Mein Big Four-Unternehmen behauptet, nicht rassistisch zu sein, ist es aber doch

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Mein Big Four-Unternehmen behauptet, nicht rassistisch zu sein, ist es aber doch

Ich arbeite in der Wirtschaftsprüfung bei einem Big Four-Unternehmen in London. Es wird hier immer betont, wie divers wir sind und wie wichtig Vielfalt ist, aber das ist alles heisse Luft.

Die Diversität in meinem Team findet nur auf den unteren Ebenen statt, und sie resultiert hauptsächlich daraus, dass man Einwanderer mit Visa eingestellt hat. Fast alle Partner und Senior Manager hier sind britische Staatsangehörige und Weisse.

Die Heuchelei geht mir langsam auf die Nerven. Ich gehöre selbst einer Minderheit an und habe das Gefühl, dass meine ethnische Zugehörigkeit ein Hindernis für mich darstellt. Ich strenge mich total an, arbeite 60 Stunden pro Woche, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich für meinen Einsatz belohnt oder befördert werde. Stattdessen sehe ich, wie einheimische Leute vor mir befördert werden, obwohl sie es nicht anders machen. Ich sehe auch, dass ethnische Minderheiten eher entlassen werden als Einheimische.

Die Voreingenommenheit findet sowohl bewusst als auch unbewusst statt. So wurde mir beispielsweise gesagt, dass ich bei einem bestimmten Kunden nicht erscheinen soll, weil dieser nur mit Weissen bzw. Briten zusammenarbeiten will. Aber ich erlebe auch, dass Partner und Senior Manager solche Leute befördern, die ihnen ähnlich sind.

Natürlich ist mein Unternehmen sehr um Imagepflege bemüht. Es gibt eine Handvoll Nicht-Weisser in leitenden Positionen, und sie dienen als Feigenblatt dafür, dass wir ansonsten nicht gut behandelt werden. Auf vielen Einstiegs- und mittleren Positionen sitzen Leute aus anderen Ländern, die über ein Arbeitsvisum ins Land gekommen sind, und darum sind die meisten von ihnen extrem unterwürfig und stellen den Status quo nicht in Frage – sie haben Angst, alles zu verlieren. Sobald klar wird, dass sie nicht befördert werden, kündigen sie still und leise und suchen sich einen Job auf Unternehmensseite.

Mir persönlich reicht es. Ich spiele mit dem Gedanken, mich zu beschweren, um meine Würde zu wahren – aber mir wird gesagt, ich solle den Mund halten und mir besser einen neuen Job suchen. Ich würde mich freuen über Tipps und Ratschläge – einfach ins Kommentarfeld schreiben.

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