse der US-Investmentbanken aus der letzten Woche bringen Licht in die Hintergründe. Die Umsätze in den Bereichen Equity und Debt Capital Markets sind im Jahresvergleich im zweiten Quartal katastrophal eingebrochen. Die Umsätze im M&A – die im ersten Quartal noch gut waren – sind ebenfalls rückläufig. Mehr Arbeit und weniger Gehalt sind unausweichlich. Und es könnte noch schlimmer werden: Bloomberg berichtet ausserdem, dass unter anderem bei Banken wie Bank of America, Citi und UBS überlegt wird, ob man überbesetzt ist. Wenn sich die Lage nicht bessert, wird es Kürzungen geben.

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