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Es ist nicht einfach, ein BSD zu sein, wenn man nicht mehr schwingt

Pathos vom egozentrischen alternden Banker bröckelt

Wenn Martin Scorsese jemals einen Film über etwas anderes als Kriminelle machen wollte, könnte er sich vielleicht die John Mack-Geschichte vornehmen. Die Biographie („Up Close And All In“) ist gelinde gesagt auf ein „gemischtes Echo“ gestoßen, aber das gilt auch für die Filmvorlage von The Wolf Of Wall Street. Und wie sein neues Interview in der Financial Times zeigt, ist das Leben von Mack the Knife randvoll mit den Lieblingsfilmthemen des großen Regisseurs – der amerikanische Traum, Außenseiter, die darum kämpfen, dazuzugehören, und jede Menge hypermaskulines Verhalten, das heutzutage entweder als „klassisch“ oder „toxisch“ bezeichnet wird, je nachdem, welchen Teil von Twitter man gerade liest.

Leider sind die spezifischen Themen, die durchzukommen scheinen, allerdings die von Ergriffenheit und Pathos. Für John Mack ist dies eine Zeit des verblassten Ruhmes und sogar des Bedauerns. War er früher der „Raging Bull des Bankings, scheint Mack nun jene Lebensphase erreicht zu haben, in der man nach dem Essen Anekdoten erzählt. Und er gibt zu, dass sich die Anekdoten allmählich wiederholen – vor Kurzem wurde bei ihm eine leichte kognitive Beeinträchtigung diagnostiziert, bei der es sich um Alzheimer im Anfangsstadium handeln könnte.

Und natürlich ist das Letzte, was John Mack will, bei anderen Mitleid zu erregen. Im Buch und im Interview scheint er fest entschlossen zu sein, dass man ihn mit seinen guten Zeiten verbindet: Mit großen Deals, schicken Anzügen, teuren Dinners und berüchtigten Scherzen. Er ist bereit, zuzugeben, dass man sich einfach nicht mehr so verhalten kann – er räumt ein, dass sein Nachfolger James Gorman gute Arbeit geleistet hat, und glaubt, dass die Finanzkrise „alle viel klüger gemacht hat“. Aber schlussendlich scheint sich die Erfahrung vom Mack am ehesten im folgenden Zitat zusammenfassen zu lassen: „Wenn die Leute denken, ich hätte ein großes Ego gehabt, dann ist das so. Aber das ist mir egal.“

Es ist interessant, Macks Vermächtnis mit dem von Phil Purcell zu vergleichen, der in jeder Hollywood-Version der Geschichte sicherlich als der Erzfeind dargestellt werden würde. Mack hatte nicht viel übrig für Purcell und hielt ihn für übertrieben vorsichtig und risikoscheu. Und mit dieser Einschätzung stand er nicht alleine da – es wurde ein ganzes Buch geschrieben (mit ebenfalls gemischten Kritiken) über die politischen Ränkespiele, die zum Sturz von Purcell führten, Mack zurück auf den CEO-Posten von Morgan Stanley brachten und das Unternehmen wieder unter das Joch von hartgesottenen, Martini trinkenden Risikoträgern anstelle von Midwestern-Biederkeit stellten.

Purcell war definitiv nicht so beliebt wie Mack (über Mack war seinerzeit von einem Kommentator gesagt worden, dass er „wegen seiner enormen Arroganz fast überall verhasst“ sei). Es ist unwahrscheinlich, dass jemand die Geschichte von Phil Purcell lesen möchte. Andererseits versucht sich Phil Purcell aber auch nicht daran, mit seiner Biographie alle daran zu erinnern, was für eine große Nummer er einmal war. Es gibt den Spruch, dass ein gutes Leben die beste Rache ist, aber selbst auf dieser Grundlage (und selbst nach all den Spesen für exquisite Restaurants und Alkohol) ist es nicht wirklich klar, welcher der beiden Männer tatsächlich gewonnen hat

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Photo Credit: eFinancialCareers/Dall-e

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AUTORDaniel Davies
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