Für Recruiter
Wenn Ihr Chef ein Witzbold ist.

Der unausstehlichste Mann bei Morgan Stanley

In der Investmentbanking-Branche gibt es so einige „überlebensgroße Persönlichkeiten“. Leute mit grandiosem Selbstbewusstsein, die jedes Risiko eingehen, die meisten Martinis trinken, alle Kellner kennen und beim Golf nie verlieren. „Unverbesserliche Streichespieler“, die deine Schreibtischschublade mit Sand füllen oder sich mitten in der Nacht in dein Bett schleichen, um dich zu erschrecken. Je nachdem, wie sie zu einem stehen, können sie Helden sein, denen man bis ans Ende der Welt folgen sollte, oder aber unsägliche Nervensägen.

Um einen „überlebensgroßen Banker“ zu erleben, eignet sich ein Buch wie die kürzlich erschienene Biographie des ehemaligen Morgan Stanley-CEOs John Mack. Du erfährst alles über die tollen Geschichten und Streiche, hast aber den Vorteil, dass du selbst nicht Gefahr läufst, dass dein Telefon mit Lachssushi gefüllt wird. Du kannst darüber lachen, dass jemand beim Chef gemeldet wird, weil er Jeansshorts trägt oder dass jemand angebrüllt wird, weil er sich freigenommen hat, um sich als Weihnachtsmann zu verkleiden. Dann kann man sich in aller Ruhe Fragen stellen wie: „Ist dieser Typ wirklich so toll, wie er sagt?“ und „Ist es in Ordnung, sich so zu verhalten, ganz egal wer man ist?“

Man könnte sagen, dass Max Abelson in seinem Buch das Bild eines Mannes zeichnet, den man getrost als den Steve Jobs des Bankings bezeichnen könnte. Die Parallelen sind frappierend – beide Männer haben Zeit in der Wildnis verbracht und sind dann zu den Firmen zurückgekehrt, die sie berühmt gemacht haben. Beide waren unverbesserlich waghalsig und beide hatten ein „Realitätsverzerrungsfeld“ in ihrer Überzeugungskraft. (Macks wohl berühmtester Moment war, als er die Führungskräfte der Credit Suisse dazu überredete, auf ihre garantierten Boni zu verzichten, damit die Junioren bezahlt werden konnten). Und beide schienen trotz oder gerade wegen ihrer regelmäßig gezeigten dunklen Seiten extrem viel Loyalität zu genießen.

Aus dem Bericht geht hervor, dass der Schlüssel zu einem solchen Verhalten ein außergewöhnlich großes Selbstvertrauen ist, das gleichzeitig damit einhergeht, dass man sich weigert, Schlechtes anzuerkennen. Wie Abelson hervorhebt, ignoriert Mack in seiner Biographie im Grunde so manches, was die Lesenden vielleicht erwartet hätten, etwa seine Zeit im Vorstand des russischen Ölkonzerns Rosneft oder die Tatsache, dass Pequot Capital einige Jahre nach seiner Zeit als Vorsitzender des Unternehmens aufgrund von Insiderhandelsvorwürfen dicht machen musste.

Die Zeiten, die Macks in Erinnerung geblieben sind, scheinen vor allem die Jahre zu sein, in denen er im Front Office Gewinne machte, Deals gewann und Kunden bei Laune hielt. Die Tatsache, dass sein Spitzname „Mack The Knife“ aus einem Projekt stammt, in dessen Rahmen er 10.000 Leute entlassen hat, scheint als Anekdote nicht annähernd so unterhaltsam zu sein. Auf dem Buch-Cover wird er lediglich als „ehemaliger CEO von Morgan Stanley“ bezeichnet, vielleicht auf Anraten eines Verlegers, der befürchtet, dass „ehemaliger Co-CEO der Credit Suisse“ beim Buchverkauf nicht ziehen würde. Es ist durchaus interessant, dass er die Aufmerksamkeit auf seine beiden Posten bei Morgan Stanley lenkt und nicht auf die harten Jahre, die wohl mehr zum „Mythos Mack“ beigetragen haben.

Sich emotional von einem Verlustgeschäft distanzieren zu können, ist bekanntlich eine der wichtigsten Eigenschaften großer Trader. Und wie die Karriere von John Mack zeigt, kann jemand, der diese Eigenschaft in großem Umfang besitzt, gepaart mit brennendem Ehrgeiz und einem ausgeprägten Sinn für Zahlen zu einer der Legenden der Investmentbanking-Branche werden. Wenn man allerdings zwischen den Zeilen liest, wird deutlich, dass man sich in seiner Umgebung vermutlich nicht immer wohl fühlt.

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AUTORSarah Butcher Globale Redaktionsleiterin mit Sitz
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