Goldman Sachs-Analyst kündigt nach 15 Monaten mit 17-Stunden-Tagen

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Goldman Sachs-Analyst kündigt nach 15 Monaten mit 17-Stunden-Tagen

Sind die Arbeitszeiten bei Goldman Sachs besser geworden als früher? Basierend auf der firmeneigenen Überwachung der Arbeitszeiten infolge der Beschwerden von Junior-Mitarbeitenden im Technology Investmentbanking-Team letztes Jahr, sollte die Antwort „ja“ lauten. Doch angesichts der jüngsten Kündigungen im Healthcare-Team und eines neuen Twitter threads von Chris Hladczuk aus dem TMT Leveraged Finance-Team ist das vielleicht nur Wunschdenken.

Hladczuk, ein 24-jähriger Yale-Absolvent, hat im New Yorker Goldman-Sachs-Büro gekündigt und wechselt zu Meow, einer Corporate Treasury Management-Plattform, die von fünf Ingenieuren der Krypto-Börse Gemini gegründet wurde.

Hladczuk schreibt, er gehe bei Goldman Sachs nach 15 Monaten und habe dort gelernt, „wie verrückt“ zu arbeiten (regelmässig von 9 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts), „eine irrsinnige Aufmerksamkeit für Details zu entwickeln“ (versuch mal, bis 1 Uhr nachts Kommafehler zu korrigieren…) und „Prioritäten zu setzen, während gleichzeitig 1.000 neue E-Mails kommen“. In seinem Jahr bei Goldman Sachs war er nach eigenen Angaben an acht Deals beteiligt – zum Vergleich: Der Branchendurchschnitt liegt bei zwei.

Die Arbeitszeiten, das Komma-Korrigieren und die E-Mail-Flut sind allerdings nicht der Grund für seine Kündigung. Hladczuk sagt, er habe gekündigt, weil er mit den üblichen Exit-Optionen im Banking (zu einem Hedgefonds wechseln, ins Private Equity gehen, dasselbe wie bisher bei einer anderen Bank machen) nicht viel anfangen konnte. Je länger er im Banking tätig war, desto deutlicher sei ihm geworden, dass alles, was er an neuen Skills lernte, ihm nur im Finanzwesen etwas bringen würden.

„Ich will so eine Art von Karriere nicht. Ich möchte mein eigenes Startup gründen“, so Hladczuk.

Er sagt jedoch auch, dass man sich den Wechsel aus dem Banking zu einem Fintech zum jetzigen Zeitpunkt gut überlegen sollte. Da die Finanzmittel für Fintechs immer knapper werden, empfiehlt Hladczuk, dass man ein Fintech sorgfältig auswählen sollte. Unter der Führung von Tiger Global, QED Ventures und FTX hat Meow gerade eine Serie-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 22 Millionen US-Dollar abgeschlossen. „Mit einem kleinen Team und mehr als 10 Jahren Bargeld auf der Bank müssen wir in den nächsten Jahren keine neuen Mittel beschaffen. Und das ist ein grosser Vorteil angesichts der aktuell unruhigen Wirtschaft“, schreibt er.

Hladczuk betont auch, dass er von dem Geschäftsmodell von Meow „komplett überzeugt“ sei. Die Plattform wird Unternehmen dabei helfen, ungenutzte Barmittel in ihren Bilanzen zu nutzen. „Die zusätzliche Rendite könnte bis zu 5 Prozent für überbesicherte Krypto-Kredite betragen. Oder es könnten traditionelle Bankenprodukte wie hochverzinsliche Sparkonten oder Direktinvestitionen in US-Staatsanleihen sein…“

Während andere Analysten 17-Stunden-Tage für schrumpfende Boni arbeiten, sagt Hladczuk, er sei „Feuer und Flamme“ dafür, an der „Schnittstelle von Krypto und Fintech zu arbeiten, weil ich mir vorstellen kann, genau hier irgendwann ein eigenes Unternehmen zu gründen“.

„Das ist so, als wäre man in den 2000er-Jahren zu Facebook oder Uber gegangen, nur für Kryptowährungen“, schwärmt er.

Nachdem er während seiner Zeit bei Goldman Sachs in eine „Maschine“ verwandelt wurde, die „wie verrückt gearbeitet“ hat, ist unklar, ob Hladczuk bei Meow – wo er „mit allem ausser der Software“ zu tun haben wird – weniger arbeiten wird. Aber er glaubt ganz klar, dass er längerfristig von dem Wechsel profitieren wird.

Es zeigt, dass Krypto auf Analysten im Banking noch immer eine grosse Anziehungskraft ausübt – und zwar trotz des jüngsten Krypto-Winters.

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