Für Recruiter
Es waren ein paar schlimme Tage.

Was ist los mit der Credit Suisse?

Was ist passiert? Am Freitag schien die Credit Suisse noch ganz die Alte zu sein: Eine vor sich hin dümpelnde Bank, deren Aktienkurs seit Jahresbeginn um über 50 Prozent eingebrochen ist, der es schwerfällt, Personal zu halten, und die nach der Bekanntgabe einer neuen Strategie Ende dieses Monats eine umfassende Umstrukturierung in Aussicht stellt. Am Sonntag wurde die Bank als das nächste „Lehman Brothers“ bezeichnet. Heute Morgen ist der Aktienkurs um weitere 10 Prozent gefallen.

Wie wir (am Sonntag) berichtet hatten, scheint der Auslöser für das neue Ich der Credit Suisse ein Memo von CEO Ulrich Koerner an die Mitarbeitenden vom Freitag gewesen zu sein, in dem zu lesen war, dass bei der Credit Suisse in Bezug auf Liquidität und Kapital alles in Ordnung sei. Dies erinnert – so die Diskussion auf Twitter und Reddit an die Aussagen von Lehman Brothers im Jahr 2008. Hinzu kommt, dass das Risiko eines Ausfalls der Credit Suisse (gemessen an den Kosten für die Versicherung gegen einen Ausfall) in die Höhe geschossen ist und wieder das Niveau von 2009 erreicht hat. Dieses Risiko wird als bedeutend höher eingeschätzt als bei anderen europäischen Banken. Hilfe!

Müssen wir uns Sorgen machen? Das Leveraged Finance Portfolio der Credit Suisse, das sich am 30. Juni auf 5,9 Mrd. Dollar belief, und das Engagement der Bank in Hypothekenanleihen und Asset-Backed-Finanzierungen in Höhe von 75 Mrd. Dollar haben Bedenken ausgelöst, was aber vielleicht übertrieben ist.

Und doch: Wie Nouriel Roubini heute betonte, können sich die Sorgen um Kapital und Liquidität selbst verstärken. Wie wir am Sonntag feststellten, ist es jedoch erwähnenswert, dass die üblichen Verdächtigen (Boaz Weinstein, Ex-Senior-Trader der Credit Suisse) nicht in Panik geraten. Und viele von denen, die gerne in Panik geraten (Leute auf Reddit und Twitter) sind es allerdings. In der Zwischenzeit hat Koerner ein weiteres Schreiben verschickt, in dem er die Investoren auffordert, in weniger als 100 Tagen eine Turnaround-Strategie vorzulegen, während die Bank mit dem Verkauf von Vermögenswerten und Geschäftsbereichen arbeitet, um Kapital zu beschaffen. In einer Präsentation für Fixed-Income-Investoren ist letzte Woche betont worden, dass die Credit Suisse mit einer CET1-Kapitalquote von 13,5 Prozent Ende Juni bereits über den von den Schweizer Regulierungsbehörden vorgegebenen 9,6 Prozent lag. Die Geschäftsführung verwendet Phoenix-Analogien und hat das Wochenende damit zugebracht, mit Top-Investoren und Gegenparteien zu telefonieren, von denen sich einige anscheinend selbst gemeldet hatten, um ihre Unterstützung zu bekunden.

Es ist zwar unwahrscheinlich, dass die Credit Suisse zum zweiten Lehman wird (sie wird kaum ganz unvermittelt und spektakulär Konkurs gehen), aber sie wird am Ende der Krise möglicherweise deutlich anders aussehen als zuvor. Der Anstieg der Spreads auf die fünfjährigen Credit Default Swaps der Credit Suisse von 57 Basispunkten zu Beginn des Jahres auf fast 250 Basispunkte am Freitag bedeutet laut FT Alphaville einen Anstieg der Kosten für die Refinanzierung bestehender Schulden um 300 Mio. Franken im Jahr (manche setzen den Betrag sogar noch höher an, nämlich auf 500 Mio. Franken). Diese Art von Kapitalkosten passt nicht zu einem großen Kredithandelsunternehmen. – Wenn bei der Credit Suisse auch bisher schon überlegt wurde, die Credit Trader zu entlassen, so könnte das jetzt erst recht geschehen.

Gleichzeitig ist die Credit Suisse in einer denkbar schlechten Lage, um über den Verkauf einiger ihrer Geschäftsbereiche zu verhandeln. Die Banken/Hedgefonds, mit denen sie verhandelt, sind nicht für ihre Wohltätigkeit bekannt und werden einer Gegenpartei, die offensichtlich dringend einen Verkauf braucht, wohl kaum ein großzügiges Angebot machen. Wenig hilfreich ist zudem, dass das Verbriefungsgeschäft, das den Eckpfeiler der Kapitalbeschaffung bilden soll, wahrscheinlich kein gutes Jahr hat...

Mitten in alldem hat der neue CFO der Credit Suisse, Dixit Joshi, seinen Dienst angetreten. Auf LinkedIn kann man ihm per Voreinstellung „Best of Luck“ wünschen. Er könnte es gebrauchen.

Klick hier, um ein Profil bei eFinancialCareers anzulegen. Werde gefunden von Unternehmen, bei denen Freundlichkeit ein Pluspunkt ist.

Have a confidential story, tip, or comment you’d like to share? Contact: sbutcher@efinancialcareers.com in the first instance. Whatsapp/Signal/Telegram also available (Telegram: @SarahButcher)

Bear with us if you leave a comment at the bottom of this article: all our comments are moderated by human beings. Sometimes these humans might be asleep, or away from their desks, so it may take a while for your comment to appear. Eventually it will – unless it’s offensive or libelous (in which case it won’t.)

author-card-avatar
AUTORSarah Butcher Globale Redaktionsleiterin mit Sitz
Abbrechen

Bewerben Sie sich für Jobs

Finden Sie Tausende von Stellenangeboten, indem Sie sich noch heute bei eFinancialCareers anmelden.

Treiben Sie Ihre Karriere voran

Finden Sie Tausende von Stellenangeboten, indem Sie sich noch heute bei eFinancialCareers anmelden.
Empfohlene Jobs