Banking-Praktikanten überlegen: „Ich will nicht fett, depressiv und einsam sein“

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Banking-Praktikanten überlegen: „Ich will nicht fett, depressiv und einsam sein“

Bei den diesjährigen Sommer-Praktika bei Investmentbanken zeichnet sich ab, wem die Zeit dort gut gefallen hat – und wem nicht. Und es zeichnet sich ab, wer nach dem Praktikum ein Übernahmeangebot bekommt, und wer nicht.

Die Umsätze im Investmentbanking (M&A und Corporate Finance) sind im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 48 Prozent eingebrochen – und vor diesem Hintergrund ist es im Investmentbanking besonders schwierig, nach dem Praktikum übernommen zu werden. Nicht jede:r wird ein Angebot erhalten. Und nicht jede:r möchte eines bekommen: „Ich möchte nicht fett und deprimiert sein und den Kontakt zu den Menschen verlieren, die mir wichtig sind“, schreibt ein anonymer Praktikant im Web-Forum Wall Street Oasis

Aber auch in anderen Bereichen wird man es nicht leicht haben. Einer, der bei Goldman Sachs Praktikant im Private Wealth Management ist, erklärt dass ihm bereits gesagt wurde, dass es an vielen der Desks, an denen er tätig war, dieses Jahr keine Stellen geben werde. „Sie beteuern, dass alle unterkommen können und dass man wachsen will, aber ich weiss, dass es an den Desks, die ich kennengelernt habe, jetzt schon keinen Platz mehr gibt.“

Angesichts der Tatsache, dass die Umsätze aus dem Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen (FICC) bei den US-Banken im zweiten Quartal um 25 Prozent zugelegt haben (nach Angaben der Deutschen Bank) und die Erträge aus dem Aktienhandel um 9 Prozent gestiegen sind, dürfte es im Sales and Trading einfacher sein, nach dem Praktikum übernommen zu werden. Ein langjähriger Trader bei einer US-Bank in New York City sagt, dass die meisten Stellenangebote an sogenannte Diversity- Candidates (also Bewerber:innen mit diversem Hintergrund) gehen, oder auch an Praktikant:innen, die mit Führungskräften verwandt sind. „Die meisten Desks werden angewiesen, nur Frauen oder ethnische Minderheiten einzustellen“, sagt er. „Entweder das oder Vetternwirtschaft – es gibt viele Kinder von Führungskräften.“

An anderer Stelle scheint es positiver auszusehen. Ein Goldman-Sachs-Praktikant sagte, er habe eine super Zeit gehabt und viel gelernt. „Ich habe hier in sechs Wochen mehr gelernt als in drei Jahren an der Uni“, sagt er. „Im Grunde war es ein Crash-Kurs zu Finance-Themen.“ Und er merkt an, dass die berüchtigten langen Arbeitszeiten gar nicht so schlimm gewesen seien – an den schlimmsten Tagen habe er um 7.30 Uhr angefangen und sei um 23 Uhr heimgegangen. Um 19 Uhr zu gehen, scheint normaler zu sein. „Die Kultur hier ist wirklich gut“, fügt er hinzu. „Ich hatte erwartet, dass Goldman Sachs sehr ‚corporate‘ sein würde, aber alle waren super nett und super hilfsbereit.“

Eine Praktikantin bei einer französischen Bank bestätigte, dass auch sie es bisher „toll“ gefunden hätte und dass fast alle Teams intensiv rekrutieren. „Es gibt hier mehr offene Stellen als Praktikant:innen“, berichtet sie.

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