So kommst du von der Uni aus an einen Banking-Job in Grossbritannien

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So kommst du von der Uni aus an einen Banking-Job in Großbritannien

Der Kampf um Jobs in der Finanzbranche ist hart wie nie und 71 Prozent der ausländischen Studierenden in Grossbritannien wollen gern auch nach ihrem Studium im Land bleiben und arbeiten. Wie gelingt es, einen Job in der Finanzbranche zu finden? Die untenstehenden Tipps können deine Chancen deutlich steigern – aber Achtung: Du wirst wahrscheinlich deine Komfortzone verlassen müssen.

Das Wichtigste vorab: Du musst gut organisiert sein. Aufschieberitis ist ein tödlicher Feind, der deine Chancen auf Erfolg zunichte macht. Sei dir bewusst, was du wann tun musst. Überlege, wie du die auf deinem Weg erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten belegen und Arbeitgebern zeigen kannst, dass du ein:e gute:r Kandidat:in bist. Entscheidend ist bereits die Vorbereitung: Informiere dich über Bewerbungsfristen, Bewerbungsmethoden und Möglichkeiten für Arbeitsvisa und recherchiere, welche Clubs und Societies sich am meisten lohnen – und zwar in Bezug auf das Erwerben von Fähigkeiten, in Bezug auf das Knüpfen von wertvollen Kontakten und in Bezug auf das Netzwerken mit britischen Studierenden.

Kanishka Agarwal, die 2021 einen Master of Sceince in Management gemacht hat und Praktikantin im Prime Brokerage bei Morgan Stanley in Glasgow ist, teilt wertvolle Einblicke: „Die Jobsuche ist in Grossbritannien anders als in Indien. Bei grösseren Unternehmen gibt es mehr Bewerbungsrunden. Versuche, die Angebote an deiner Uni rund um Beruf und Karriere maximal zu nutzen. Schau dir die Kultur des Unternehmens und dessen Werte an und versuche, in deinem Anschreiben darauf einzugehen.“

Deine Englischkenntnisse müssen so gut sein, dass du beim Assessment Centre und in Vorstellungsgesprächen mit Muttersprachlern mithalten kannst. Wenn du hier Defizite hast, ist das gut und sollte dich zum Handeln anspornen. Versuch in deiner Freizeit so viel wie möglich mit englischen Muttersprachlern zu sprechen. Knüpfe Freundschaften, etwa indem du einem Sportteam oder einer Interessengruppe beitrittst – wie etwa der Harry Potter Society – oder aber engagiere dich ehrenamtlich vor Ort. Dies scheint offensichtlich, aber es ist natürlicher, sich mit Gleichgesinnten zusammenzutun – ein Phänomen, das als Homophilie bezeichnet wird und das an den britischen Unis sehr deutlich zu beobachten ist. Um herauszustechen, muss man sich abheben, und das bedeutet, neue Freundschaften und Kontakte aufzubauen.

Chunzhi Zhou, die 2019 ihren BA in Accounting and Management gemacht hat und jetzt im Bereich Global Banking and Markets bei HSBC in London arbeitet, sagt dass das entscheidend war: „Im Auswahlverfahren triffst du auf Bewerber aus vielen Ländern, aber um erfolgreich zu sein, musst du gute Englischkenntnisse haben.“

Versuche, soviel wie möglich an Kontakten zu Ehemaligen an deiner Uni aufzubauen. Wenn du enthusiastisch, positiv und neugierig auftrittst, kannst du wichtige Kontakte knüpfen, die dir gute Tipps geben können. Wer aufdringlich oder aggressiv auftritt, wird in der Regel ignoriert. Apropos Kontakte knüpfen: Bereite dich auch auf Arbeitgeber-Events vor, damit du dort einen professionellen Eindruck hinterlassen und gute Fragen stellen kannst.

Ganz gleich, ob du dich für die sogenannten „spring weeks“, für Summer-Internships oder auf eine feste Stelle bewirbst: Der Grossteil der Bewerbungen scheitert bereits in der Anfangsphase. Unternehmen verwenden oft automatische Tracking-Systeme (ATS), um Lebensläufe nach Schlüsselbegriffen zu durchsuchen, daher solltest du deine Unterlagen auf jede Stelle neu anpassen. Gehe detailliert auf deine eigenen Aktionen ein und zeig auf, was du gemacht hast, wie du es gemacht hast, was du für Ergebnisse erzielt und was du daraus gelernt hast. Versuch deinen Einfluss zu beziffern und deine Leistung zu reflektieren, um so ein gutes Selbstbewusstsein zu demonstrieren, das entscheidend für beruflichen Erfolg ist.

Kanishka weiter: „Dein CV und dein Anschreiben müssen stark sein und auf jede Stelle angepasst werden. Das ist zwar zeitaufwändig, aber es zahlt sich wirklich aus. Ich habe mich auf etwa 70 Stellen beworben. Bewirb dich weiter und lerne aus deinen Erfahrungen. Bewirb dich für Praktika. Netzwerke. Wenn in einer Stellenanzeige Ansprechpartner genannt werden, melde dich bei ihnen.

Es ist auch wichtig, konkret herauszuarbeiten, was dich an dem Arbeitgeber reizt. Hast du auf einem Projekt gearbeitet, bei dem es einen Bezug gibt – oder dich für eine Sache engagiert, die dem Arbeitgeber wichtig ist?

Chunzhis weitere Tipps lauten: „Halte dich auf dem Laufenden über das, was an den Märkten passiert – und zwar über das hinaus, was du an der Uni lernst. Um eine Stelle in der Finanzbranche zu bekommen, musst du dich abheben und entsprechend sollte dein Wissensstand sein. Das Recruiting läuft für jeden Sektor anders, daher solltest du dich über die jeweiligen Prozesse und Praktiken informieren. Bereite dich gründlich auf Vorstellungsgespräche vor, tritt selbstbewusst auf und zeige, dass du lernfähig bist, denn es wird von dir erwartet, dass du laufend besser wirst.“

Peter Fox ist Berufsberater an der Universität Durham in Nordengland

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