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Credit-Suisse-Banker seien enorm optimistisch geworden, sagen Headhunter

Credit-Suisse-Banker wollen bleiben, Goldman-Sachs-Banker wollen gehen

Es dauert schon eine Weile lang an, aber nach der Restrukturierungs-Ankündigung in der vergangenen Woche und der Beförderung von Michael Klein zum Head der CS First Boston sagen Headhunter, dass viele Banker der Credit Suisse aufgekratzt seien.

„Die Leute wollen wissen, wie viele Aktien sie bei der Ausgliederung bekommen“, sagt ein Londoner Headhunter. „Niemand kündigt, bevor das nicht feststeht.“

Bei der Bekanntgabe der neuen Planungen in der vergangenen Woche deutete CEO Ulrich Körner an, dass die CS First Boston einige ihrer Beschäftigten reich machen könnte – auch Klein selbst, der laut FT „substanzielle Anteile“ an dem Unternehmen erhält.

Bei der Bank können alle Beschäftigten in den Genuss eines Partnerschaftsmodells kommen, sagte CEO Ulrich Körner. „Sie wird globaler und breiter aufgestellt sein als Boutiquen, aber fokussierter sein als Bulge-Bracket-Akteure“, erklärte er. Der Vorschlag habe bei den „Fachkräften“ bereits für Begeisterung gesorgt.

Dass die Leute begeistert sind, ist gut. Doch die neue Struktur birgt auch jede Menge Unsicherheit. Noch vor Weihnachten wird Credit Suisse 2.700 Stellen abbauen – viele davon werden voraussichtlich im europäischen Corporate-Finance-Bereich wegfallen. Körner deutete letzte Woche an, dass sich die CS First Boston aus dem europäischen ECM- und DCM-Geschäft zurückziehen und sich ausschließlich auf  M&A in EMEA konzentrieren werde. Ein Headhunter auf dem Gebiet der europäischen Kapitalmärkte sagt, dass die Banker der Credit Suisse in London davon seltsam unbeeindruckt zu sein scheinen: „Erstaunlicherweise gibt es keine Panik. Alle wollen mehr über die Details der Ausgliederung wissen und scheinen davon auszugehen, dass sie eine große Anzahl von Aktienoptionen erhalten werden.“

Credit-Suisse-Banker seien „immer zu optimistisch“, fügt er hinzu. „Ich bin recht sicher, dass die Panik kommen wird.“ Ein US-amerikanischer Headhunter, der seit einiger Zeit versucht, Personal der Credit Suisse abzuwerben, beklagte schon vor Ankündigung der neuen Pläne, sie seien „wahnhaft“ geworden: „Keiner von ihnen glaubt, dass die Restrukturierung Folgen für sie haben wird.“

Credit-Suisse-Banker jetzt optimistischer als Goldman-Sachs-Banker

Ein Ergebnis der aktuellen Situation ist, dass Headhunter sagen, dass Banker bei der Credit Suisse weniger wechselbereit seien als Goldman-Sachs-Banker.

„Bei Goldman Sachs haben wir festgestellt, dass immer mehr Senior-Banker vorsichtig die Fühler ausstrecken nach Exit-Optionen“ sagt Barney Mundell, Partner und Mitgründer der Personalberatungsfirma Loxley Partners. Die Goldman-Sachs-Banker würden befürchten, dass die Lage in den nächsten 24 Monate „bestenfalls stagniert“, sagt Mundell. Wenn sie bald wechseln, könnten Goldman-Sachs-Beschäftigte in der Lage sein, sich Boni auf dem hohen Niveau des letzten Jahres zu sichern. Daher sind sie Feuer und Flamme, ihren Marktwert zu testen.

Die Pessimisten der CS First Boston

Während die CS First Boston der neue schillernde Gast auf der Bankenparty ist, melden manche Insider bei der Credit Suisse bereits Zweifel an. Nach dem Verlust von 69 hochrangigen Bankern im vergangenen Jahr und angesichts dessen, dass Jens Welter, Londoner Co-Head des globalen Investmentbankings im September zu Citi gegangen ist, vermuten Kritiker, dass die neue Bank bei ihrem Start auf einige der besten Köpfe der Credit Suisse verzichten muss.

Wahrscheinlich werden neue Managing Directors gesucht

Die Credit Suisse lehnte eine Stellungnahme für diesen Artikel ab, aber die Bank holt bereits neue Leute an Bord. Im Juni sagte David Miller, der bei der CS das Investmentbanking und die Kapitalmärkte verantwortet, dass die Bank seit dem letztjährigen Exodus 55 MDs eingestellt habe. Dennoch sagen Skeptiker, dass der Geschäftsbereich, der bald CS First Boston heißen wird, immer noch zu sehr auf Leveraged Finance und die Betreuung von Finanzsponsoren fokussiert ist und der Bereich M&A nicht breit genug aufgestellt ist. „Dies ist ein Haufen an Leveraged-Finance- und Sponsor-Bankern, die jetzt M&A-Banker spielen“, sagt ein hochrangiger Insider inoffiziell. „Die Idee, dass es sich um eine kapitalschwache Bank handeln soll, ist lächerlich.“

Laut Dealogic rangierte die CS in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 bei Fusionen und Übernahmen im Technologie-, Healthcare- und Immobiliensektor weltweit nicht unter den Top 10. Vielversprechender ist, dass die Schweizer Bank bei Fusionen und Übernahmen im Versorgungs- und Energiesektor den achten Platz belegte und vor kurzem ein Beratungsmandat bei der 24,6-Milliarden-Dollar-Transaktion zwischen den US-Lebensmittelkonzernen Kroger Co und Albertson‘s gewinnen konnte. Im Bereich M&A und ECM rangiert das Unternehmen weltweit auf Platz 7. Im Bereich Leveraged Finance belegte sie jedoch nur den fünften Platz, eine Leistung, die sich angesichts der schwierigen Situation bei Leveraged Deals als Gift für die Bank erweisen könnte. Die Bank musste im dritten Quartal bereits 120 Millionen Dollar an Abschlägen auf fremdfinanzierte Kredite hinnehmen.

Vielleicht sind die Lücken in den M&A-Ranglisten nicht so wichtig. Letzte Woche sagte Körner, dass die neue Bank nicht auf Rankings schielen werde. Vor vier Monaten sagte Miller jedoch, dass er weltweit nach wie vor 40 neue MDs holen wolle, insbesondere in den Bereichen Technologie und Healthcare – vermutlich um bestehende Lücken zu füllen.

Insider sagen, dass die CS First Boston letztlich eher ein Jefferies als ein Centerview oder ein Evercore werden wird. Das neue Unternehmen wird offenbar in den USA und Asien ein Corporate Finance- und Leveraged Finance-Geschäft betreiben, in Europa jedoch ein reines Beratungsgeschäft. Möglicherweise wird man sogar wie Jefferies bezahlen und Nachwuchskräfte üppig vergüten, gleichzeitig aber alle, die kündigen mit strengen Clawbacks belegen.

Während CS First Boston in New York sitzen wird, hat Klein selbst enge Verbindungen in den Nahen Osten. Besonders gute Chancen im Einstellungskarussell dürften also Banker mit Verbindungen nach Saudi Arabien haben.

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Photo by Jordan Ling on Unsplash

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AUTORSarah Butcher Globale Redaktionsleiterin mit Sitz
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